Robert Skidelsky,
Ökonom und Keynes-Biograf, ist nach China gereist und hat
Harbin besucht, eine Stadt in der
Mandschurei. Seine Familie hat dort früher gewohnt,
erzählt Sidelsky. Sie war "eine der führenden jüdisch-russischen Familien im Fernen Osten", der 1916
Immobilien, Industrieanlagen und Minen in Ostsibirien und Abholzrechte für 3.000 Quadratkilometer Wald in Russland und der Mandschurei gehörten. In der Mandschurei erwarb die Familie außerdem eine Konzession für den
Abbau von Kohle in der größten Mine des Landes. "Die Firma lieferte Kohle an die chinesische Eisenbahn und exportierte Holz nach London und New York. In verschiedenen Büchern, die sich mit Russlands Ostexpansion befassen, wird die Familie als 'Oligarchen' des Nahen Ostens bezeichnet. Wie mir mein Gastgeber Lanxin Xiang erzählt, hat in der Mandschurei jeder schon von der berühmten
Xie Jie Si Familie gehört - Skidelsky auf Mandarin." Auf seiner Reise besucht Sidelsky auch das
Haus seiner Familie, heute ein Erholungsheim für Veteranen der
Volksarmee. "Ich traf einige dieser Alten, die auf weißen Sofas in einem prächtigen Raum saßen. Als ich vom Direktor als der 'frühere Besitzer' vorgestellt werde, begrüßen sie mich warm. Ein 'Veteran' dankt mir sehr höflich dafür, dass ich sie mein Haus benutzen lasse. Ich verkneife es mir zu sagen, dass sie es
nicht mit meiner Erlaubnis tun."
Noam Chomsky, kürzlich zum berühmtesten Intellektuellen der Welt gekürt,
erklärt Oliver Kamm kurzerhand zum
Wadenbeißer, nachdem dieser ihm in der letzten Ausgabe "ein in besonderem Maße unehrliches Handhaben von Quellenmaterial"
vorgeworfen hatte. "Man darf sich fragen, ob Kamm mit dem für ihn üblichen '
amoralischen Gleichmut' reagieren würde, hätte al Quaida eine vergleichbare Tat (die Rede ist von den US-Bombenangriffe auf den Sudan) in einem Land verübt, wo die Menschen
etwas wert sind."
Weitere Artikel: Alun Anderson
spricht mit
John Krebs, dem ehemaligen Chef der britischen
Food Standards Agency, über Transparenz, Emotionen und was es bedeutet, die
Interessen der Verbraucher zu vertreten. Tom Porteus besucht die Heilquelle im iranischen
Jamkaran, die zur Pilgerstätte für all jene wurde, die an die baldige Rückkehr des - weltumspannende Gerechtigkeit bringenden -
Imam zamam glauben, und
fragt sich, ob die
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schreibt über die
wundervolle Farbe Schwarz und die Schwierigkeit, Trauer zu zeigen, seit es zur Alltagsfarbe geworden ist. Michael Coveney
versucht zu verstehen, warum es der 1960 voller Zuversicht gegründeten
Royal Shakespeare Company jetzt so schlecht geht.