
In
Großbritannien (und vielleicht mehr noch in den USA) gibt es eine Diskussion über mögliche Reparationszahlungen der britischen Regierung an die Nachfahren der
Sklaven. Schließlich haben die Briten enorm vom Sklavenhandel profitiert. Der Historiker
James Walvin beschreibt das Dilemma (nur online): "Die Geschichte der Sklaverei ist nicht tot und vorbei. Auf beiden Seiten des Atlantiks ist die Trauer und der Schmerz der Nachfahren der Sklaven immer noch groß - größer, als die meisten Weißen ahnen. Obwohl die Reparations-Debatte mit dieser Stimmung zu tun hat, liegen ihre Wurzeln tiefer. Die Einigung zwischen
Deutschland und Israel nach 1948 bildet einen Anfangspunkt, aber ebenso das Bewusstsein, dass 1833 das britische Parlament die Sklavenbesitzer mit
20 Millionen Pfund für den Verlust ihrer Sklaven entschädigt hat. Die Befreiten hingegen erhielten nicht einen Penny." Am Ende kommt
Professor Walvin zu der Einsicht, dass Reparationszahlungen nicht möglich (weil viel zu hoch und darum nicht durchsetzbar) wären und schlägt statt dessen vor, die
Erforschung der Sklaverei mit mehr Geld zu unterstützen.
In einem Artikel (ebenfalls nur online) zum selben Thema
erinnert Arathi Prasad, Mitarbeiter des Abgeordneten
Evan Harris, an die Geschichte des "
Abolition Act" von 1807. Im Print gibt Richard Dowden,
Direktor der Royal African Society, zu, dass die Debatte
komplizierter ist, als sie ihm zuerst erschien.
Weitere Artikel: Der Titel ist der "Megalopolis"
London und seinem Bürgermeister
Ken Livingston gewidmet - mit einem
Porträt und einem
Interview. Die Schriftstellerin Maureen Freely, selbst in der Türkei aufgewachsen,
beschreibt den Kampf zwischen Ultranationalisten und Demokraten in der Türkei. Paul Broks
zeigt sich von Nicholas Humphreys evolutionsbiologisch inspirierter Studie über das
Bewusstsein mit dem Titel "Seeing Red: A Study in Consciousness" nur halb überzeugt. Und Charles Grant
gibt webexklusiv einen Ausblick auf die nächsten zwanzig Jahre der
Europäischen Union.