Der bekannte Ringer
Navid Afkari ist im Iran hingerichtet worden, nachdem er unter Folter einen Mord an einem Sicherheitsbeamten gestanden hat. Der Fall hat weltweit großes Aufsehen erregt. Für nächste Woche war ein Besuch des iranischen Außenministers
Javad Zarif in Berlin geplant. Frederik Schindler
kommentierte in der
Welt: "Maas muss nun ein Zeichen setzen. Er sollte Zarif ausladen und
stattdessen exiliranische Oppositionelle im Auswärtigen Amt empfangen." Der Artikel ist inzwischen von der Realität überholt: Nach einer
Bild-
Meldung ist der Besuch Zarifs
bereits abgesagt.
Mit viel Milde - neun Jahre Gefängnis - durfte im Iran dagegen
ein Vater rechnen, der seine 14-jährige
Tochter Romina enthauptet hatte, weil sie mit einem Mann weggelaufen war. Der Fall hat eine hitzige Debatte im Iran ausgelöst,
berichtet Patrick Wintour im
Guardian: "Kritiker sagen, dass Teile des iranischen Strafgesetzbuches von der Annahme ausgehen, dass Männer das Recht haben,
Frauen und Mädchen zu disziplinieren, wenn sie nicht den ihnen zugeschriebenen sozialen Rollen entsprechen. Romina hatte die Justiz angefleht, sie nicht an ihren Vater zurückzugeben, da sie befürchtete, er könnte sie angreifen, aber ihre Bitte wurde ignoriert. Der Vater - der im Iran als 'Vormund' seiner Tochter gilt - hatte Beschwerde eingereicht, und das Mädchen hatte, nachdem es von der Polizei vorgeladen worden war, den Richter angefleht, sie nicht nach Hause zu schicken, weil sie wusste, dass ihr Vater versuchen würde, sie zu töten. Aus einem Interview nach dem Tod des Mädchens ging hervor, dass der Vater seine Frau wiederholt gebeten hatte, Romina dazu zu bringen,
sich selbst zu töten, weil sie die Familie entehrt hatte."
Christoph Becker
beleuchtet im
faz.net die komplette Untätigkeit der
internationalen Sportverbände im Fall Iran: "Gerade Iran mit seinen 80 Millionen Einwohnern und seiner uralten, höchst lebendigen Sportkultur zeigt, wie Einfluss der internationalen Verbände verlorenging.
Weil es opportun war, die schamlos, teils auf Weisung, teils aus Eigenantrieb ausgelebten Regelverstöße Irans zu ignorieren und auszusitzen, fast immer ohne Konsequenz. Frauen dürfen nicht ins Stadion, wenn Männer spielen:
über Jahrzehnte toleriert. Gegen israelische Gegner treten Iraner nicht an: zu oft hingenommen, während Nachwuchsringer von Chamenei öffentlich beschenkt werden, weil sie israelischen Sportlern aus dem Weg gingen, aus dem Weg gehen mussten."
Nach der
Hagia Sophia will der türkische Staatspräsident
Erdogan jetzt auch die
Al-
Aqsa-Moschee in Jerusalem "befreien" und sich so als neuer Saladin inszenieren,
berichtet Joseph Croitoru in der
SZ. Unterstützt wird er dabei von "
Ali Erbaş, seit September 2017 Präsident der türkischen Religionsbehörde
Diyanet. Gleich nach seinem Amtsantritt schmückte Erbaş seine Twitter- und Facebook-Seite ostentativ mit einem
Foto vom Tempelberg-
Areal - von Osten her aufgenommen, aus dem besetzten Teil der Stadt. So vermied er, dass die von den Juden frequentierte
Klagemauer ins Bild rückt. Diese Perspektive steht im Einklang mit der islamistischen Leugnung des
jüdischen Anspruchs auf den Tempelberg."
Außerdem: Schriftsteller setzen sich
laut Zeit online in einem Appell für den säkularen saudischen Blogger
Raif Badawi ein, der nach wie vor im Gefängnis sitzt und in seiner Gefängniszelle zusammengeschlagen worden sein soll. Zu den Unterzeichnern gehören
Herta Müller und
Georges-Arthur Goldschmidt. Und
Politico.eu bringt einige interessante Grafiken und Statistiken über den wirtschaftlichen und kulturellen
Einfluss Chinas in Europa. Deutschland ist das Land, das bei weitem die
größten Exporte nach China vorweist: 96 Milliarden Euro im Jahr. Der Zweitplatzierte ist Großbritannien mit 33 Milliarden Euro. Dafür gibt es in Großbritannen weit mehr Konfuzius-Institute und chinesische Studenten.