9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Medien

2342 Presseschau-Absätze - Seite 132 von 235

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.08.2018 - Medien

Laut der repräsentativen Studie "New Storytelling" der Initiative Nextmedia gibt es Entwarnung für den Print-Journalismus, schreibt Joachim Huber im Tagesspiegel: "Am Fortbestand der gedruckten Tageszeitung äußerten 52 Prozent und insbesondere die über 30-Jährigen keinen Zweifel. Quasi über alle Altersgruppen hinweg werden auch Fachmagazinen gute Chancen im Medienmarkt gegeben. Deutlich düsterer zeigt sich das Meinungsbild bei Nachrichtenmagazinen (nur 29 Prozent der Befragten zeigen sich optimistisch), Boulevardzeitungen/-zeitschriften (26 Prozent), auf den schlechtesten Wert kommen Kundenmagazine mit 18 Prozent."

Trumps Tweets eignen sich in ihrer Schlichtheit bestens, um von Algorithmen "widerspruchsfrei" ausgewertet werden zu können, erklärt Adrian Lobe in der NZZ. Aber: "Der Boston Globe berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Weißen Haus, dass Trump nicht alle seiner Tweets selbst verfasse und seine engsten Berater absichtlich grammatikalische Fehler in die Tweets einbauten, um so zu klingen wie der echte Donald Trump. Die montierten Aussagen enthielten unter anderem die für Trump typischen Ausrufezeichen, die Großschreibung bestimmter Wörter sowie Fragmente. Bevor ein Tweet in die Welt gesetzt wird, muss er ein internes behördliches Genehmigungsverfahren durchlaufen. Die Kommunikationsstrategen unterbreiten Trump dabei drei oder vier Serviervorschläge, von denen der Präsident dann einen auswählt. Manchmal ändere Trump auch das Wording."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.08.2018 - Medien

Im FR-Interview mit Bernhard Honnigfort spricht der Politikwissenschaftler Thomas Kliche über das schlechte Ansehen von Journalisten und Politikern in der Bevölkerung, Kumpelwirtschaft, den "Brechreiz", den er angesichts gängiger Talkshow-Formate bekommt, die Mitverantwortung der Zuschauer und den Druck der Medien: "Es geht um Quoten und Auflagen, nicht um Wahrheit und Aufklärung. Zeitungen müssen Leser glücklich machen, und die öffentlich-rechtlichen Sender müssen um Popularität kämpfen, seit die Populisten in ganz Europa ihre Abschaffung verlangen oder sie gleichzuschalten anfangen wie in Polen oder Ungarn. Kann man ja politisch und wirtschaftlich alles verstehen. Aber viele Journalisten kostet das die Existenz, weil zum Beispiel nur noch kleine Redaktionen für ganze Mediengruppen arbeiten. Es herrscht enormer Anpassungszwang: Was kommt gut an? Und da sind halt die gängigen Themen mit den gängigen Gesichtern eine sichere Bank."

Bülent Mumay erzählt in seiner FAZ-Kolumne, wie die "vierte Gewalt" agiert, wenn man sie kräftig unter Druck setzt: "Um zu überleben, ist der Großteil der Mainstreammedien darauf bedacht, sich bloß keinen Fehler der Regierung gegenüber zu leisten. Berichte, die dem Palast nicht gefallen könnten, werden entweder nicht gebracht oder abgeschwächt und kaum auffindbar platziert. Die Fernsehnachrichten machen mit Erdogan-Statements auf, den Rest der Beiträge aus dem In- und Ausland bringen sie monoton wie Agenturmeldungen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.08.2018 - Medien

Im Zeit-Interview über Jeff Bezos, die Washington Post und die Berichterstattung über Donald Trump wendet sich der amerikanische Medienwissenschaftler Jay Rosen auch der hiesigen Berichterstattung über die AfD zu: "Ich glaube nicht, dass man einfach etwas von amerikanischen Journalisten übernehmen könnte. Aber man muss die USA als mahnendes Beispiel ernst nehmen. Eine Lehre ist: Wer über Rechtspopulismus einfach nur berichtet, wird ein Teil von ihm. ... Trump lebt von der Kontroverse. Gewissermaßen lebt er sogar vom Hass gegen ihn, denn der hilft ihm, das Land weiter zu polarisieren. Wenn ein Medium nicht zu einem Teil der rechtspopulistischen Agenda werden möchte, dann muss es eine eigene reporting agenda entwickeln und öffentlich machen."

Die Bundesländer beraten über einen neuen Medienstaatsvertrag für die Öffentlich-Rechtlichen. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm zeigt ihnen im Tagespiegel schon mal, wo der Hammer hängt und beharrt darauf, dass wir bereits jetzt in der besten alle möglichen Welten leben: "Es kann nicht im gesellschaftlichen Interesse liegen, dass sich ARD, ZDF und Deutschlandradio darauf beschränken müssen, die Lücken und Nischen zu füllen, die kommerzielle Anbieter nicht abdecken, weil sie damit kein Geld verdienen können. Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk alle Menschen erreichen will und erreichen soll, dann gehören Sport und Unterhaltung genauso dazu wie Bildung, Kultur und Information." Mit Stolz verweist Wilhelm darum auch auf die starke Schmonzettenproduktion der Sender.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.08.2018 - Medien

Simone Schlindwein erzählt in der taz die Geschichte der drei russischen Journalisten, die in Zentralafrika erschossen wurden sind und die im Auftrag des Medien-Startups "Zentrums für Recherchemanagement" (ZUR) des Kreml-Kritikers Michael Chodorkowski recherchierten. Offenbar waren sie russischen Södnern auf der Spur, die im Auftrag eines Oligarchen eine Goldmine gegen marodierende Islamisten absicherten: "Berichten zufolge hatte die russische Mineralienfirma M-Invest zu Beginn des Jahres die Konzession Ndassima zugesprochen bekommen, als 'Belohnung' für das russische Militarengagement in der Zentralafrikanischen Republik."

Im Zeit-Interview mit Julia Jaki erzählt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, dass seit der Trump-Wahl die Spenden für Wikipedia gestiegen sind, was Wikipedia gegen Fake-News unternimmt und wie er sich mit seiner neuen Plattform WikiTribune die Zukunft des Journalismus vorstellt: "Das Finanzierungsmodell ist schon lange am Boden, der finanzielle Druck ist riesig und zwingt selbst qualitativ hochwertige Medien dazu, Clickbaitschlagzeilen zu verfassen. Gleichzeitig weiß ich, dass es eine tolle Gemeinschaft gibt, die mit Leidenschaft Sachverhalte verifiziert. Reiner Bürgerjournalismus beantwortet nicht alle Fragen, es gibt Dinge, für die man professionelle Journalisten braucht. So kam es zu dem Hybridmodell: professionelle, bezahlte Journalisten und eine Community, die diese unterstützt. Wenn wir das hinbekommen, dann können wir Kosten senken und die Journalisten besser bezahlen."
 

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.08.2018 - Medien

Nachdem das Bundesverfassungsgericht neulich die Rechtmäßigkeit der jetzigen Rundfunkgebühren besiegelt hat, stellt der Rechtsprofessor Hubertus Gersdorf  in der FAZ doch noch mal die Frage, "ob der Staat den Einzelnen zu einer Gegenleistungsabgabe heranziehen darf, wenn dieser den mit der Abgabe abzugeltenden Vorteil nicht in Anspruch nehmen möchte. Einer kürzlich veröffentlichten repräsentativen Umfrage zufolge würden 42 Prozent der Bevölkerung für ARD und ZDF nicht freiwillig zahlen. Für sie stellt das Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine aufgedrängte Bereicherung dar, auf die man nur allzu gerne verzichten würde ('Zwangsgebühr')." Man könnte eine Freiwilligkeit herstellen, so Gersdorf, wenn die Sender - wie jetzt schon die Privaten - verschlüsselt ausgestrahlt würden.

Außerdem: In der FAZ meldet Kerstin Holm, dass drei russische Journalisten, die in der Zentralafrikanischen Republik über russische Söldner recherchiert haben, ermordet worden sind - sie waren im Auftrag des Investigationszentrums ZUR des im Exil lebenden Kremlkritikers Michail Chodorkowskinach Afrika gereist.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.07.2018 - Medien

Genüsslich breitet Jan Fleischhauer im Spiegel (leider nicht online) den Streit innerhalb der Zeit-Redaktion aus - bekanntlich hatte Mariam Lau Zweifel an der privaten Seenotrettung thematisiert, im Rahmen eines "Pro und Contra", das durch die Überschrift "Oder soll man es lassen" irritierte (unsere Resümees). In den folgenden Editorial distanzierte sich die Chefredaktion der Zeit von Lau. Der eigentliche Chefredakteur Giovanni di Lorenzo war zu der Zeit in Urlaub. Fleischhauer schildert das Verhältnis zwischen di Lorenzo und seinem Vize Bernd Urlich, das doch recht distanziert sei (obwohl beide katholisch sind, der eine sogar vegan): "Auseinander kommen sie aber auch nicht. Ulrich wird gebraucht, weil er einen wichtigen Teil der Leserschaft bindet. Das weiß er, und das sichert seine Stellung. Andererseits kommt er an di Lorenzo nicht vorbei, weil ihm niemand im Holtzbrinck-Verlag, dem die Zeit gehört, die Chefredaktion anvertrauen würde, jedenfalls nicht, solange di Lorenzo seinen Posten nicht freiwillig räumt. So sind sie aneinandergekettet."

Außerdem: Georg Löwisch, Chefredakteur der taz, und Plutonia Plarre schreiben den Nachruf auf ihre Kollegin Barbara Bollwahn, die im Alter von 54 Jahren gestorben ist.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.07.2018 - Medien

Drei jüdische Wochenzeitschriften in Großbritannien protestieren in einer gemeinsamen Seite 1 gegen Antisemitismus in der Labour-Partei und Jeremy Corbyn, berichtet Frederik Schindler in der taz. Grund ist, dass die Labour-Partei eine international anerkannte Definition des Antisemitismus nicht anerkennt und etwa die Gleichsetzung Israels mit den Nazis nicht von ohne Weiteres als antisemitisch ansieht (unser Resümee). "Die Aktion der drei jüdischen Zeitungen ist durchaus einmalig in der Medienlandschaft. Marcus Dysch, Jewish-Chronicle-Mitherausgeber, bezeichnete sie auf Twitter als 'absolut beispiellos'. Die drei Blätter sind eigentlich Konkurrenten im umkämpften Zeitungsmarkt. Nach Frankreich hat Großbritannien mit bis zu 300.000 Mitgliedern die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Europa. Offenbar ist die Sorge und Wut über die Vorgänge in der Arbeitspartei so groß, dass man sich zu diesem geschlossenen Auftritt genötigt sah."

Im SZ-Interview mit Ulrike Nimz spricht die Politologin und Journalistin Andrea Röpke, die vor allem in der rechtsextremen Szene recherchiert, über die Zunahme auch körperlicher Angriffe auf Journalisten. Sie sagt außerdem: "Wir müssen uns aber im Klaren sein, dass ein Teil der Menschen nicht mehr überzeugt werden will. Die rechte Szene hat ihre Basis im Internet. Als die Flüchtlinge kamen, entstanden Hunderte regionaler Anti-Asyl-Seiten in den Sozialen Netzwerken. Die Administratoren waren rechte Akteure, Politprofis auch aus der NPD. Nach außen aber sah es so aus, als hätten hunderte Privatleute dieselbe Idee gehabt. Man hat Communitys Gleichgesinnter geschaffen, Gegenmedien aufgebaut, die sich nicht mit demokratischen Grundwerten aufhalten. Die AfD profitiert von dieser Graswurzelarbeit. Bei Facebook ist sie die mit Abstand stärkste Partei."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.07.2018 - Medien

Die Meldung, dass die Einnahmen aus der Digitalausgabe des Guardian inzwischen die Printeinnahmen überholt haben, findet Peter Weißenburger in der taz etwas beschönigend. Denn das habe vor allem "damit zu tun, dass die Printauflage seit Jahren dramatisch sinkt. Von über 200.000 Stück Anfang des Jahrzehnts, auf mittlerweile 160.000. Und so steht dem Zuwachs um 15 Prozent im digitalen Bereich ein Schrumpfen um 10 Prozent im Printbereich gegenüber. Zwar ist die digitale Strategie des Guardian erfolgreich. Aber hier haben eher die Printeinnahmen die Onlineeinnahmen 'unterholt' als umgekehrt. Millionenverluste macht der Verlag weiter."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.07.2018 - Medien

Noch ist die Debatte um das "Pro und contra" der Zeit zu privaten Seenotrettern und Mariam Laus "Contra" (unsere Resümees) nicht ganz abgeschlossen. Gestern brachte die Chefredaktion der Zeit eine (jetzt online stehende und stark kommentierte) Erklärung dazu, die Welt-Autor Thomas Schmid als ziemlich heuchlerisch empfindet: "Sie hat sich nicht hinter ihre Kollegin gestellt, deren demokratische und liberale Gesinnung unbestreitbar ist. Sie hat sich vielmehr in einem bigotten Text von ihr distanziert. Natürlich nicht auf die plumpe Art, sondern sehr gewunden... In Wahrheit wurde die Redakteurin an den Pranger gestellt, innerredaktionell ausgegrenzt."

Anja Maier in der taz kann die Kritik an der Erklärung nicht verstehen: "Die Autorin des Contra-Beitrags werde an den Pranger gestellt, aus der Gesamtredaktion ausgegrenzt. Was für ein Trigger-Bullshit." Vielleicht sollte man vor dem Weiterdiskutieren einfach mal Mariam Laus Reportage (kostenlos, aber man muss sich anmelden) von 2017 über die Flüchtlingshelfer auf See lesen. Und auch dieser Kommentar Laus zeigt, dass "ertrinken lassen" für sie sicher keine Option ist.

Ganz melodramatisch wird Thomas Knüwer in seinem Blog Indiskretion Ehrensache, der der Zeit vorwirft, "rechtsextremen Gedanken den Weg ins Bildungsbürgertum" zu öffnen und das sogenannte "Overton-Fenster", also den Rahmen des politisch gerade noch Sagbaren, ohne dass den Hanseaten die Goldknöpfe vom Blazer platzen, zu verschieben. Auch Knüwer insistiert, wie schon einige in der Debatte, dass man bestimmte Sachen einfach nicht sagen dürfe: "Rechte Kreise versuchen auch hier das Overton-Fenster zu verschieben. Sie bezeichnen es als 'Zensur' oder 'Denkverbot', wenn hetzerische Texte nicht veröffentlicht werden und bereiten damit der Idee einen Boden, dass auch extreme Meinungen Raum bekommen dürfen. Motto: 'Das wird man doch mal andenken dürfen.' Nein, darf man nicht, soll man nicht. Solche Meinungen dürfen gern im Hallraum der rechten Filterblase, von Tichys Einblick bis Kopp-Verlag versanden. Wer ihnen Raum gibt, der macht sie gesellschaftsfähig und unterstützt sie dadurch. So wie Die Zeit. Und dabei ist Laus Text keine Ausnahme."

Ziemlich deprimierend lesen sich die jüngsten, bei Meedia analysierten IVW-Zahlen der Verlage - also die Zahlen der für Werbetreibende ermittelten tatsächlichen Auflagen der Medien. Zu den Zeitschriften schreibt Jens Schröder: "Dramatische Verluste von 14,6 Prozent verbucht unterdessen der Stern. Nur noch 315.934 Exemplare setzt das G+J-Magazin per Abo und Einzelhandel ab - eine dramatische Entwicklung. Der Spiegel liegt inzwischen bei 530.657, verlor diesmal ebenfalls deutliche 7,5 Prozent." Beide Magazine hatten einmal Auflagen um eine Million Exemplare. Bei den Zeitungen sieht es laut Schröder nicht so viel anders aus: Die Bild-Zeitung ist um 10 Prozent gefallen, die Auflage der FAZ liegt inzwischen bei unter 200.000, die der Welt bei 83.000.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.07.2018 - Medien

Die Zeitungen begrüßen mehrheitlich das Karlsruher Urteil zum Rundfunkbeitrag. "Die gemeinschaftliche Finanzierung bestimmter Güter und Dienstleistungen gehört zur DNA unserer Verfassung", meint ZDF-Intendant Thomas Bellut im FR-Gespräch mit Pitt von Bebenburg und winkt bei Kritik ab: "Unabhängige Medien sind ein Feindbild rechter Bewegungen. In einigen europäischen Ländern, in Ungarn und Polen etwa, erleben wir, wie schnell die Unabhängigkeit verloren gehen kann. Das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist heute wichtiger denn je. Auch weil die Digitalisierung die Kommunikation an sich gravierend verändert. Noch nie war es so einfach, Informationen zu manipulieren oder Meinungen zu beeinflussen. In dieser Zeit braucht eine freie Gesellschaft starke unabhängige Qualitätsmedien, zu denen auch die Zeitungen gehören, um ein Gegengewicht zu behalten." Könnte man den schnellen Sturz der Öffentlich-Rechtlichen in Polen und Ungarn nicht gerade auch als Beweis des Gegenteils sehen?

Michael Hanfeld ist mit dem lieben Frieden, den das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil nun in Beton gegossen hat, nicht ganz so einverstanden: "Die Grundsatzfrage, was das für ein Beitrag ist für eine Leistung, die man nicht will, nicht nutzt oder gar nicht empfangen kann (wie vor Verwaltungsgerichten verhandelt), wird mit dem Hinweis auf den allumfänglichen Nutzen, den die schiere Möglichkeit des Empfangs von ARD, ZDF und Deutschlandradio darstelle, beantwortet."

Wenn die Öffentlich-Rechtlichen "Vielfalt gewährleisten" sollen, müsste im Prinzip auch Schluss sein mit den Attacken auf die AfD, ärgert sich Thorsten Knauel in der Welt: "Ist es so schwer, zu urteilen: Wer kein Empfangsgerät haben will, weil er den Rundfunk nicht hören will, kann austreten, so wie aus der Kirche? Und wenn es heißt, dann könnten solche Verweigerer ja woanders doch noch indirekt am Rundfunk partizipieren: Hören ausgetretene Kirchenmitglieder nicht ebenfalls noch die Glocken?"

Weitere Artikel: In der NZZ preist Paul Jandl das Zeitunglesen als Kulturtechnik der Kontemplation. In einem zweiseitigen Interview im Wirtschaftsteil der Zeit bestreitet Ex-Fernsehspielchef des WDR Gebhard Henke Vorwürfe, Frauen sexuell belästigt zu haben. Der WDR hat ihn deshalb fristlos entlassen.