Aus den USA kommt die Mode, die eigenen Gene auf die
ethnische Herkunft testen zu lassen. Heraus kommt dann meist, dass man zu so und so viel Prozent dieser oder jener Herkunft sei. Die Firmen, die mit diesen Tests Geld verdienen, verkaufen diese Ergebnisse als "
antirassistisch", weil sie meist Mischungen offenbaren. Aber Philipp Kröger, der zum Thema forscht,
warnt im Blog
geschichtedergegenwart.ch: "Gentests schreiben Vorstellungen, nach denen Ethnizität eine
natürliche Qualität des Menschen sei, fest und lösen diese nicht auf." Kröger spricht von "
biologisiertem Antirassismus, der Gefahr läuft, ein Begehren nach Abstammung und Differenz eher zu festigen als aus der Welt zu schaffen. Kam Rassismuskritik jahrelang ohne die Annahme
tatsächlich existierender Rassen aus, fällt der biologisierte Antirassismus dahinter zurück: Er schreibt das kulturelle Artefakt der Ethnizität als natürliches Programm in die menschliche DNA ein."
"
Extinction Rebellion", die Klimaprotestbewegung, die in Berlin und anderswo den Verkehr lahmlegt, wirkt auf den Schriftsteller
David Wagner in der
FAZ alles andere als rebellisch: "Trotz all der Menschen, 1500, zweitausend werden es wohl sein, zeitweilig mehr, trotz der skandierten Parolen und Durchsagen: Es ist dennoch
leise im Tiergarten.
So leise. Die Blockierer machen keinen Krach und kaum Lärm, nein, im Gegenteil, sie haben den Tiergarten heute befriedet. Nie war so viel Ruhe um die Wipfel. Kein Hauch Fahrtwind vorbeirasender Autos fährt mir durchs Haar."
Etwas weniger idyllisch
betrachtet auf
Zeit online Sasan Abdi-Herrle die Bewegung, die er geradezu
demokratiefeindlich findet: "Der Klimawandel sei größer als die Demokratie, sagt der Mitbegründer der Bewegung, Roger Hallam. Und spricht von einer Revolution, dem Ziel einer politischen Krise. Diese
Verachtung des politischen Systems ist gefährlich. Sie impliziert, dass man die Institutionen überwinden darf, wenn man sich auf der Seite einer größeren Sache und damit im Recht wähnt. Solche Gedankenspiele kennt man auch
vom rechten Rand. Einen solch totalitären Zugang zur Klimawende kann niemand wollen."