
Die
New York Times bringt
Teil 1 eines großen
China-Dossiers. Darin
zeichnet Philip P. Pan eine beispiellose Erfolgsgeschichte nach, von der Neuorientierung nach Maos Tod bis heute, da China die USA herausfordert - auf fast allen Gebieten: "China springt sei jeher zwischen dem Impuls zur Öffnung und dem zur Einigelung hin und her, zwischen Veränderung und dem Widerstand dagegen. Es zieht sich immer wieder zurück, bevor es zu weit geht, aus Angst auf Grund zu laufen. Viele prophezeiten den Sturz der Partei angesichts dieser Spannung
zwischen Offenheit und Repression, doch es kann sein, dass genau hier der Erfolg begründet liegt … Das Internet ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Balance funktioniert. Die Partei erlaubte der Nation den Zugang zum Netz, ohne zu ahnen, was das bedeutet, profitierte von den ökonomischen Vorteilen und kontrollierte den Informationsfluss, der ihr schaden konnte. Nach einem
Zugunglück 2011 in Ostchina gab es eine Krise. 30 Millionen wütende Kommentare, die das schlechte Katastrophen-Management der Partei kritisierten, fluteten die sozialen Medien, ohne dass die Zensur es verhindern konnte. Panisch erwog die offizielle Seite, das populäre Twitter-Äquivalent Weibo zu sperren, fürchtete aber die Reaktion der Öffentlichkeit. Am Ende ließ sie Weibo gewähren, investierte jedoch in
Kontrollmechanismen und befahl den Unternehmen, es ihr gleichzutun. Der Kompromiss funktionierte. Heute beschäftigen viele Firmen
Hunderte Zensoren - und China ist eine Gigant auf dem Internet-Markt … Neuerdings scheint Xi Jinping sein Land für so erfolgreich zu halten, dass die Partei zu einer konventionelleren autoritären Haltung zurückkehren kann beziehungsweise für einen Sieg über die USA auch muss. In den letzten 40 Jahre wuchs China wirtschaftlich zehnmal schneller als die USA, heute immer noch
doppelt so schnell. Die Partei scheint große Popularität zu genießen, und weltweit sind viele überzeugt, dass Trumps Amerika auf dem absteigenden Ast ist, während Chinas Lauf gerade erst beginnt. Nur: China war immer groß darin, den Erwartungen anderer zu trotzen."
Seit sich herausstellte, dass
Facebook private Daten seiner Nutzer an eine Firma preisgab, die Wahlkampf für Donald Trump machte, gerät das Unternehmen immer stärker in die Kritik.
Schwere Vorwürfe erheben jetzt Sheera Frenkel, Nicholas Confessore, Cecilia Kang, Matthew Rosenberg und Jack Nicas gegen
Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg, die im Umgang mit dieser Krise, die ihrer Tatenlosigkeit geschuldet ist, offenbar
keine Niederträchtigkeit scheuen: "Während Herr Zuckerberg im letzten Jahr auf eine öffentliche Entschuldigungstour ging, leitete Sandberg eine aggressive Lobbykampagne, um die Kritiker von Facebook zu bekämpfen, den öffentlichen Ärger auf konkurrierende Unternehmen zu lenken und schädliche Vorschriften abzuwehren. Facebook beschäftigte ein republikanisches Oppositionsforschungsunternehmen, um aktivistische Demonstranten zu diskreditieren, zum Teil, indem es sie mit dem liberalen Finanzier
George Soros verband. Gleichzeitig setzte es sich bei einer jüdischen Bürgerrechtsgruppe dafür ein, einige Kritik an Facebook als
antisemitisch zu geißeln."
Außerdem: Im Magazin
denken eine Reihe von Wissenschaftlern nach, wie neue Technologien - von der Genveränderung bis zur KI - das
Menschsein verändern werden.