Heute in den Feuilletons

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien.

Weitere Medien, 15.01.2014

Die Auflagen der Zeitungen mögen sinken - aber sie verdienen stets noch prächtig. Wie sie das hingekriegt haben, erzählt Medienökonom Wolfgang Seufert im Gespräch mit Henning Kornfeld von kress.de: "Die Löhne und Gehälter haben sich sehr verhalten entwickelt. Außerdem produzieren die Unternehmen arbeitsteiliger, d.h. sie lagern bestimmte Tätigkeiten aus. Wenn sie statt fester freie Mitarbeiter beschäftigen, kommt es zu einer Lohnkostensenkung mit entsprechenden Effekten auf den Gewinn. Und drittens hat die Pro-Kopf-Produktivität zugenommen. Einfach formuliert: Ein Journalist produziert zum Beispiel mehr Zeitungsseiten, so dass die Lohnkosten gemessen am Output sinken."
Stichwörter: Zeitungen, Freie Mitarbeiter

Spiegel Online, 15.01.2014

Sascha Lobo hat in der FAZ am Sonntag seine persönliche Kränkung über das sich als Überwachungsmaschinerie entpuppende Internet bekannt. In seiner Spiegel Online-Kolumne setzt er seine Überlegungen fort wendet sich gegen all die Abgeklärten in der Debatte: "Jedes 'Das war doch klar' dient zum einen der Selbstvergewisserung, nicht kalt erwischt worden zu sein. Zum anderen ist es pure Beschwichtigung. Die Möglichkeit, sowohl wissend als auch unüberrascht cool zu tun und daher bis auf ein wenig Lamento gar nichts zu unternehmen. Als sei der Spähskandal schlechtes Wetter."