Der Begriff "
White Privilege" gibt keinen Sinn,
findet Kenan Malik in seinem Blog. Rassismus sei der bei weitem treffendere Begriff: "Im Kampf für Gleichheit ist ein 'Privileg' etwas, das man beseitigen oder reduzieren möchte. Die Frage ist also: Worin besteht das zu beseitigende Privileg von jemand, der
arm und weiß ist? In nichts. Was man eigentlich will, ist doch die Beseitigung von Diskriminierung, der viele Minderheitengruppen ausgesetzt sind, nicht die Reduzierung des Privilegs von jemandem, der keins besitzt. Nochmals, deshalb ist es besser, das Problem als eines
des Rassismus und nicht des weißen Privilegs zu formulieren. Es ist
kein '
Privileg' zu leben, ohne ungleich behandelt zu werden oder der Unterdrückung ausgesetzt zu sein. Das sind
Grundrechte, die alle besitzen sollten. Die Abwesenheit von Unterdrückung, Diskriminierung oder Fanatismus als 'Privileg' zu bezeichnen, bedeutet, den Begriff der Gerechtigkeit auf den Kopf zu stellen." Malik antwortet mit seinem Artikel auf ein
BBC-
Video des Psychologenj John Amaechi über den Begriff des "White Privilege".
Leider ist die Behauptung "die Sprache sei ja
immer im Wandel, deshalb seien gezielte Eingriffe ganz normal", im Bezug auf das
Gendern nicht ganz wahr, schreibt der Sprachwissenschaftler
Horst Haider Munske in der
Welt. Denn die
Strukturen der Sprachen sind sehr stabil, was sich wandelt ist in der Regel der
Wortschatz. Wer die Sprache also modernisieren will, muss
pragmatisch vorgehen: "Die Linguistik ist nicht per se Gegner der Geschlechtersensibilität, sie hat die Aufgabe aufzuklären und Wege des Möglichen aufzuzeigen. Dazu haben bereits viele Empfehlungen beigetragen. Wir befinden uns zurzeit in der Phase des Testens. Was ist praktikabel, was hilfreich, was geht nicht? Jeder hat das Recht sich zu entscheiden."
Die Amerikaner erfinden gerade
das Auto neu, erzählt in der
SZ ein faszinierter Andrian Kreye. Nicht Tesla,
Ford ist die Marke der Stunde. Die hat das meistverkaufte Auto Amerikas, den Pickup Truck Ford F-150, so als E-Auto umgebaut, dass es
auch Cowboys gefällt: Der elektrische F-150 ist nämlich nicht nur ein Auto, er soll "ein Einfamilienhaus
drei Tage lang mit Strom versorgen" können. "Es geht um die Erkenntnis, dass ein Elektro-Auto kein schlichtes Fahrzeug ist, sondern auch ein rollendes Kraftwerk sein kann. Das schließt die immer häufigere Erfahrung der Amerikaner ein, dass Naturkatastrophen
ganze Landstriche lahmlegen. Wirbel- und Schneestürme, Feuersbrünste, Erdrutsche, Fluten, Schwerwetterphänomene aller Art. Das ist die neue Wirklichkeit. Ob die nun von Gott, der Technologie oder dem Kapitalismus geschaffen wurde, ist erst einmal egal, solange man sich mit so einem F-150 von den Launen dieser Naturgewalten
unabhängig machen kann."
Hier kann man sehen, wie das läuft.