
Der große irische Schriftsteller (und eminente Kunstkenner)
John Banville (mehr
hier)
bespricht "Seek My Face", den neuesten Roman von
John Updike, in dem es um Kunst geht. Genauer: Um einen nur
leicht fiktionalisierten Jackson Pollock und dessen Witwe, der Malerin Lee Krasner (mehr
hier), die im Roman Hope Chafetz heißt. Erzählt wird deren Lebensgeschichte in
Interviewform, manches - nicht nur die Namen - ist hier freilich anders als es sich im wirklichen Leben ereignet hat. Gelungen ist das Experiment nicht ganz, meint jedenfalls Banville. "Updike has attempted to meld art criticism, or at least art history, with fiction. The result is
a fascinating but not entirely successful hybrid." Am besten gefällt Banville die Schilderung des Verhältnisses der alten Hope und der
jungen Journalistin Kathryn, die das Interview führt (und die der Erzähler, wie wir erfahren, bis auf die Toilette begleitet). Der
Haupteinwand richtet sich gegen die
Darstellung Pollocks, den überzeugend zu verlebendigen Updike nicht gelinge. Schlimm aber ist das nicht: "In this novel he may not succeed in finding the face he seeks; nevertheless the search throws up other discoveries, other recognitions,
other illuminating revelations." Hier eine
Leseprobe.
Anlässlich einer soeben erschienenen Biografie (
hier das erste Kapitel) wird der Schriftsteller
L. Frank Baum (
Biografie)
vorgestellt, der auch in den USA halb vergessen ist - und zwar nicht zuletzt wegen des überwältigenden Erfolgs, den die Verfilmung seines Romans
"Wonderful Wizard of Oz" (1900 erschienen) hatte. Der
Film mit Judy Garland ist längst ein amerikanisches
Nationalheiligtum, das Buch - beziehungsweise die ganze Serie von Oz-Büchern (alle im Netz zu lesen
hier), die bis zu Baums Tod im Jahr 1919 folgte - steht noch immer in seinem Schatten. Zu Unrecht, meint die Rezensentin Brooke Allen, der Roman lese sich, gerade im Vergleich mit dem Film,
erfrischend unsentimental.
Politische Bücher: Daniel Levitas Buch
"The Terrorist Next Door" über die
radikale Rechte Amerikas hält
laut Mark Silk auf überzeugende Weise die Erinnerung daran wach, dass gemeingefährliche Irre in den USA
nicht arabischer Herkunft sein müssen. (Erstes Kapitel
hier.) Und dann hat Al Gore (Sie erinnern sich?) noch ein neues Buch (
"Joined At The Heart" - erstes Kapitel
hier) geschrieben, gemeinsam mit seiner Ehefrau Tipper. Es geht darin um amerikanische Familienwerte und das ganze hätte,
meint Robin Toner, durchaus schlimmer ausfallen können.
Die Krimi-Kolumne: Deutschlands liebster Skandinavier
Henning Mankell ist gerade dabei, auch in den USA eine
feste Genre-Größe zu werden. Der einflussreichen Rezensentin Marilyn Stasio
gefällt er jedenfalls, der "reflective detective" Wallander, den Roman "Firewall" (zu deutsch:
Die Brandmauer) lobt sie als
"thinking man's thriller". Ebenfalls gut weg kommen Krimis von
Andrea Camilleri und
Jean-Patrick Manchette.