
Sehr persönlich
schreibt Hanif Kureishi (
homepage) in einem Beitrag über die Hintergründe der Entstehung seines neuen Buchs, seine
Doppelidentität als Brite pakistanischer Herkunft und den
Islam. Das Thema von
"Contre son Coeur", das in Frankreich gerade bei Bourgeois erschienen ist, ist eine Art
Spurensuche nach Kureishis
Vater. Nach dessen Tod hatte er mehrere Romanmanuskripte gefunden und zunächst gezögert, darüber zu schreiben. "Ein Thema meines Buchs ist genau diese Schwierigkeit, die ich damit hatte, es zu schreiben: War es
zu intim, ja inzestuös? ... Es handelt auch vom Verhalten von Kindern gegenüber ihren Eltern, die ihre Zeit damit verbringen, sich neu zu bewerten, vor allem vor ihrem Tod. Seit ich die Manuskripte meines Vaters in Händen hielt, konnte ich mit der
Idee dieses verborgenen Vaters spielen. Die Frage, ob damit die
Wahrheit oder eine Fiktion zu Tage tritt, ist nicht zu beantworten."
Im Debattenteil sind zwei Beiträge einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu lesen, die der
Nouvel Obs im Vorfeld des bevorstehenden Sozialforums vergangenen Samstag zum Thema
"Die Linke und die Globalisierung" organisierte. Der Wirtschaftswissenschaftler
Daniel Cohen untersucht die Frage nach einer notwendigen
Demokratisierung innerhalb des Globalisierungsprozesses. Er fordert, die Begrifflichkeiten umzudrehen: "Nicht die weltweite ökonomische Integration schafft das Bedürfnis nach einer weltweiten Demokratie, vielmehr ist, um es kurz zu machen, genau das Gegenteil der Fall. Der
Weltbürger kommt vor der
Weltökonomie." Und der emeritierte Politikwissenschaftler
Pierre Hassner denkt über Menschenrechte und die
Pflicht der Einmischung nach. Er meint, dass Einmischung "weder ausschließlich einem
gutmeinenden Staat überlassen werden kann, der kein anderes Gesetz anerkennt, als jenes, das seiner Verfassung und dem Auftrag seiner Wähler entspringt, noch einem ungleichgewichtigen
Sicherheitsrat, der den Vetos nichtdemokratischer Mächte unterliegt, und auch
nicht einer UNO-gesteuerten Bürokratie, die vom guten Willen der Mitgliedsstaaten abhängig ist."
Zu
lesen ist schließlich die hymnische Besprechung eines Romans über eines der berühmtesten
Pariser Hotels, das
Hotel Lutetia ("Lutetia", Gallimard). In einem weiteren Artikel
führt sein Autor,
Pierre Assouline, durch diesen
"mythischen Ort", in dem unter anderen
James Joyce,
Thomas Mann, Peggy Guggenheim,
Andre Gide, Saint-Exupery und
Matisse logiert hatten. Geschickt spinnt er diesen historischen Schauplatz in seine fiktive Geschichte ein, die während der
Requirierung des Hotels durch
Canaris' deutsche Abwehr spielt.