
In einem Artikel der aktuellen Ausgabe
fragt sich Dexter Filkins, was aus
Afghanistan wird, wenn die US-Truppen abziehen. Die Verhandlungen mit den
Taliban gestalten sich schwierig: "Die Unterhändler der afghanischen Regierung müssen Zugeständnisse machen oder die Gespräche werden scheitern und die westlichen Länder werden die Bevölkerung allein lassen. 'Ich werde mit Zähnen und Klauen für die Rechte kämpfen, die wir uns erobert haben, aber es besteht das Risiko, diese Rechte wieder einzubüßen', sagt
Fatima Gailani, Delegierte der Regierung und Frauenrechtlerin. Ein Ort, um dieses Risiko besser einzuschätzen, ist das Center für die Entwicklung der
Kompetenzen von Frauen in Kabul. Es gibt Näh- und Cateringkurse in Zusammenarbeit mit einem Restaurant. Das Center bietet auch Frauen und Kindern Schutz, die vor den Gefahren einer Gesellschaft fliehen, in der in vielen Teilen weiterhin uralte Gesetze herrschen. Fast jeden Tag kommt eine Frau, die
vor einer Zwangsheirat geflohen ist oder sich scheiden ließ und von ihrer Familie
verstoßen wurde … Würde dieser Schutzraum ein Taliban-Regime überleben?" Was Frauen blüht, die sich emanzipieren, konnte man zuletzt
im Januar sehen, als
zwei Richterinnen in Kabul auf dem Weg zur Arbeit
erschossen wurden.
Für einen anderen
Beitrag besucht Ian Urbina die Einwohner von Bolong Fenyo, einem Küstenort in
Gambia, wo die globale Fischfarm-Industrie große Umwälzungen in Gang setzt - auf Kosten der Einheimischen: "Die am schnellsten wachsende Lebensmittelsparte ist die
Aquakultur, sie ist 160 Milliarden Dollar schwer und verantwortlich für ca. die Hälfte des weltweite Fischkonsums. Während der Pandemie ging der Verkauf in Restaurants und Hotels zwar zurück, doch dafür aßen die Leute zu Hause mehr Fisch. Die USA importieren 80 Prozent ihrer Meeresfrüchte, hauptsächlich aus Aquakulturen, vor allem aus China … Einerseits
profitiert die Umwelt davon. Richtig ausgeführt verbraucht Aquakultur weniger Frischwasser und Ackerland und produziert weniger Kohlenstoff als herkömmliche Landwirtschaft. Aber es gibt versteckte Kosten. Wenn Millionen Fische zusammengepfercht leben, produzieren sie eine
Menge Abfall. Die Folge ist eine dicke Schleimschicht auf dem Meeresboden, die Pflanzen und andere Tiere erstickt. Der Stickstoff- und Phosphorgehalt nimmt zu und führt zu Algenwachstum und dem Absterben einheimischer Wildfische. Außerdem werden Touristen abgeschreckt."