Magazinrundschau - Archiv

The Nation

164 Presseschau-Absätze - Seite 8 von 17

Magazinrundschau vom 10.12.2013 - The Nation

Lange Zeit versucht Isaac Chotiner, John Grays Buch "The Silence of Animals - On Progress and Other Modern Myths" freundlich zu verreißen. Aber am Ende macht es doch großen Spaß zuzusehen, wie's mit ihm durchgeht: "Was Gray über die Defekte des Humanismus schreibt, ist selbst inhuman", lautet die solide Aussage am Ende des Artikels. Chotiner regt sich einfach auf über Grays modisch aufgeputzten Pessimismus, der die Schwächen der von Gray eigentlich vertretenen linksliberalen Moral nur noch deutlicher hervortreten lässt: Kulturkonservatismus und Relativismus. Besonders erregt sich Chotiner darüber, dass Gray Atheismus mit Glaube und Aufklärer mit Missionaren gleichsetzt. Dazu Chotiner: "Wenn ich den anderen sage, sie sollen Atheisten sein, dann versuche ich nicht, ihnen irgendeine Form von Glauben aufzudrängen. Sondern ich stelle nur fest, dass der Atheismus insgesamt das verdaubarere Glaubenssystem sei. Wenn ich ein Plakat aufhänge, das die Taliban-Vision der Frauenrechte verurteilt, ist das nicht das gleiche, wie wenn ich in Uganda missionieren gehe."

Außerdem erklärt Elizabeth Segran, was Musawah ist, eine internationale Frauenrechtsbewegung, die glaubt, dass der Islam und die Ideen des Feminismus vereinbar seien: "In seinem Kern glaubt Musawah, dass der Islam nicht natürlicherweise zu den Männern neigt: Patriarchat sei nur das Resultat männlicher Auslegung des Korans. Mit diesem Rahmenwerk ermächtigt Musawah Frauen, ihre eigenen Interpretationen, Normen und Gesetze zu formulieren und dann für Gesetzesreformen in ihren Ländern einzutreten."

Magazinrundschau vom 26.11.2013 - The Nation

Margarete von Trottas Film über "Hannah Arendt" ist in den USA angelaufen und beschäftigt dort eine ganze Reihe illustrer Autoren. David Rieff zum Beispiel ärgert sich sehr, dass Trotta und ihre Drehbuch-Autorin Pamela Katz Arendts Kritiker (wie auch die meisten Amerikaner und Israelis) als groteske, jämmerliche oder brutale Typen darstellen, bleibt ansonsten aber ausgewogen: "Sie porträtieren ihren Mut, ihr Talent für Freundschaft, ihre berührend komplexe Beziehung zu Heinrich Blücher, die Unbeugsamkeit ihres Geistes und natürlich die Tiefe und Kraft ihrer Intelligenz. Aber so erfolgreich sie auch das Denken an sich auf die Leinwand bringen, schaffen sie es doch nicht, Arendts spezielle Gedanken ebenso gelungen darzustellen... Trotta und Katz porträtieren ihre Einsamkeit, doch auch wenn sie Arendt durchaus als sehr entschieden zeigen, so ist ihre Arroganz allenfalls die Arroganz der einsamen Sucherin nach der Wahrheit. Dabei war es häufig schlicht die Arroganz der Arroganz."

In der New York Review of Books hatte zuvor Mark Lilla kein gutes Haar an dem Film gelassen: "Verständlich ist Trottas Zurückhaltung, in die Einzelheiten des Eichmann-Prozesses zu gehen, oder auch das vorwegzunehmen, was wir heute wissen, denn das hätte die Integrität des Films verletzt. Doch etwas anderes wird vielleicht beschädigt, wenn eine Geschichte den Mut einer Denkerin feiert, eine Position zu verteidigen, von der wir heute wissen, dass sie nicht zu halten ist - wie Arendt, wenn sie noch am Leben wäre, zugeben müsste."

Magazinrundschau vom 03.12.2013 - The Nation

Sophie Pinkham porträtiert anlässlich einiger neuer Bücher den russischen Revolutionär und Schriftsteller Victor Serge, der zur Zeit von einer Linken wiederentdeckt wird, die am Sozialismus festhalten will, aber nicht an Stalin oder Trotzki: "Aus einer sozialistischen Perspektive gesehen, repräsentierte Serge den Weg, der nicht gegangen wurde, die demokratische Revolution, die es nicht gab. Nicht die Meinungsfreiheit und Widerspruch verteidigt zu haben, war seiner Ansicht nach der zentrale Fehler der Bolschewiken und der Hauptgrund für ihr Absinken in den Totalitarismus. Er stand Stalin, den er als 'furchterregend und banal wie ein kaukasischer Dolch' beschrieb, kritisch gegenüber, aber auch Trotzki, mit dem er nach der Veröffentlichung eines Artikels über die Fehler der Partei und Forderung nach Etablierung von Menschenrechten brach (Trotzki nannte den Essay eine 'Ausstellung kleinbürgerlicher Demoralisierung')."

Online ist jetzt Miriam Markowitz' kritischer Blick auf den amerikanischen Literaturbetrieb. Unter anderem stellt sie fest, dass in den führenden Literaturzeitschriften kaum Romane von Frauen besprochen werden. Deren Erfolg oder Sichtbarkeit beschränkt sich auf das kommerzielle Genre: "Eine Publikumsverlegerin erklärte mir, dass viele Autorinnen zunächst literarische Ambitionen pflegen, sich dann aber mit der Kategorie 'gehobene Preisklasse' zufrieden geben, zum Teil auch, weil das lukrativer ist. 'Wenn man in der Erfolgssparte Kasse machen will, wird man kein Prestige bekommen. Für viele Autorinnen ist das okay.' Nur wenige Autorinnen haben die Kontrolle über ihre Cover, ganz zu schweigen vom Marketing; aber wenn ihnen der Agent oder Verlag sagt, dieses Spitzenkleid oder jener zarte Schleier könnte Leser anlocken - wie können sie da nein sagen? Leser anspruchsvoller Romane, vor allem Frauen, werden immer auch kommerzielle Titel kaufen. Doch der phänomenale Erfolg von 'Fifty Shades of Grey', der Twilight-Serie oder Nora Roberts bei Frauen, die nicht unbedingt als Leserinnen gelten, legt nahe, dass es umgekehrt nicht genauso funktioniert. Man kann Frauen kaum vorwerfen, dass sie es auf dem kommerziellen Markt versuchen, wenn der literarische so ungastlich ist."

In der neuen Ausgabe von The Nation stellt Vivian Gornick Berel Langs neue Primo-Levi-Biografie vor, die sie aber in ihrer theoretischen Abgehobenheit nicht wirklich überzeugt hat.

Magazinrundschau vom 05.11.2013 - The Nation

Ziemlich unheimlich liest sich in dem sehr ausführlichen Artikel des Anthropologen Marshall Sahlins, wie China seine Soft Power nutzt, um an mehr und mehr Universitäten in der ganze Welt seine Konfuzius-Institute zu unterzubringen. Es nutzt dafür die wirtschaftliche Abhängigkeit vieler Universitäten von chinesischen Studenten, die volle Studiengebühren zahlen - in den USA studieren über 200.000 Chinesen. Unter anderem lehren die Institute Chinesisch in den vereinfachten Zeichen der Schriftreform. Damit bekommen sie laut dem Experten Michael Churchman ein Problem, das auch viele Chinesen in der Volksrepublik haben: Sie können die traditionellen Langzeichen nicht lesen - und sind damit von Traditionen und Informationen abgeschnitten: "Unfähig, die Klassiker zu lesen, außer in Versionen, die in der Volksrepublik übersetzt und zugelassen wurden, abgeschnitten von dissidenter und populärer Literatur anderer chinesischer Communities, können Studenten der Konfuzius Institute nicht einmal 'den großen und wachsenden Korpus von Material über die Geschichte der Kommunistischen Partei rezipieren, der zwar von Festlandchinesen zusammengetragen, aber in Hongkong oder Taiwan veröffentlicht wird'".

Greg Grandin schreibt einen ziemlich brillanten - aber desillusionierten, ja finsteren - Essay über die mexikanisch-amerikanische Grenze. Er folgt dem Autor Harel Shapira zu einer Miliz, die den Mexikanern an der Grenze auflauert, aber er verknüpft das Thema auch mit dem amerikanischen Diskurs der Frontier, der zugleich mit den großartigen Verheißungen des amerikanischen Traums und mit den Brutalitäten von Siedlungspolitik verknüpft ist - amerikanischer Mainstream, so Grandin. Republikaner und Demokraten handeln hier in tief inniger Einigkeit. "Die Demokraten sind die Partei der Einwanderungsreform, aber sie haben die Debatte jenen überlassen, die auf einer 'effektiven Sicherheit' als Vorbedingung für die Legalisierung von elf Millionen illegalen Einwanderen beharren. Das im Juni verabschiedete Gesetz des Senats ist 'hart wie Beton', sagt sein Miterfinder, der New Yorker Senator Charles Schumer. Weitere Milliarden werden für Eindämmung, Zäune, Ausweisungen ausgegeben, und nicht ein Penny für Wassertanks oder bessere Handyabdeckung, die an der Wüstengrenze Leben retten könnten."

Magazinrundschau vom 17.09.2013 - The Nation

Auch wenn es Akiva Gottlieb mitunter ziemlich auf die Nerven ging, dass sich Steven Soderbergh für schlauer als die gesamte Kinowelt hielt, weiß er ihn doch als den schrägsten Typen zu schätzen, dem Hollywood jemals die kreative Kontrolle über Multimillionen-Dollar-Projekte gewährte. Und natürlich wird Soderbergh nicht mit dem Film aufhören, höchstens mit dem Hollywoodkino, das Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit dem Marketing geopfert habe: "Als Filmemacher ist er sich der Anforderungen des Marktes bewusst, und er hat so verzweifelt versucht, sich selbst darin nicht zu verfangen, dass er sich selbst aus dem Job avantgardisiert hat. Der Regisseur, dessen unangreifbare Karriere einen Ausweg aus der Dialektik von Film als Kunst und Kino als Unterhaltung andeutete, glaubt inzwischen, dass seine eigene Unangreifbarkeit das Problem sei: Wie er einem Interviewer sagte: 'Ich weiß nur, dass alles davon abhängt, ob es mir gelingt, wieder ein Amateur zu werden.'"

Magazinrundschau vom 03.09.2013 - The Nation

Albert Camus' Schriften zu Algerien sind in den USA erschienen und geben Anlass zu einigen größeren Besprechungen in den großen amerikanischen Zeitschriften. Algerien war Camus persönliche Tragödie - er hoffte auf einen dritten Weg zwischen Kolonialismus und Unabhängigkeit, etwa in Form eines Bundesstaats, schreibt Thomas Meaney. Der Rezensent hält bei aller Symapthie mit Camus, wie fast alle heutigen Autoren, daran fest, dass sich Camus in der Frage geirrt hätte - als hätte seine siegreiche Gegenseite, der Radikalismus Sartres, Fanons und später Saids, nicht viel fataler falsch gelegen. Mit Algerien geriert das Verhältnis zwischen "erster" und "dritter" Welt auf eine schiefe Bahn, die sie bis heute nicht verlassen hat. In den Augen Camus', schreibt Meaney, "war die von der Front de Libération Nationale (FLN) verfochtene Version der Unabhängigkeit eine Katastrophe für Frankreich, Algerien und den Westen. Sie bedeutete nicht nur, dass Algerien einer Handvoll Terroristen ausgeliefert wurde und mehr als eine Million pieds-noirs in die Vertreibung führte, sie bedeutete auch einen Sieg für den 'neuen arabischen Imperialismus' Ägyptens und für die antiwestliche Strategie der Sowjetunion." Meaney polemisiert auch gegen Paul Berman, der in The New Republic neulich Camus' Position verteidigte.

Magazinrundschau vom 06.08.2013 - The Nation

Wie sich die Zeiten ändern. Als Daniel Ellsberg die Pentagon-Papiere veröffentlichte, wurde er von Linksliberalen als Held gefeiert. Von Bradley Manning dagegen können sich Amerikas Intellektuelle gar nicht genug distanzieren, stellt Chase Madar fest. "Obwohl Manning einige bekannte Verteidiger hat - Michael Moore, Glenn Greenwald, Ron Paul, Dennis Kucinich, Code Pink - ist das Feld nicht gerade überlaufen. Die reflexhafte Bereitschaft der amerikanischen Rechten, nach Mannings Skalp zu verlangen, war weniger bemerkenswert als das Schweigen der Progressiven. Die ACLU sammelte einst Geld für die Verteidigung Daniel Ellsbergs und man hätte eigentlich erwartet, dass ihr früherer Präsident, der liberale Löwe Norman Dorsen, zur Unterstützung Mannings brüllt. Aber obwohl er Mannings Behandlung im Gefängnis kritisiert, sagte Dorsen: 'Wir müssen hart sein zu Leuten im öffentlichen Dienst wie Manning ... Wie kann man eine Regierung führen, wenn diese Leute frei nach ihrem persönlichen Urteil einfach Dinge in die Welt leaken?' Tatsächlich hatte die Menschenrechtsindustrie zur Anklage wenig zu sagen."

Magazinrundschau vom 19.03.2013 - The Nation

Der britische Historiker Mark Mazower untersucht, wie sich die Finanzkrise auf das griechische Kulturschaffen auswirkt, und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: "Die Krise trifft Junge und Alte mit unterschiedlicher Wucht, und wenn man die Reaktionen derer betrachtet, die nicht während der Junta und ihrer Folgejahre aufgewachsen sind, sondern mit dem Fall der Berliner Mauer, findet man völlig andere und in gewisser Weise verblüffend energiegeladene Ansichten. Es klingt paradox, wenn man bedenkt, dass es gerade diejenigen, die neu auf den Arbeitsmarkt streben, am härtesten trifft, aber junge Menschen scheinen enthusiastischer und weniger gepeinigt vom Zerfall der alten Kategorien. Das lässt sich überall feststellen. Ein Beispiel wäre der Filmboom, der dem griechischen Kino internatioanle Aufmerksamkeit eingebracht hat durch die Arbeit junger Regisseure wie Athina Rachel Tsangari, Yorgos Lanthimos und Syllas Tzoumerkas."

"The Young Turks' Crime Against Humanity" des Historikers Taner Akçam ist eine der wenigen türkischen Studien, die sich mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigen. Holly Case beschreibt, wie sich das diskursive Klima in der Türkei entwickelt: "Kürzlich aufgenommene Verhandlungen zwischen Erdogan und dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan lassen viele Türken und Kurden hoffen, dass ein politischer Kompromiss bevorstehen könnte. In diesem Fall könnte sich die bestehende Denkweise gegenüber dem türkischen Souveränitätsstreben verändern und womöglich sogar auf den Umgang mit dem Armenischen Genozid auswirken. Akçam schlägt jedoch den umgekehrten, dem deutschen Modell der Vergangenheitsbewältigung entsprechenden Weg vor: Setze dich mit der Vergangenheit auseinander, um nicht verdammt zu sein, sie zu wiederholen."

Magazinrundschau vom 12.02.2013 - The Nation

Ben Ehrenreich schreibt einen langen Essay über den russischen Autor Wiktor Schklowski (1893-1984) , dessen Werk gerade peu a peu ins Englische übersetzt wird. "Was sich abzeichnet aus diesen Arbeiten ist ein Gruppenporträt von Schklowskis Formalismus - sogar der Name trocknet einem den Mund aus - das wenig Ähnlichkeit hat mit irgendeiner anderen Schule der literarischen Kritik, die im letzten Jahrhundert oder überhaupt im Westen entstand. Er wurde nicht an einer Universität geboren, sondern aus der literarischen Avantgarde und Seite an Seite mit der Russischen Revolution. Ironischerweise, bedenkt man, dass die Formalisten auf einer Trennung von Literatur und äußeren Ereignissen bestanden, erhob er sich nicht mal ein Haar breit entfernt von den Tumulten, die Europa die meiste Zeit der zwanziger Jahre erschütterten. Als die Revolution im Februar 1917 ausbrach -'es war wie Ostern', schrieb Schklowsky, 'ein fröhliches, naives, turbulentes Karnevalsparadies' - war er bereits ein Rebell, wenn auch von einer anderen Sorte als Lenin oder Trotzki. Jahre später, als [die italienische Autorin und Übersetzerin Serena] Vitale ihn fragte, was die Revolution für ihn bedeutet hatte, antwortete Schklowski: 'Die Diktatur der Kunst. Die Freiheit der Kunst.'"

Magazinrundschau vom 29.01.2013 - The Nation

David Schiff erzählt in einem sehr schönen Artikel, wie er 1971 die Generalproben von Pierre Boulez und dem Cleveland Orchestra zu Elliot Carters "Concerto for Orchestra" verfolgte. Die Musiker hassten das Stück und seine Konfliktrhythmen, was sie dem anwesenden Komponisten auch sagten. Boulez war eine noch härtere Nuss: "Während des ersten Durchspielens der Partitur verhedderten sich die Musiker heillos. Spannungen flackerten auf und wurden noch angefacht von Boulez' müheloser, wenn auch mürrischer Beherrschung der Komplexität der Musik. Er konnte die Stimme jedes Musikinstruments präzise singen, in den korrekten Solfeggio-Silben do re mi. Wann immer Musiker melodisch und rhythmisch nicht genau zusammenspielten, stoppte er sie und sang ihnen die Phrase noch einmal vor. Ein beim Ticken der Probenuhr mit wachsender Verzweiflung wiederholtes Frage-und-Antwort-Spiel. Boulez hörte sofort, wenn eine Note falsch gespielt wurde oder ein Musiker nicht im Takt war. Und er hatte nicht die geringste Hemmung, die genaue Quelle des Irrtums zu lokalisieren. Wenn mehrere Wiederholungen keine fehlerfreie Wiedergabe der Partitur produzierten, erklärte ein verärgerter Boulez, dass die gesamte Cello-Sektion zurück ins 'Conservatoire' müsse, um ihre krasse Unfähigkeit zu zählen zu korrigieren. Jeder Dirigent, der heute so zu einem Orchester sprechen würde, wäre umgehend seinen Job los. Nachdem er einige Jahre später die New Yorker Philharmoniker übernommen hatte, nannten die Musiker Boulez 'the French Correction'."

Hier eine Aufführung des Tanglewood Music Center Orchestras:



"Barack Obama hat sich zwar einst als Freund der Whistleblower angepriesen. Aber sein Justizministerium hat zwei Mal so oft Anklagen nach dem Spionagegesetz erhoben wie alle früheren Regierungen zusammen", schreibt Chase Madar in einem wütenden Kommentar zum Tod von Aaron Swartz. "Zu oft wird der Kampf um freie Information als Macke von Computerfreaks abgetan, als nervtötendes Hobby der IT-Crowd. Das ist ein Riesenirrtum, denn die hohen Barrieren um Informationen töten uns buchstäblich. Larry Korb, ein früherer Sekretär im Verteidigungsministerium, erzählte mir, er glaube nicht, dass der Irakkrieg - Endpunkt einer Debatte, die wegen fehlender echter Informationen erstickte und den Tod von Hunderttausenden verursachte - stattgefunden hätte, wenn unzensierte Geheimdienstberichte öffentlich gemacht worden wären."

Weiteres: Barry Schwabsky schwärmt anlässlich einer Matisse-Ausstellung im Metropolitan Museum vom Licht in Matisses Hotelbildern von der Cote d'Azur (links) und von Ian Wallaces "Abstract Drawing (Hotel de Nice)" (rechts). Stewart Klawans bespricht Moussa Tourés schönen Film "La Pirogue" über Bootsflüchtlinge von Afrika nach Europa und die Gewaltorgie "Gangster Squad", der auch eine eindrucksvolle Schauspielerriege keinen Sinn verleihen kann.