Auf den
Klimawandel zu reagieren, indem man ständig den
individuellen Verbraucher an den Pranger stellt, bringt uns nicht weiter. Und sehr politisch gedacht ist es auch nicht,
meint Zacharias Zacharakis auf
Zeit online nach Lektüre eines
FAS-Interviews mit Agrarministerin Julia Klöckner. "
Politikerinnen und Politiker schieben die Verantwortung für ihre Versäumnisse auf die Bürgerinnen und Bürger und geben ihnen die Schuld dafür, durch ihren übermäßigen Konsum die Welt zu einem schlechteren Ort zu machen. Aber da muss man einmal fragen dürfen: Wo leben wir eigentlich? Richtig, in einer Marktwirtschaft. Und in dieser gelten die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Wer
es zulässt, dass gewisse Produkte zu gewissen Preisen in Geschäften angeboten werden, der darf sich nicht darüber wundern, dass die Menschen diese Dinge auch kaufen."
Im
Gespräch mit Annika Leister von der
Berliner Zeitung gibt sich
Philipp Ruch vom "Zentrum für politische Schönheit", der seine Warnungen an die Konservativen mit Asche toter Juden untermauern wollte, (unsere
Resümees) zerknirscht. Auf die Frage, ob seine Aktion
ein Erfolg war, sagt er: "Nein, die Aktion hat ihr Ziel völlig verfehlt. Sie ist gescheitert. Natürlich scheitern alle unsere Aktionen auf ihre Art. Aber hier liegt schon ein
außergewöhnliches Scheitern vor." Aber an seiner Stele an der Stelle der ehemaligen Kroll-Oper hält er fest: "Wir haben uns entschuldigt und radikale Schritte vollzogen: Wir haben die Asche, den Glutkern, entfernt und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz übergeben. Wir. Jetzt hat sie
nichts mehr mit der Schoah zu tun. Sie fordert seither dazu auf, die Verteidigung der Demokratie zu schwören." Ziemlich sauer
reagiert in der
FAZ Hannah Bethke auf die jüngsten Äußerungen Ruchs.
Frankreich hat eine neue #
metoo-Debatte. Ausgelöst oder vielmehr neu angefacht wurde sie durch die Schauspielerin
Adele Haenel und die Schriftstellerin
Vanessa Springora, die öffentlich machten, wie sie als 13- bzw. 15-Jährige von sehr viel älteren Künstler-Männern sexuell ausgebeutet wurden, berichtet Nadia Pantel in der
SZ. Teile des kulturellen Milieus finden das immer noch unerheblich: "'In den Siebziger- und Achtzigerjahren war Literatur wichtiger als Moral, heute ist die
Moral wichtiger als die Literatur', schreibt der Kulturjournalist
Bernard Pivot auf Twitter. Pivot lud Matzneff
fünfmal in seine Talkshow
Apostrophes ein. Schaut man heute die Beiträge von früher, entsteht nicht der Eindruck, es gehe in erster Linie um Literatur. So fragte Pivot in einer Sendung 1990, warum Matzneff '
junge Miezen'
sammele. Der Literat erklärte, volljährige Frauen seien schon 'zu verhärtet', Mädchen seien 'viel lieber', und würden erst
ab 18 '
sehr hysterisch'."
Unsere Resümees zur Affäre um den einst gefeierten Autor Gabriel Matzneff.
Warum werden
Veränderungen von Sprache stets als Verfall wahrgenommen, fragt der
Sprachhistoriker Peter Eisenberg in der
FAZ. Er weiß, wovon er redet, denn er hat jahrelang Briefe von Sprachfreunden an die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung beantwortet: "Nicht selten hatten die Diskurse dieselbe Struktur: Ein Journalist im Ruhestand macht geltend, es müsse heißen '
Sie hat gewinkt'. Auf die Frage, woher er das wisse, antwortet er, das wisse doch
jeder vernünftige Mensch. Auf die Mitteilung, aus Erhebungen in Zeitungstexten gehe hervor, dass seine Kollegen gegenwärtig die Form '
Sie hat gewunken' präferieren, kommt als Antwort, das sei eine Verfallserscheinung, die Masse habe eben keine Ahnung."