Da ist es:
Francis Fukuyamas neues Buch "America at the Crossroads" (
Leseprobe). Fukuyama zu lesen, lohne sich immer, besonders für
amerikanische Neokonservative,
erklärt Paul Berman. Er ist jedoch zugleich enttäuscht, weil der neue Fukuyama keine Antworten gibt "zum drängenden Problem mörderischer Ideologien und wie man sie bekämpft". Wenn auch kein Neokonservativer mehr, sei Fukuyama noch immer zu sehr
Hegelianer, als dass es ihm gelänge, "das freie Spiel unvorhersehbarer Ideen und Ideologien" als Ursprung
ideologisch motivierten Blutvergießens zu erkennen anstelle einer stetig fortschreitenden, durch Soziologie, Psychologie und die Wirtschaftswissenschaften bestimmten Geschichte.
Anlässlich des am 1. April weltweit zelebrierten "Festivals essbarer Bücher"
untersucht Blake Eskin Fälle von
Bibliophagie in den verschiedenen Kulturkreisen: "Als Mittel gegen Epilepsie verspeist man in Tibet gedruckte Mantras. Ein Ritual unter ultra-orthodoxen Juden beinhaltet das Ablecken des mit Honig beträufelten hebräischen Alphabets und den Genuss eines hart gekochten Eis, auf dem Verse aus dem Buch 'Ezekiel' stehen."
Außerdem in der Review: Brad Leithauser
stellt die gesammelten Gedichte des griechischen Lyrikers
C. P. Cavafy in neuer Übersetzung vor. Nellie McKay
bespricht ein Buch, das sich der amerikanischen
Popmusik der 50er und ihrer Protagonisten wie Pat Boone und Connie Francis annimmt (
Leseprobe "Great Pretenders",
Audiofile "Songs of Innocence"). Und Anthony Tommasini
freut sich über einen "erfrischenden" Band über "
Mozarts Frauen".

Im
Magazin der New York Times prüft David Rieff, was übrig bleibt von der großen Vision der Globalisierung:
Globalisierung light. In Zeiten des Friedens und wirtschaftlicher Expansion wie den 90ern sei Globalisierung ein schlüssiges Konzept,
schreibt Rieff, "in konfliktreicher, angstvoller Zeit ist es dagegen weniger überzeugend." Das Engagement für offene Märkte und freien Kapitalfluss habe heute einen ganz anderen Klang: "
Addiere Terrorismus und das Schreckgespenst Massenvernichtungswaffen hinzu und was eine blühende wirtschaftliche Zukunft versprach, wird zur Bedrohung."
Mit der Erfindung von "Steakhouse" hat sich das Jagen erübrigt? Von wegen. Was den
Jäger fasziniert,
beschreibt Michael Pollen im Stil Hemingways - als Jäger Porno: "Das hier ist keine ästhetische, das ist eine
hungrige Aufmerksamkeit, die sich wie Finger in die Umgebung vortastet. Wohin mein Auge nicht sieht, schwärmen meine Ohren aus, berichten von knackenden Ästen oder dem Schnüffeln eines - halt, was war das? Bloß ein Vogel."
Weiteres: Alex Witchel
porträtiert den Broadway-Dramatiker
Richard Greenberg. Und im
Interview erklärt die Königin der Boulevardpresse,
Bonnie Fuller (Cosmopolitan, Glamour), warum es okay ist,
nicht perfekt zu sein.