
Unter der Titelzeile "Ikone und eiserne Lady"
porträtiert der
Obs den unaufhaltsamen Aufstieg der französischen
Justizministerin maghrebinischen Ursprungs
Rachida Dati, die zu einem Alter ego von Nicolas Sarkozy wurde und vielen als zweiter
Rastignac gilt. "Aufrichtig oder fürchterliche Karrieristin? Authentisch oder Blenderin? Selten lief die
Gerüchteküche derart auf Hochtouren. Gerüchte, die klassischerweise Frauen vorbehalten sind, vor allem, wenn sie zu hübsch sind." Auch der linksbürgerliche
Obs ist wirklich erstaunt, dass man mit dieser Herkunft eine solche Karriere machen kann: "Rachida Dati, 41 Jahre, Tochter eines
algerischen Maurers und einer marokkanischen Hausfrau, elf Brüder und Schwestern, aufgezogen in der katholischen Schule von Chalon-sur-Saone, Studium der Jura- und Wirtschaftswissenschaften, finanziert duch Stipendien und Jobs, dann Richterin, entdeckte man sie als Sprecherin von Sarkozy, schlagfertig und hart."
Außerdem beginnt heute eine Sommerserie, in der
Intellektuelle aller Gewerke Auskunft über ihre Zunft und ihre Arbeit geben. Den Anfang
macht der Komponist
Pascal Dusapin, der in diesem Jahr den "chaire de creation artistique" am College de France innehat. Es folgen unter anderem der italienische Regisseur
Francesco Rosi, der amerikanische Anthropologe
Marshall Sahlins und der Schweizer Kritiker
Jean Starobinski.