Perlentaucher-Autor

Nicolai Bühnemann

Nicolai Bühnemann, geboren 1980 in Berlin, hat Lateinamerikanistik und Literaturwissenschaft an der FU Berlin studiert. Er schreibt über Film für verschiedene Medien.
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Spitzes Licht, stumpfes Licht, gemaltes Licht, gefilmtes Licht

Im Kino 19.08.2020 Hinreißende Lichtorgien von Kameramann Sean Price Williams und eine recht sympathische Hauptfigur zeichnen Michael Almereydas "Tesla" aus. Leider wäre der gerissene Thomas Edison das interessantere Objekt für ein Biopic gewesen. Schöne Atmosphäre, fliegende, das Gehirn aussaugende Stahlkugeln und eine ansprechende Filmmusik bietet Don Coscarellis Splatterfilm "Phantasm" von 1978. Von Nicolai Bühnemann, Lukas Foerster

Arie aus Licht und Schatten

Im Kino 03.07.2020 "Domino", Brian de Palmas erster Film seit sieben Jahren, erzählt vom größten Krieg des 21. Jahrhunderts: dem Bilderkrieg, den der Westen schon verloren hat. Exzellente Vorlage für den Meister der Suspense-Oper, der diesmal islamische Terroristen, fiese CIA-Agenten und dänische Polizisten zusammenspannt. In Jonas Alexander Arnbys "Suicide Tourist" versucht ein Mann mit der Diagnose Hirntumor fertig zu werden. Doch das selbstbestimmte Sterben gestaltet sich als schwierig. Von Nicolai Bühnemann, Karsten Munt

Die Larvenartigkeit des Arthur Fleck

Im Kino 10.10.2019 Das Elend soll im Elend bleiben - Todd Phillips geht es in seinem "Joker" nicht um gekränkte Männlichkeit, sondern um gesellschaftliche Realitäten. Joaquin Phoenix erzählt das in der Titelrolle virtuos als Geschichte eines zugerichteten, sich eine Vaudeville-Eleganz erobernden Körpers. Louis-Julien Petit erzählt in "Les invisibles" von obdachlosen Frauen und Sozialarbeiterinnen, ihren Kämpfen und Widersprüchen - alles in Cinemascope. Von Nicolai Bühnemann, Thomas Groh

Ins Herz der Finsternis

Im Kino 19.09.2019 Buggyverfolgungsjagden mit Mondpiraten, Kämpfe gegen Paviane in der Schwerelosigkeit, tödliche Energiestrahlen , ödipale Komplexe und dann wieder - Schweben im All, in Selbstreflexion und Zweifeln. Nichts davon erscheint wie ein Fremdkörper in James Grays "Ad Astra". Sylvester Stallone sieht inzwischen zwar aus wie ein Außerirdischer, aber der fünfte Rambo-Film, "Rambo: Last Blood" spielt eher mit Westernelementen, während der Held in seinen nächsten blutigen Rachefeldzug zieht. Von Nicolai Bühnemann, Robert Wagner
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