
Im Debattenteil
denkt Eugeno Scalfari, Gründer von
la Repubblica, darüber nach, ob man sich bei Bush
für den Irakkrieg bedanken müsse. Immerhin, schreibt er am Ende seines Beitrags, sind zumindest "Anzeichen für Freiheit und Demokratie" im Irak erkennbar. "Aber vorerst haben die USA ein Land mit
Ruinen und Toten übersät. Es heißt, Bush werde dafür vor der Geschichte und der Nachwelt gerade stehen müssen. Doch das
Urteil der Nachwelt ist nur für die Nachwelt von Interesse. Den heute Lebenden kann es reichlich egal sein. Sicher, für jene, die daran glauben, wird es das Jüngste Gericht geben. Doch wenn ein Mann überzeugt ist, Gott auf seiner Seite zu haben, an oder sich eigentlich, pardon,
Seit an Seit mit Gott wähnt, ist das Urteil des Jüngsten Gerichts schon gesprochen. Bush
wird deshalb vermutlich
unter den Seligen sein."In der gleichen Abteilung ist eine
Liebeserklärung an Istanbul von
Jean Baudrillard zu
lesen ("Jede Stadt hat ihre Phänomenologie. Doch jede Stadt hat auch ihren Grundton, der sich in keinster Weise mit seinem Ursprung deckt"). Der bisher
unveröffentlichte Text aus dem Jahr 1999 erscheint in der 84., dem Philosophen gewidmeten Ausgabe der
"Cahiers de l?Herne", die auch Beiträge von Edgar Morin, Michel Maffesoli und Jacques Donzelot enthält.
Aus Anlass des Salon du Livre
porträtiert der
Nouvel Obs den
mächtigsten Literaturagenten Frankreichs,
Francois-Marie Samuelson. Er vertrat und vertritt unter anderem Marguerite Duras, Philippe Djian, Pierre Assouline und Michel Houellebecq und genießt unter Verlegern den
Ruf eines "gefährlichen Genies", der den Autoren den Kopf verdrehe und die Honorare hochtreibe. Ergänzend wird sein
angelsächsisches Gegenstück Andrew Wylie vorgestellt, der etwa Martin Amis, Norman Mailer, Saul Bellow, Orhan Pamuk, Philip Roth und Salman Rushdie betreut.
Zu lesen ist außerdem eine
Zusammenfassung der neuesten kunstwissenschaftlichen Erkenntnisse über die
Mona Lisa, die im
Louvre einen
neuen Saal bezieht, sowie ein
Bericht über die Szene der agilen
argentinischen Kulturschaffenden in Paris.