Eurozine hat einen
Artikel von Daniel Gascón aus
Letras Libres übernommen, der mit den Katalonen sehr scharf - und
auch auf Englisch - ins Gericht geht. Das autokratische, undemokratische Spanien sei eine Schimäre, schreibt er, und die politische Kritik an Madrid, an der Austeritätspolitik oder dem unvorteilhaften Finanzausgleich rechtfertige nicht den Angriff auf Spaniens Verfassung: "Das ganze illegale Unternehmen, das sich nicht auf das abgesetzte Referendum beschränkt, ist ein
postmoderner Staatsstreich. Mit einem neuen Label zwischen
Kitsch und Cool hat sich eine national-populistische Bewegung formiert und geschickt bestimmte Begriffe gesetzt. Dazu gehören 'das
Recht zu entscheiden' als Euphemismus für Selbstbestimmung, die Verwechslung von Abstimmung und Demokratie, das
Prestige einer Rebellion gegen das Establishment (dass wie beim Brexit die Anführer dieser Rebellion zu eben diesem Establishment gehören, spielt keine Rolle) und die seltsame Vorstellung, dass eine Demokratie zur Autokratie wird, wenn
die eigene Seite nicht gewinnt. Und wie Fernando Vallespin schrieb, erlaubt das Versprechen der Unabhängigkeit jedem, auf die Zukunft zu projizieren, was er mag, und auszublenden, was er nicht mag. So wurde es für die einen zum Protest gegen Austeritätspolitik, auch wenn die Separatisten sie als erste implementiert hatten. Es wird als
linke Bewegung angesehen, obwohl es eine Allianz zwischen der Rechten, den Kommunisten und einer Koalition ist, und obwohl es eine
Bewegung gegen Umverteilung ist, mit der die Reichen versuchen, sich von den Armen zu befreien."