Der
Krieg im Jemen hat auch die dortige
Frauenbewegung stark geschwächt,
berichtet auf
Qantara die jemenitische Journalistin Afrah Nasser: "Das Leben von Millionen von Menschen ist durch Hunger in Gefahr; aber den höchsten Tribut zahlen Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter. Frauen sind zunehmend dem Risiko von
Kinderheirat ausgesetzt, die
Gewalt gegen Frauen ist um 63 Prozent gestiegen. Dutzende Frauen in Gefangenschaft von Huthi-Rebellen, die dabei
Folter und Misshandlungen ausgesetzt sind, zeigen, dass der Konflikt einige Stammessicherheiten zerstört, die Frauen vor Entführung oder Gefangenschaft schützten. In Taiz wurden Aktivistinnen Zielscheibe von Huthi-Kugeln. In vielen Städten leiden Frauen darunter, dass ihre männlichen Verwandten nicht anwesend sind, sie sind kaum in der Lage, ihre
hungernden Kinder zu ernähren. Was mich am meisten schmerzt ist, dass Jemen vor dem Krieg, trotz all seiner institutionellen Ungerechtigkeiten gegen Frauen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in der Förderung der Frauenrechte überholt hatte - ein Fortschritt, der mittlerweile
praktisch zunichte gemacht wurde."
Außerdem hat
Qantara einen
Artikel aus der
SZ übernommen, der den
Rassismus in den arabischen Ländern gegenüber den Arbeitsmigranten aus Afrika, der sich mit Corona noch gesteigert hat, thematisiert: "Die lokale Gesetzgebung macht die Migranten fast vollkommen von ihren Arbeitgebern
abhängig, gewährt oft nicht einmal minimale Arbeitsrechte. Wer sich beschwert, wird im besten Fall einfach hinausgeworfen, aus freien Stücken zu gehen, ist gleichzeitig nicht möglich - Arbeitsmigranten müssen
ihre Pässe beim Arbeitgeber abgeben. Nicht selten kommt es zu Gewalt gegen die Angestellten. Die äthiopische Zeitung
Addis Standard berichtete, dass am Flughafen Addis Abeba regelmäßig die
Leichen von Gastarbeiterinnen aus arabischen Staaten ankommen."
Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin
Gertrude Lübbe-Wolff zeigt sich in einem ganzseitigen
FAZ-Essay eher abgestoßen vom
Supreme Court in den USA, der ausschließlich nach politischen Kriterien besetzt wird und wo die Richter fast immer nach Parteilinie entscheiden: "Kein Wunder, dass unter solchen Bedingungen die
Idee des unparteiischen Richters in weiten Kreisen nur noch auf Zynismus stößt."
Jaja, Maske tragen ist schon wichtig, gibt
Daniel Kehlmann im
Interview mit der
NZZ zu, aber dann zeigt er sich vor allem entsetzt vom
Obrigkeitsgeist der Bürger, die alle
Coronamaßnahmen mitmachten. Sogar in den USA, fürchtete er einen Moment, werde Donald Trump einen "strengen Lockdown" einführen: "Dass
Trump gerne ein autoritärer Herrscher wäre, ist klar. Aber auch von
Insidern aus Österreich hört man, dass Sebastian Kurz Gefallen am neuen Corona-Regime fand. Auch bei
Herrn Söder war das ziemlich offensichtlich. Plötzlich gab es da wieder die Figur des Landesvaters, der sich mit strenger Hand um seine Kinder kümmert. Und die meisten Bürger waren erst einmal so verunsichert, dass sie nicht aufgemuckt haben. In Österreich haben, so höre ich, die Grünen intern in der Regierung das Schlimmste verhindert. Und inzwischen hat das österreichische Verfassungsgericht die Einschränkung der Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum für gesetzeswidrig erklärt - was ich die ganze Zeit schon vermutet hatte. 'Das kann doch
unmöglich legal sein', dachte ich immer wieder. Und siehe da, es war auch nicht legal." Trump, so viel ist inzwischen wohl klar, nutzt Corona durchaus, um sich als
starker Mann zu inszenieren - aber anders, als Kehlmann es dachte: