Krawalldemos, Besetzungen, Steine werfen - alles Unsinn.
Echte Umbrücke beginnen nicht mit Gewalt, sondern mit neuen Technologien, die dem alten System irgendwann "einfach den Stecker ziehen,
meint der Jurist
Milosz Matuschek in der
NZZ: "Ebendiese Revolution des Denken könnte mithilfe der
Blockchain-Technologie gerade erst begonnen haben. Diese bietet eine dezentrale, fast fälschungssichere, transparente und (im Idealfall) autoritätsfreie virtuelle Infrastruktur mit zahlreichen Anwendungsgebieten, von alternativen Währungs- und Zahlungssystemen über smarte Verträge, Buchführung, Dokumentation und Prognostik bis hin zu E-Voting oder Charity. Der Aufbau neuer Strukturen erfolgt dabei auf eher leisen Sohlen: Schon der
Urtext der Kryptobewegung, das
Paper des Bitcoin-Gründers Satoshi Nakamoto, rief nicht à la Marx dazu auf, dass sich alle Proletarier dieser Welt vereinigen sollten. Die Vereinigung der Kräfte ist bereits dezentral als stille Teilhabe an einer technisch überlegenen Neuerung
integriert."
Multikulti ist nichts, was man diskutieren kann, es ist einfach eine Tatsache,
meint Arno Widmann in der
Berliner Zeitung: "Wir kennen die Alternative zu Multikulti:
Massenmord. Multikulti und Integration widersprechen einander. Aber sie gehören zusammen. Das ist mit vielem so. Männer und Frauen zum Beispiel. Alt und Jung. Die Möglichkeit, kulturelle Traditionen zu pflegen, heißt nicht, dass jede von ihnen auch bei uns gepflegt werden darf. ... Jede Gesellschaft besteht aus
Parallelgesellschaften. Die Aufgabe der Politik ist nicht, sie abzuschaffen. Das geht nicht. Die Politik muss den Einzelnen die Möglichkeit schaffen, aus der einen in andere Nischen zu kommen. Multikulti ist das eine - die
freie Entfaltung des Einzelnen ist das andere. Beides ist erforderlich."
"Die Türkei meiner Kindheit war ein Land des Anstands",
schreibt Zafer Senocak in der
Welt. Und jetzt? Lauter Neureiche und Parias, die das sagen haben. Doch die "feinen Türken" haben es nun mal verpasst, zwischen Tradition und Moderne zu vermitteln, klagt er. "Sie hätten ein vorbildhaftes Beispiel der
hybriden Identität sein können, die bestens in unser 21. Jahrhundert passt. Eine komplexe Form der Identität, an die wir uns gewöhnen müssen, wenn wir nicht immer neue Bürgerkriege basierend auf identitärem Wahn erleben wollen. In der Türkei gibt es eben auch diesen muslimischen Bürger, dem
sein Glaube Privatsache ist und der in einer freien Gesellschaft leben möchte. Und genau hier beginnt sowohl das türkische als auch das europäische Versagen. Viel zu viel Zeit verlor die türkische Elite mit der Pflege eines
kruden Nationalismus. Unter dessen panzerfester Schale versteckte sie fast verschämt jene kulturelle Vielfalt, die ihr innewohnt."