Frauen mit Kopftuch würden in der Öffentlichkeit immer häufiger
angegriffen,
behauptet Charlotte Köhler in der
taz und bezieht sich auf Gabriele Boos-Niazy vom "Aktionsbündnis muslimischer Frauen": "Die Frauen würden ihr Verhalten der Angst vor Übergriffen anpassen. 'Die Maßnahmen, die Frauen ergreifen, sind: sich eher
in der Gruppe bewegen, statt allein. Bestimmte Stadtteile vermeiden, sich in öffentlichen Verkehrsmitteln vorsichtig verhalten. Keine Schuhe mit Absatz tragen, überlegen, ob man wirklich
einen langen Rock trägt - all das ist hinderlich, wenn man davonlaufen muss.'"
Es gibt, in der Öffentlichkeit wenig beachtet, bei den
Grünen einen Streit über
Feminismus, den Gita Neumann bei
hpd.de aufgreift. Sie wendet sich dabei gegen die grüne religions- und flüchtlingspolitische Sprecherin
Bettina Jarasch, die sich in einem
Tagesspiegel-
Interview gegen ein Positionspapier (hier als pdf-
Dokument) der grünen Politikerinnen
Ekin Deligöz und
Manuela Rottmann stellte. Diese hatten gefordert, dass Diskriminerung von Frauen
unter Muslimen thematisiert werden müsse. Jarasch wirft ihnen vor, sich vom "gesellschaftlichen Diskurs treiben zu lassen". Gita Neumann dazu: "Das heißt wohl im Umkehrschluss: Die beiden Autorinnen, die in ihrem Diskussionspapier nichts anderes angemahnt hatten als eine ehrliche Debatte auch über Migranten mit einem 'reaktionären Frauenbild', würden Muslime
pauschal verurteilen. Jarasch muss eben
in Diffamierung ihr Heil suchen, wenn sie aus Verblendung und Realitätsverweigerung unfähig ist, auf Argumente und auch auf konkrete Fragen einzugehen."
"Möglicherweise werden wir wieder lernen, Moral, Magie, Technik und Politik neu zusammenzusetzen", überlegt in der
SZ der in
Süditalien lebende Ethnologe
Ulrich van Loyen angesichts des
Klimawandels. Er plädiert fürs
individuelle Handeln, selbst wenn es nutzlos zu sein scheint. "Dafür ein Beispiel: Wo ich lebe, hatte die Regionalregierung ein System des
Müllrecyclings erdacht, das wie anderswo auch auf Mülltrennung basiert. Schade nur, dass es neben mafiös organisierter illegaler Verbrennung nur einen offiziellen 'Inceneritore' gab. Gegen dieses Wissen begannen in meiner Umgebung die Menschen, ihren Müll zu trennen. Sie wurden
belächelt, für verrückt gehalten, aber sie wurden zahlreicher. Und sie zwangen durch ihr
Als-
ob-
Verhalten die Regionalregierung, sich endlich ernsthaft mit Recyclingtechnologien zu befassen. Sie waren einer Politik, die auf die Trägheit ihrer Wähler und auf deren unwandelbare Interessen setzt, voraus. Zumindest war dies dort, wo ich lebe, für die Politik lange Zeit
unvorstellbar gewesen. In Mitteleuropa vermutlich auch. In Zeiten der zusammenbrechenden Maßstäbe erschließt man sich
das Vorstellbare durch das Handeln, nicht umgekehrt."
In der
NZZ empfiehlt der schottische Historiker
Niall Ferguson, eher auf Björn Lomborg zu hören als auf Greta Thunberg. Der Planet erwärme sich, egal was wir tun. "Entscheidend ist, wie Lomborg sagt, dass jedes Jahr bei weitem mehr Menschen
aufgrund von Armut sterben als infolge der globalen Erwärmung. Ein CO2-Emissionsziel ist nicht das optimale Ziel, wenn dadurch Millionen in Armut gefangen bleiben, ganz zu schweigen von Unwissen und schlechter Gesundheit ... Wir werden
uns anpassen und von den technologischen Neuerungen profitieren, die allmählich verbessern werden, wie wir elektrischen Strom erzeugen und speichern und uns vor Überflutungen schützen."