Im Interview mit der Zeitschrift
L'Histoire, online in der französischen Huffpo,
legt der französische Präsidentschaftskandidat
Emmanuel Macron dar, warum er die Kolonisierung Algeriens ein "
Verbrechen gegen die Menschlichkeit" genannt hat. Er spreche damit nicht auf die Algerienfranzosen oder die Verbrechen im Algerienkrieg an: "Da gab es Ausschreitungen, aber das ist nicht mein Punkt. Ich spreche ganz präzise von den
Bedingungen der Kolonisierung selbst. Wir wissen, dass die ersten Kolonisatoren vor
keinem Mittel zurückgescheut sind, um die begehrten Territorien zu erobern. In Algerien brauchte es siebzig Jahre Krieg und Massaker, um die französische Präsenz durchzusetzen. Ich spreche diese Ausschreitungen nicht als erster an. Das hat schon
Clemenceau im Jahr 1885 getan."
Das von der nationalistischen neuen Regierung drangsalierte Danziger
Museum des Zweiten Weltkriegs ist
eröffnet worden. Holocaust und die Leiden der Zivilbevölkerung gehören zu seinen wichtisten Themen,
berichtet Gabriele Lesser in der
taz, und kein Aspekt des düsteren Geschehens wird verschwiegen: "Fotos von Leichenbergen
verhungerter Sowjetsoldaten in Gefangenenlagern der Wehrmacht erinnern an die Millionen Opfer in der Sowjetunion. Die verschiedenen
Formen der Kollaboration kommen zur Sprache, die meist von den Nazis inspirierten Pogrome der Lokalbevölkerung gegen ihre jüdischen Nachbarn, ebenso wie der Widerstand dagegen. Polen kommt in jedem der Ausstellungssäle vor." In einem Interview mit der Autorin
betont Museumschef
Paweł Machcewicz, dass das Überleben seines Hauses jetzt von einem Gericthsurteil abhängt - falls er unterliegt wird es einem noch nicht exisitierenden
Kriegsmuseum untergeordnet.