"Seit dem
Putsch 2021 kämpfen
Myanmars Journalisten damit, einer Festnahme, langen
Haftstrafen oder gar dem
Tod zu entgehen",
schreibt in der
taz der in Myanmar lebende Journalist
Kyaw Soe: "Viele flohen ins Ausland, wegen der Nähe meist nach Thailand, wo Schätzungen zufolge
180 im Exil sind, oft in den grenznahen nördlichen Städten Mae Sot und Chiang Mai. Einige gelangten legal per Flugzeug nach Thailand, aber die meisten mussten
illegal zu Fuß die Grenze überqueren und müssen nun Festnahmen und Abschiebung nach Myanmar fürchten. ... Am 21. August wurden der 26-jährige Win Htut Oo, ein Reporter für das Exilmedienhaus Democratic Voice of Burma (DVB), und der 28-jährige freie Journalist Ko Htet Myat Thu bei Razzien in ihren Häusern im südlichen Mon-Staat erschossen. Ihre Leichen wurden nicht an ihre Familien zurückgegeben, sondern
vom Militär verbrannt, wie myanmarische Nachrichtenagenturen berichten. (…) 'Das Militär zwingt Journalisten entweder seine Propaganda zu verbreiten oder als Terroristen abgestempelt zu werden', sagt Chefredakteur Kyaw Swa Min von
Dawei Watch."
In der
NZZ skizziert Ulrich M.
Schmidt, Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands, die
Geschichte der Propaganda von der Sowjetunion bis zum
Russland der Gegenwart. Putin setzt nicht nur Gegennarrative oder eine Vielzahl von Versionen, die die Russen glauben lassen solle, es gebe sowieso
keine Wahrheit mehr, sondern mischt jüngst auch wieder Elemente der sowjetischen Propaganda in die russische Beeinflussungsindustrie, so Schmidt: "Ein modernes Pendant zu
sowjetischen Störsendern ist die Sperrung von ausländischen Websites wie Facebook und Instagram. Mittlerweile ist auch Youtube künstlich so stark verlangsamt worden, dass es kaum mehr zugänglich ist. Die postmoderne Stabilisierung des Systems Putin wird heute von einem aufdringlichen Patriotismus überlagert, in dem absurderweise die lateinischen Buchstaben Z und V die ikonische Funktion von Hammer und Sichel übernehmen. Die Wirkung der
Massenbeschallung mit Lügen und Heldenfantasien ist fatal. Es gibt in Russland kein politisches Volk mehr, sondern nur noch eine Bevölkerung. Am deutlichsten hat
Lew Gudkow, der Doyen der russischen Soziologie, die gegenwärtige Lage auf den Punkt gebracht. Er beuge sich über den
toten Körper dessen, was einmal die russische Gesellschaft gewesen sei. Sarkastisch meinte er: 'Auch die Arbeit eines Pathologen ist wichtig, oder?'"
Laut "Reporter ohne Grenzen" sind während des aktuellen
Nahostkrieges bereits
140 Medienschaffende durch die
israelische Militäroffensive getötet worden,
schreibt Michael Hesse, der in der
FR aus dem von zahlreichen JournalistInnen unterzeichneten Aufruf "Journalist:innen in Deutschland für
Pressefreiheit im Gaza-
Krieg" zitiert, der ein Umdenken von israelischer Seite fordert: "In dem Aufruf werden die folgenden Forderungen erhoben: 'Schutz für Journalist:innen in Gaza! Aufhebung des
israelischen Einreiseverbots ins Kriegsgebiet für unabhängige internationale Berichterstatter:innen! Keine ungeprüfte Übernahme von Darstellungen der Kriegsparteien in der Berichterstattung! Stattdessen: Quellenvielfalt, Einbettung in den historischen und politischen
Kontext, Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit palästinensischen Journalist:innen.' In dem Aufruf heißt es weiter: 'Die Tötung von Journalist:innen und die Zerstörung der journalistischen Infrastruktur in Gaza sind ein starkes Indiz dafür, dass dieser Krieg die
Grenzen des Völkerrechts und der Verhältnismäßigkeit längst überschritten hat.'"