Überall wird die
Software "
Pegasus" der israelischen Firma NSO eingesetzt, um nicht nur Kriminelle oder Terroristen, sondern vor allem auch Regimegegner und Journalisten auszuspähen (unser
Resümee). Sie ahnen nicht einmal, dass ihre Telefone verwanzt sind. "Es ist als Erstes die Verantwortung der israelischen Firma und der israelischen Regierung, mit wem NSO Geschäfte macht und machen darf",
kommentiert Christian Rath in der
taz. "Erforderlich wäre ein
internationales Exportverbot von Sicherheitstechnik an Unrechtsregime. Allerdings kann niemand Israel zwingen, einen derartigen Vertrag zu unterzeichnen.
Europa sollte sich daher erst einmal selbst in die Pflicht nehmen. NSO ist schließlich nicht das einzige Unternehmen, das Sicherheitstechnik herstellt und an autoritäre Regime verkauft." Jannis Hagmann
schildert in der
taz die Hintergründe. Marina Klimchuk
interviewt den israelischen Hacker und Aktivisten
Yuval Adam zum Thema.
Constanze Kurz
erläutert bei
Netzpolitik, dass mit der Software
nicht nur Telefongespräche abgehört werden. Die Software schaltet auch dauerhaft das Mikrofon ein: "Praktisch wird das infizierte Telefon
zu einer Wanze, die mit dem Gerät durchgeführte, aber auch in der Nähe stattfindende Kommunikation ausspionieren kann. Damit kommt nicht nur die Privatsphäre der Opfer und deren Kommunikationspartner in den Fokus, sondern auch ihr höchstpersönlicher Bereich,
die Intimsphäre. Denn was man neben dem Smartphone so sagt und macht, ist bei vielen Menschen nochmal eine andere Dimension als das, was man ins Gerät hineinspricht oder -tippt." Kurz erinnert auch daran, dass vor allem Regierungen, auch die deutsche, Kunden solcher Firmen sind.
Der
Guardian stellt ein Video von
Edward Snowden online (auf Deutsch kann man es bei
Zeit online nachlesen): "Das Pegasus-Projekt hat eine Branche aufgedeckt, die als einziges Produkt Infektionsvektoren anbietet. Es handelt sich nicht um Sicherheitsprodukte. Sie bieten keinerlei Form von Schutz, sind in keiner Form vorbeugend. Sie stellen
keine Impfstoffe her. Das Einzige, was sie verkaufen, ist das Virus."
Weitere Artikel dazu: Kai Biermann und Holger Stark
erzählen auf
Zeit online, wie Pegasus seine Spionagesoftware
an Deutschland verkaufen wollte. Im Interview mit der
SZ erzählt aserbaidschanische Regierungskritikerin
Fatima Movlami, wie man sie mit Cyberattacken fast in den Tod getrieben hätte.