
Muss man lesen! Im
Magazin der New York Times untersucht
Kevin Kelly, "senior maverick" des
Wired Magazins in einem
Riesentext die Auswirkungen, die
Google Print auf den Buchmarkt und das Leseverhalten haben wird. Kelly schwärmt von DER universellen Bibliothek, die entstehen wird. Aber er sieht auch die Probleme. Das größte beschreibt er als "clash of business models", die mit dem
Copyright zusammenhängen. Autoren, Verlage und andere Künstler haben bisher davon gelebt, dass jede Kopie etwas für sie abwarf. Dieses Modell bricht zusammen. Denn erstens kann kein Mensch alle Kopien im Netz kontrollieren. Und zweitens ist es nur zum Schaden der Künstler, wenn ihr Werk nicht im Netz steht. Denn was
nicht im Netz steht,
existiert nicht! Die Basis des Reichtums ist heute "Beziehungen, Links, Verbindungen", die zwischen den Texten hergestellt werden, so Kelly. "Der
Wert hat sich verschoben von der Kopie hin zu den vielen Möglichkeiten einen Text zu
archivieren, kommentieren,
personalisieren, bearbeiten,
bestätigen, ausgraben,
markieren, transferieren und zu
erfassen. Autoren und Künstler können ihren Lebensunterhalt damit verdienen,
verschiedene Aspekte ihrer Arbeit zu verkaufen. Sie können Auftritte verkaufen, Zugang zum Künstler, Personalisierung, add-on Information, Sponsorenschaft, Subskription - kurz gesagt all die vielen Werte, die nicht kopiert werden können. Die billige Kopie wird das 'discovery tool', mit dem sich diese
immateriellen Werte vermarkten lassen. Aber Dinge zu verkaufen, die nicht kopiert werden können, ist weit entfernt vom Ideal vieler kreativer Menschen. Das neue Modell ist voller Probleme (oder Chancen)."
Weitere Artikel: James Traub
stellt die französische Präsidentschaftskandidatin
Segolene Royal vor. Abgedruckt ist weiter ein
Essay aus
Josef Joffes jetzt in den USA erscheinendem Buch "Überpower: The Imperial Temptation of America".
Aus der
New York Times Book Review: The Horror,
the Horror! Mary Roach
begegnet ihm in Cline Falls, Oregon, genauer: im Tatsachenbericht "Strange Piece of Paradise" (
Leseprobe) von
Terri Jentz. 1977 wurde Jentz Opfer eines rätselhaften, bis heute ungeklärten blutigen
Mordanschlags. 15 Jahre später kehrt sie zurück an den Ort des Geschehens und befragt sich selbst und andere über das Unfassbare. Herausgekommen ist ein Bericht, von dem Roach sagt: "Stell dir vor, Truman Capote selbst hätte das überlebt, um es zu beschreiben. Solche Kraft und solch ein Können sind hier am Werk ... In diesem Blick ist mehr Grauen als auf 100 Seiten James Frey."
Außerdem: Barry Gewen
hält David Cesaranis
Biografie Adolf Eichmanns ("Becoming Eichmann") für ultimativ. Robert Wright
vergleicht zwei Bücher über
Anti-Amerikanismus (Julia E. Sweigs "Friendly Fire" vs. "America Against The World" von Andrew Kohut und Bruce Strokes). Und in einem
Extra-Dossier rund ums literarische Reisen
erkundet Larry Rohter
Borges'
Buenos Aires und David A. Kelly gibt praktische
Tipps in Sachen
MP3-Hörbücher.