"Es ist tatsächlich Gewalt, die von dem
virtuellen Raum ausgeht",
schreibt Tanja Tricarico in der
taz zum Suizid der österreichischen Ärztin
Lisa-Maria Kellermayr, der viel Aufsehen erregt. Kellermayr war in Österreich eine der prominentesten
Warnerinnen vor Corona und spielte wohl eine Christian Drosten vergleichbare Rolle. Monatelang war sie bedroht worden. Colette M. Schmidt und Oliver Das Gupta
bringen einen ausführlichen Nachruf im
Standard: "In ihrer Ordination lässt die Ärztin
Sicherheitsvorkehrungen einbauen, die rund 100.000 Euro kosten. Sie schafft das finanziell nicht mehr, und sie hat große Angst, auch um ihre Mitarbeiterinnen. Sie engagiert einen privaten Security-Mann, der immer wieder Praxisbesuchern
Butterflymesser abnimmt. Ende Juni schließt Kellermayr ihre geliebte Ordination. Sie holt sich psychologische Hilfe. Sie wendet sich verzweifelt an die Öffentlichkeit,
fordert Polizeischutz. Die Landespolizeidirektion Oberösterreich und die Ärztekammer richten ihr aus, sie solle sich doch
öffentlich zurückhalten."
Die
Dürre betrifft viele wüstennahe Gegenden in den USA natürlich noch viel mehr als Deutschland. Der Staat
Nevada hat inzwischen
überflüssige Rasenflächen verboten, und das ist richtig so,
findet Akin Olla im
Guardian. Ob eine solche Diskussion auch nach Deutschland kommt? "Nach Angaben der Environmental Protection Agency macht der Wasserverbrauch im Freien für Rasen und Gärten
60 Prozent des Wasserverbrauchs der Haushalte in den trockenen Gebieten des Landes aus. Und im Gegensatz zum Wasserverbrauch in Innenräumen geht ein großer Teil dieses Wassers durch
Verdunstung und Abfluss verloren. Alles in allem verbrauchen amerikanische Rasenflächen jedes Jahr 13 Milliarden Liter Wasser - genug Trinkwasser
für Milliarden von Menschen pro Jahr."
Steve Ayan, Psychologe und Redakteur bei Gehirn & Geist
hat in der
taz zwar duchaus Verständnis für eine gute Absicht hinter dem
Gendern, bleibt aber wegen des politischen Drucks, den die neuen Sprachreglungen ausüben, skeptisch: "Das
Moralisieren des Mitmeinens (Wer nicht gendert, hat etwas gegen Gleichberechtigung) fördert die Zersplitterung. Oder wie kommt es, dass viele so erbittert um Sternchen und Partizipien streiten? Ist es nicht einfach nur zeitgemäß, sprachliche Konventionen im Sinn der Gleichberechtigung zu reformieren? Das Problem ist die Doppelbödigkeit dieses
scheinbar harmlosen Wunsches, denn das Gendern setzt viele Menschen unter Druck. Jeder sieht plötzlich alt aus, der weiter generische Maskulina benutzt. Man fühlt sich an den Rand gedrängt; wird genötigt mitzuspielen oder sich zu erklären. Man kann sich nicht nicht zum Gendern verhalten."
Gleichzeitig
wendet sich eine Gruppe von zunächst siebzig Sprachwissenschaftlern in einem online veröffentlichten Aufruf an die
Öffentlich-Rechtlichen Sender mit der Aufforderung, das Gendern zu lassen: "Wir fordern die
Abkehr von einem Sprachgebrauch, der stark ideologisch motiviert ist und überdies - so zeigen es alle aktuellen Umfragen - von der
Mehrheit der Bevölkerung (circa 75 bis 80 Prozent) eindeutig abgelehnt wird. Es ist bedenklich, wenn immer mehr Journalisten in Unkenntnis der sprachwissenschaftlichen Fakten den Jargon einer lautstarken Minorität von Sprachaktivisten in der Öffentlichkeit verbreiten und sich hierbei fälschlicherweise auf "Sprachwandel" berufen." In der
FAZ berichtet Michael Hanfeld über diesen Aufruf.
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Tagesspiegel.