Kaum sind sie nicht mehr in der Regierung, fordern die
Grünen einen Untersuchungsausschuss zu
Angela Merkels Gaspolitik,
meldet tagesschau.de. Als sie zusammen mit der SPD regierten, schonten sie wohl ihren Koalitionspartner, der eher noch tiefer verstrickt ist als Merkel. Aber wie auch immer: Hintergrund für die erneute Kritik ist ein Bericht der
SZ vom Samstag, "wonach
das Kanzleramt Warnungen vor einer großen Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas und den beteiligten Unternehmen zwar zur Kenntnis genommen, daraus aber
keine Konsequenzen gezogen habe. ... Es geht dabei um den Verkauf
deutscher Gasspeicher an den russischen Gazprom-Konzern, der 2015, also erst nach der Annexion der Krim durch Russland, erfolgte."
Nicolas Richter kommentiert in der
SZ: "Merkel hat zu ihrer Verteidigung erklärt, Nord Stream 2 habe den Angriff Russlands auf die Ukraine nicht erleichtert, denn es sei ja
nie Gas geflossen. Treffender ist: Nach Putins Invasion der Krim liefen das Projekt Nord Stream 2 sowie der Verkauf deutscher Gasspeicher an den russischen Konzern Gazprom einfach weiter - ein Zeichen an Putin, dass man ihm im Westen
seine Rechtsbrüche nachsah."
Auch der SPD-Politiker
Michael Roth, der in seiner Partei wegen seiner russlandkritischen Haltung äußerst unbeliebt war und sich zurückzog,
fordert auf Twitter einen Untersuchungsausschuss. Er erweitert allerdings den Kreis der zu Untersuchenden, zum Beispiel auch auf "die
Energiewende-Bewegung, die auf 'Raus aus der Atomkraft' und rein in die
erneuerbaren Energien setzte. Russisches Gas war die zentrale Übergangstechnologie."
In letzter Zeit werden auch im Westen die Tendenzen immer größer,
Putin die Krim zu überlassen. Aber das wäre nicht nur eine Anerkennung eines
Völkerrechtsbruchs,
schreibt die auf der Krim geborene Autorin Anastasia Magasova in der
taz, sonden auch ein Akzeptieren der
Gewalt gegenüber der Bevölkerung der Krim: "Die Besatzungsbehörden auf der Krim verletzen die
Menschenrechte der Bevölkerung systematisch: Unerwünschte Personen werden willkürlich festgenommen, manche gar gefoltert. Junge Männer werden für den
Dienst in der russischen Armee mobilisiert. Zugleich versuchen die Besatzer, die ethnische Zusammensetzung der Halbinsel gezielt zu verändern, um die
ukrainische und krimtatarische Identität auszulöschen. Dies geschieht durch gewaltsame Vertreibungen von Teilen der Bevölkerung und die gezielte Ansiedlung russischer Staatsbürger. Zu den größten Opfern der Besetzung der Krim gehören die
Krimtataren, das indigene Volk der Krim. Von den 195 politischen Gefangenen aus der Krim, die sich in russischen Gefängnissen befinden, sind 115 Krimtataren."
Eine "atemberaubende Aufholjagd" ist dem Pro-Europäer
Nicusor Dan bei der letzten Runde der Wahlen in Rumänien gelungen,
berichtet unter anderen Volker Pabst in der
NZZ. Dan gewann mit
53,7 zu 46,3 Prozent der Stimmen gegen den Ultranationalisten
George Simion. Dieser akzeptierte in der Nacht auf Montag seine Niederlage und gratulierte seinem Konkurrenten. Es gebe keinen Hinweis auf signifikanten Wahlbetrug, erklärte er in einer Videobotschaft. Das Lager der Souveränisten habe eine Schlacht verloren, werde aber den Kampf nicht aufgeben (..). Noch einige Stunden zuvor, nach Bekanntgabe der ersten Resultate, hatte sich Simion selber zum Wahlsieger erklärt. In den sozialen Netzwerken schrieb er: 'Ich bin der neue Präsident Rumäniens.' Dass er die Nachricht versehentlich mit der
Flagge des Tschad versah, die der rumänischen Trikolore sehr ähnlich sieht, sorgte für einiges Gespött."