Joe Biden hat bei dem U-Boot-Pakt mit Australien (Aukus,
unsere Resümees) mit bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit gezeigt,
wie unwichtig für ihn Nato-Partner wie Frankreich sind. Aber er hat auch Europa gezeigt, wie unwichtig es ist, meint Stefan Kornelius in der
SZ. Man betrachte nur die neue
Indo-
Pazifik-
Strategie der EU: "Handelsbeziehungen, Multilateralismus, Infrastrukturhilfe, vielleicht ein paar Sanktionen. Für die harte Realität des strategischen Wettlaufs im Pazifik ist sie nicht geschaffen. Dort werden Einfluss, Gebietsansprüche, Machtprojektion mit
harter militärischer Währung erkauft." Europa habe weder die Sprache, noch eine Strategie, um mitzuhalten. "Es ist, diese Wahrheit gehört eine Woche vor der Bundestagswahl dazu, vor allem
Deutschland, das zu dieser Unentschlossenheit und Diffusität beiträgt."
"Es ist weiter unabdingbar, dass der Westen diplomatisch zu einer
einheitlichen Stimme findet. In den USA gibt es gegenüber China einen parteiübergreifenden strategischen Konsens", warnt in der
NZZ Junhua Zhang vom European Institute for Asian Studies (EIAS). "Europa dagegen zeigt sich unentschlossen und lässt sich bis zum internen Streit von China auseinanderdividieren. Zwischen dem
EU-
Parlament, das eine harte Haltung vertritt, und der äußerst vorsichtig agierenden
EU-
Kommission gibt es keine Übereinstimmung", schreibt Zhang und nennt als Beispiel die inoffiziellen Sanktionen, die China gegen
Litauen verhängt hat, weil dieses ein Vertretungsbüro in Taiwan gründete - die Europäische Kommission, welche die Interessen aller EU-Mitgliedstaaten zu vertreten hätte, hielt sich bedeckt, als es darauf angekommen wäre, Stärke zu markieren."
Das Leben wurde letzte Woche etwas gefährlicher,
fürchtet Simon Tisdall im
Guardian. "Der Pakt spricht Bände über die
westliche Heuchelei in Bezug auf die Verbreitung von Atomwaffen. Mit Hilfe der USA erhält Australien hochentwickelte Technologie, mit angereichertem Uran betriebene Reaktoren von der Stange und das neueste Know-how. ... Was wird
Teherans neu installierte Hardliner-Führung, die von Feinden umgeben ist, von diesem jüngsten Beweis für die Verachtung des Westens für die
Nichtverbreitungsprinzipien halten, die er angeblich hochhält?"
Für die
Chinesen muss Aukus ein Geschenk des Himmels sein,
glaubt Urs Wälterlin in der
taz. "Ohne einen einzigen Schuss abgefeuert zu haben, hat Peking die erste Schlacht im Konflikt mit dem neuen Bündnis gewonnen. Es wird Jahre dauern, bis Canberra den
Vertrauensverlust mit Frankreich wieder gutgemacht hat, wie auch mit pazifischen Kleinstaaten, die der australischen Regierung jetzt noch weniger trauen dürften".
In Afghanistan haben die
Taliban das Frauenministerium aufgelöst und durch ein "
Tugendministerium" ersetzt,
berichtet unter anderen die Zeit. "Ein derartiges Tugendministerium war während der ersten Taliban-Herrschaft zwischen 1996 und 2001 unter anderem für
Auspeitschungen von Frauen verantwortlich." Außerdem wurden Mädchen und Frauen von
weiterführenden Schulen ausgeschlossen und weibliche Angestellte der Regierung von Kabuls Bürgermeister Hamdullah Namony aufgefordert, künftig zu Hause zu bleiben,
meldet der
Guardian. "Namony sagte, die weiblichen Beschäftigten seien angewiesen worden, bis zu einer weiteren Entscheidung zu Hause zu bleiben. Er sagte, es seien Ausnahmen für Frauen gemacht worden, die nicht durch Männer ersetzt werden konnten, darunter einige in den Abteilungen Design und Technik und die
Aufseherinnen der öffentlichen Frauentoiletten."