
Im Titeldossier nehmen Psychologen die schwarze
Seele des Robert S. auseinander, während ein anderer
Beitrag aufdeckt, wie
Schily und Beckstein (die jetzt nach strafferen Gesetzen rufen) sich in Sachen
Waffenrecht von der Schützenlobby über den Tisch ziehen liessen.
Gleich auf
zwei Netzseiten verhandelt wird die
Finanzkrise bei den
überregionalen Zeitungen. Einbußen im Anzeigengeschäft bis zu 40 % (bei der
FAZ) und teure Prestigeprojekte (
FAZ am Sonntag, NRW-Ausgabe der
SZ) zwingen die Blätter zu
Stellenabbau und Fusionsplänen. Für den
Spiegel ein
Alarmsignal auch in publizistischer Hinsicht: "Weniger Redakteure und weniger Seiten - das bedeutet auch weniger Recherche, weniger Information, weniger Hintergrund. Es geht um
Meinungsvielfalt in Deutschland, um ein tägliches Forum für Politik, Wirtschaft und Kultur, von dem niemand sagen kann, wie es künftig aussehen wird." Da könnte der
Spiegel doch gegensteuern, indem er seinen
Kulturteil ausbaut!
Klaus Wiegrefe schließlich
stellt das Buch "Generation des Unbedingten" vor, in dem der
Hamburger Historiker Michael Wildt eine hanebüchene Verbindung zwischen der jüdischen Philosophin
Hannah Arendt und dem Germanisten und ehemaligen
SS-Obersturmbannführer Hans Rößner aufdeckt. Rößner wurde nach dem Krieg Verlagsleiter bei Piper und betreute u.a. ausgerechnet Arendts Schrift über den
Eichmann-Prozess. O-Ton Rößner: "Was Sie über
Menschlichkeit und Wahrheit sagen, gehört für mich zum Erhellendsten, was darüber seit langer Zeit gesagt worden ist." Obgleich Rößner nach Arendts Tod versucht habe, eine Neuauflage des Eichmann-Buches zu verhindern, so Wiegrefe im Spiegel, warne Wildt davor, Rößner für einen zeitlebens verkappten Alt-Nazi zu halten. "Wildt sieht in dem Fall vielmehr ein Beispiel für die 'Kälte, mit der
Täter in Nachkriegsdeutschland den Opfern gegenübertraten' - selbst wenn sie diese bewunderten."
Weiter gibt's im Kulturteil zwei Artikel über
Gewaltverherrlichung in Film, Video und Popmusik (nur im Print).