Magazinrundschau - Archiv

The New Statesman

191 Presseschau-Absätze - Seite 7 von 20

Magazinrundschau vom 15.12.2020 - New Statesman

Die Wissenschaft hat sich im Kampf gegen die Pandemie als unsere schärfste Waffe erwiesen. Dass ausgerechnet jetzt die Feindseligkeit gegen sie zugenommen hat, wundert John Gray allerdings nicht: "Unsere Schwierigkeiten mit der Wissenschaft rühren in gewisser Weise aus der ideologischen Vorstellung, sie könne immer größere Gewissheiten produzieren. Propagandisten wie Steven Pinker und Richard Dawkins gaukeln einem vor, wissenschaftliche Untersuchungen erbrächten einen immer solideren Körper unangreifbarer Wahrheiten, obwohl wissenschaftliche Erkenntnisse oft nur auf Vermutungen basieren und fehlbar bleiben, selbst wenn wir uns auf immer zahlreichere stützen können. Wie alle menschlichen Institutionen birgt auch die Wissenschaft die Schwächen unserer Spezies und dazu gehören auch dysfunktionale Hierarchien und verwickelte Rivalitäten. Sie kann sich auch nicht davon freimachen, die Werte der jeweiligen Zeit widerszuspiegeln. Die Biologie des 19. Jahrhundert bildete europäische Macht ab, als sie von eingebauten Ungleichheiten in eingebildeten Entitäten, Rassen genannt, ausging. Doch im Gegensatz zu anderen Institutionen enthält Wissenschaft die Methodik, mit der Zeit die eigenen Fehler zu korrigieren."

Magazinrundschau vom 08.12.2020 - New Statesman

Der in Verona lebende Tim Parks mault über die italienischen Medien und die ganze Gleichschaltung, die alle zu Corona-Leugnern abstemple, die sich von der Pandemie nicht den Spaß verderben lassen wollen: "Covid erreicht Norditalien im nebligen Februar, Der Lockdown wurde im sonnigen Mai gelockert. Aber es war unser Opfer, wird uns gesagt, nicht das Wetter, das den Unterschied machte. Überhaupt wird das Auf und Ab von Covid nur in Verbindung zu Regierungsdirektiven und der Bereitschaft der Bevölkerung betrachtet, ihnen zu folgen. Jeder Tod zeugt von Versagen, wenn nicht Schuld. Als die Sonne vom blauen Himmel herab brannte, war es ein Grund zur Besorgnis, dass Italien so stark vom Tourismus abhängt und dass es so ein schöner, gastfreundlicher, warmer und faszinierender Ort ist, voller Gelegenheiten für Menschen, es ins Herz zu schließen - kurz, dass das Leben lebenswert ist."

Magazinrundschau vom 17.11.2020 - New Statesman

Donald Trump ist Geschichte, seine Rückzugsgefechte dienen nur noch dazu, möglichst viel Straffreiheit auszuhandeln, glaubt John Gray in einem Rundumschlag gegen linke und rechte Gewissheiten. Aber auch unter Joe Biden werden die USA nicht so schnell aus der tiefen Krise kommen, in der sie politisch, moralisch und juristisch stecken, warnt er. Vierzig Jahre Liberalismus, so Gray, haben dem Land postindustrielle Ödnis eingebracht, die Opioidkrise, eine unvergleich mächtige Waffenlobby, die Zerrüttung der Institutionen, eine allumfassende Verschwörungskultur und einen nahezu religiösen Kampf um Identitäten und Werte: "Amerikanische und europäische Werte scheinen auseinanderzudriften. Einige amerikanische Liberale sahen in der Enthauptung eines Lehrers in Frankreich durch einen Islamisten keinen unverzeihlichen Angriff auf die Meinungsfreiheit, wie Emmanuel Macron es ganz richtig beschrieb. Stattdessen sollte sich darin das Scheitern des französischen Integrationsmodells zeigen. Die implizite Botschaft lautet, dass Amerikas Multikulturalismus von Europa und wahrscheinlich auch überall sonst adoptiert werden sollte. Seltsamerweise scheint dies auch die Ansicht jener Liberalen zu sein, die Amerika für unverbesserlich rassistisch halten. Aber jenseits der amerikanischen Küste sieht niemand mehr in den USA ein globales Modell. Wie sollten Amerikas Werte universal sein, wenn sich Amerikaner selbst in einem Krieg über ihre Werte befinden? Wenn der amerikanische Universalismus früher verärgerte Ablehnung erfuhr, dann ruft er heute nur spöttisches Gelächter hervor."

Magazinrundschau vom 15.09.2020 - New Statesman

Was Hongkong bevorsteht, verrät Isabel Hilton ein Blick in die Geschichte Tibets: Auch den Tibetern wurde nach der Devise "Ein Land, zwei Systeme" Autonomie zugesichert, doch wie Barbara Demicks in ihrem Report "Eat the Buddha" schildert, hat Peking mit größter Brutalität jeden Anflug von Eigenständigkeit in der Region unterdrückt, wie Hilton erinnert: "Die Tibeter sind heute eine unterprivilegierte Minderheit in einem Land, das von chinesischen Straßen völlig verwandelt wurde, von Eisenbahnen, Wasserkraftwerke und chinesischen Migranten aus den ärmsten Provinzen, die hier das Privileg der Kolonisatoren genießen. Viele Tibeter sind materiell aber auch besser gestellt als vor fünfzig Jahren. Sie opponieren nicht gegen die Modernisierung, auch wenn im Westen noch immer ein Bild von ihnen als traditionell-bäuerliche Menschen vorherrscht. Aber es gibt wenig Harmonie zwischen Tibetern und ihren chinesischen Mitbürgern, die die Tibeter oft für schmutzig, faul und undankbar halten. Und es gibt wenig Anzeichen, dass die Tibeter die Partei zu lieben gelernt haben. 2008 entzündete sich die weitestgehende Rebellion in der tibetischen Welt seit dreißig Jahren, als junge Tibeter, die gänzlich unter kommunistischer Herrschaft aufgewachsen waren, Tibets Unabhängigkeit und die Rückkehr des Dalai Lama forderten... In der Folge wurde ein umfassendes Sicherheitssystem eingeführt, mit dem jede einzelne Straße in den Städten elektronisch überwacht wird. Es wurde später in Xingjian übernommen, wo die Uiguren einer noch strengeren religiösen und politischen Unterdrückung ausgesetzt sind. Von da an glich Tibet einem Panoptikum. Tibeter antworten mit Selbstverbrennungen. Zum Zeitpunkt ihrer Recherche hatten sich, wie Demick notiert, 156 Tibeter selbst in Brand gesetzt."

Weietres: Wenn Martin Amis in "Inside Story" von seiner Freundschaft zu Christopher Hitchens erzählt, springen Thomas Meaney die Unterschiede zwischen den beiden ins Auge: "Hitchens war politisch zu dialektischem Denken fähig, Amis ist Ästhet und Manichäer."

Magazinrundschau vom 01.09.2020 - New Statesman

Sehr häufig war Libyen die Katzenpfote, die geopolitisch schlechtes Wetter ankündigte, erinnert der Historiker Christopher Clark und beobachtet mit mulmigem Gefühl, wie die Türkei und Ägypten, Frankreich, Russland und die Emirate im Bürgerkrieg mitmischen: "1911 griffen die Italiener, ermutigt von Briten und Franzosen, die drei osmanischen Provinzen an, die das heutige Libyen bilden, um sich eine Kolonie in Nordafrika zu sichern. Der italienisch-libysche Krieg, der heute selbst in Italien fast völlig vergessen ist, war der erste in der Weltgeschichte, in dem Luftangriffe geflogen wurden. Handgefertigte Bomben wurden von Doppeldeckern auf osmanische Truppen geworfen, sie verbreiteten Schrecken und Verwirrung. Ohne schlagkräftige Marine und vom britisch kontrollierten Ägypten am Truppentransport gehindert, konnten die Osmanen ihre Bodentruppen in dem Land weder versorgen noch verstärken. Der libysche Widerstand war jedoch unerwartet heftig. Die Italiener konnten nicht ins Hinterland vorrücken und sahen sich an der Küste eingeschlossen. Die Auswirkung dieses nicht provozierten Angriffs auf drei Provinzen des Osmanischen Reiches in Afrika waren gewaltig. Die italienische Jagd auf osmanische Seestreitkräfte führte zur wiederholten Schließung der türkischen Meerengen, wodurch die Passage russischer Getreide-Transporte blockiert und die russische Ökonomie ernsthaft geschädigt wurde. In der Folge brachen eine Reihe von Krisen in Südosteuropa aus, 1912 und 1913 gar zwei größere Kriege, und die Arrangements, die bis dahin die Balkankonflikte von einer Eskalation abhielten, wurden hinfällig. Kurz gesagt, der Krieg um Libyen erwies sich als Meilenstein auf dem Weg zu dem Konflikt, der 1914 ausbrach."

Magazinrundschau vom 14.07.2020 - New Statesman

Im neuen Heft des Magazins stellt Isabel Hilton eine Trendwende fest in Britanniens China-Politik: "Es dürfte nicht überraschen, dass Boris Johnson kaum über eine seriöse und gut informierte Sicht auf China verfügt. Die Ansichten seiner eigenen Hinterbänkler aber entgehen ihm nicht. So lässt sich prophezeien, dass Johnson seine Meinung zu China wiederum ändern wird: Nachdem er die Brexit-Welle mit dem Versprechen auf neue Möglichkeiten in Asien und China im Besonderen genommen hat, bereitet er sich auf eine 180-Grad-Wende vor, die Restriktionen von chinesischen Investitionen in GB sowie die Aufhebung des umstrittenen Versprechens Chinas Telekom-Riesen Huawei zum 5G-Netz im Land zuzulassen bedeuten wird. Andere Investitionen in kritische Infrastruktur, Atomkraft etwa, würden ebenfalls infragegestellt. Vergleichbare Optionen Britanniens in China, die tatsächlich nie so groß waren, wie die Brexiteers es suggerierten, werden ebenso unwahrscheinlicher. Zwei Entwicklungen stehen hinter Johnsons Entscheidung. Die erste, deutlich sichtbar, ist der wachsende Wettbewerb zwischen den USA und China, ein Kampf, in dem beide Supermächte zunehmend darauf bestehen werden, dass kleinere Länder wie Britannien sich für eine Seite entscheiden. Die zweite ist eine Kehrtwende bei der Haltung zu China innerhalb der Konservativen Partei. Noch vor einigen Jahren schworen ihre Parteiführer ewige Freundschaft mit der Volksrepublik. Heute stehen die Zeichen auf Feindschaft. Die Anfänge der Wende gehen auf die Zeit vor der Pandemie zurück, aber der Prozess wurde verstärkt durch Chinas Verhalten nach Ausbruch der Seuche, seine Propaganda und durch das Sicherheitsgesetz für Hongkong, das Chinas Vereinbarung mit Britannien in Stücke reißt, Hongkong 50 Jahre lang sich selbst zu überlassen."

Im Aufmacher des Magazins betrachtet John Gray mit verlässlichem Pessimismus den Zustand Britanniens. Woanders sieht es allerdings auch nicht besser aus, weshalb die Tories durchaus auch die nächsten Wahlen gewinnen könnten: "Das öffentliche Vertrauen in die Regierung hat in den letzten Wochen gelitten, und die Einhaltung der sozialen Distanzierung hat spürbar nachgelassen. Aber die Welt bewegt sich in diesen Tagen ziemlich schnell vorwärts. Vor den nächsten britischen Parlamentswahlen könnten die Scharmützel in Ladakh zu einem größeren Konflikt zwischen China und Indien eskaliert sein. Nach der Zerschlagung des Modells 'ein Land, zwei Systeme' in Hongkong könnte die Unabhängigkeit Taiwans aktiv bedroht sein. Eine rechtsextreme Matteo-Salvini-Regierung könnte in Italien an der Macht sein und die Zukunft des Euro in Frage stellen. Sollte es weitere Ereignisse wie in der Stadt Dijon geben, die im vergangenen Monat Schauplatz von Zusammenstößen zwischen Algeriern und Tschetschenen wurde, könnte Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen 2022 sogar gegen Marine Le Pen verlieren. Wenn die Pandemie in den USA völlig außer Kontrolle gerät, könnten die Todesfälle katastrophale Ausmaße annehmen. Sollten die Szenen der Anarchie in den US-Städten über den Sommer andauern, könnte Trump im November noch gewinnen; verliert er, könnte er das Ergebnis anfechten. Eine Präsidentschaft von Joe Biden könnte unter einem linken Deckmantel den Protektionismus und Neoisolationismus von Trump fortsetzen."

Außerdem: William Davies überlegt anlässlich von Corona, wann und warum wir Regeln einhalten oder nicht.

Magazinrundschau vom 30.06.2020 - New Statesman

In Zeiten, da Fußball immer mehr zu einer Veranstaltung von Oligarchen und Körpernarzissten wird, freut sich Jason Cowley über die Aufstieg politisch engagierter Spielerstars wie Marcus Rashford, Raheem Sterling und Tyrone Mings: "Die neuen Aktivisten unter den Superspielern schöpfen oft aus der eigenen Erfahrung von Not und Armut, wie es zum Beispiel Marcus Rashford, der Nationalstürmer von Manchester United tat, als er sich letzte Weihnachten für Wohnungslose einsetzte oder zuletzt für eine Fortsetzung des kostenlosen Schulessens auch während der Sommerferien. Rushford wuchs als jüngstes von fünf Kinder in Wythenshawe auf, einem armen Stadtteil von Manchester, seine alleinerziehende Mutter arbeitete als Kassiererin in einem Wettbüro. Er selbst bekam kostenloses Schulessen und hat niemals vergessen, was es für ihn bedeutete. Als Antwort auf seine Kampagne - er trat in den Hauptnachrichten der BBC auf, veröffentlichte einen Artikel in der Times, schrieb einen Offenen Brief an die Regierung und twitterte energisch - kündigte Boris Johnson einen "Covid-Sommer-Essensfonds" von 120 Millionen Pfund an. Angesichts einer hochkochenden Parteirevolte polterte Johnson, dass er von Rashfords Kampagne nichts gewusst habe - als hätte es keiner seiner Berater für nötig befunden, ihn darüber zu informieren."

Magazinrundschau vom 23.06.2020 - New Statesman

Denkmäler zu errichten und niederzureißen hat nichts mit Geschichte zu tun, aber alles mit Erinnerung, stellt der Historiker Richard J. Evans klar, der den Sturz von Edward Colston in Bristol überfällig findet. In Geschichtsbüchern stehen schließlich auch keine Statuen: "Geschichte ist eine akademische Disziplin, mit ihren eigenen Regeln und Verfahren. Sie in der Schulen zu unterrichten bedeutet, Schülern beizubringen, wie man historische Dokumente kritisch liest, Interpretationen vergangener Ereignisse klug einschätzt, und sich seine eigenen Gedanken über zentrale Themen macht, so dass sie die Schule als unabhängig denkende Bürger verlassen. Das ist nicht dasselbe wie Erinnerung - nicht in deren individuellen Sinne, sondern im nationalen, kollektiven oder kulturellen Sinne. Geschichte beschränkt sich auch nicht darauf, Orden oder Kreuze zu verleihen, einen Menschen als Helden zu verehren und andere als Schurken zu verdammen. Die Frage, ob das Britische Empire eine gute oder schlechte Sache war, ist kindisch und hat nichts damit zu tun, die Vergangenheit ernsthaft zu untersuchen: solch krudes Moralisieren sollte eigentlich für immer mit WC Sellars und RJ Yeatmans einschlägiger Satire '1066 and All That' auf schulische Geschichtsbücher erledigt sein. Natürlich brauchen wir ein kritisches und forschendes Studium der Britischen Empires an unseren Schulen. Aber das Ziel darf nicht sein, es zu preisen oder zu verdammen, sondern es zu verstehen: Wie kam es dazu? Wie konnte es sich so lange halten? Und wie kam es an sein Ende? Bei Statuen stellt sich dagegen die Frage, an wessen Geschichte sie erinnern. Die Ikonoklasten, über die sich Charles Moorre empört, hassen Britannien nicht, sie wollen einfach nur, dass sich das Land an etwas anderes erinnert. Um eine naheliegende Parallele zu ziehen: Nur weil die Deutschen den Opfern der Nazis der Denkmäler errichteten, heißt nicht, dass sie Deutschland hassen, sondern dass sie eine andere Sicht auf Deutschland als Hitler und seine Mitmassenmörder, und das wollen sie öffentlich verkünden."

Magazinrundschau vom 12.05.2020 - New Statesman

Kann sich Britannien neu erfinden? Vielleicht als dezentralisierter Staat? Für Paul Collier zeigt die Coronakrise die Nachteile eines Landes, das ganz auf seine Hauptstadt zugeschnitten ist: "Das Versäumnis, Coronatests in großem Umfang zur Verfügung zu stellen, hat vor allen einen Grund: unser nationales Testzentrum, das Public Health England untersteht und das vor allem seinem Instinkt folgt, sein Monopol zu wahren. Das ist angeblich von der Wissenschaft gedeckt, aber tatsächlich ein Beispiel für interessegeleitetes Denken: Menschen überzeugen sich von dem, was am besten für sie selbst ist. Die Wissenschaftler dort wollten den perfekten Test entwickeln, und um das zu erreichen, zielten sie darauf, alle anderen Organisationen daran zu hindern, eigene Tests zu entwickeln oder sie durchzuführen. Dabei hat Britannien ein hervorragendes Netzwerk an Universitäten mit Abteilungen, die für beides bestens ausgestattet sind - sie wollten auch, bekamen aber keine Erlaubnis. Der peinliche Vergleich dazu ist Deutschland: Eben weil das Land keine zentralisierte Testbehörde hat, konnte es so schnell seine Kapazitäten hochfahren, keine Institution beharrte auf ihrem Monopol. Immer wieder wird bei uns der Geist von Dünkirchen beschworen, was uns offenbar sagen soll, dass wir da zusammen durch müssen. Aber die wahre Lektion von Dünkirchen ist, dass die Monopole des zentralisierten Staates unsere Armee nicht von den französischen Stränden retten konnten. Das gelang erst, als Churchill in seiner Verzweiflung die Aufgabe an Freiwillige übergab."

Weiteres: John Burnside betrachtet die Hirsche vor seinem Fenster. Der mit Boris Johnson zu neuen konservativen Höhen schwebende John Gray entdeckt jetzt für sich Machiavelli und die Einsicht, dass es einen Staat ruinieren würde, wenn seine führende Köpfe christliche Tugenden befolgen.

Magazinrundschau vom 07.04.2020 - New Statesman

Im New Statesman sagt John Gray das Ende der Globalisierung voraus. Die EU habe ja schon ihre Schwäche gezeigt und werde bald ganz von China und Russland abhängig sein. Britannien dagegen sieht er für die Zukunft bestens gewappnet: "Der einstmals beeindruckende britische Staat wird rasch neu erfunden, und zwar in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Mit den vom Parlament genehmigten Notstandsbefugnissen hat die Regierung die wirtschaftliche Orthodoxie aus dem Feld geschlagen. Der durch jahrelange schwachsinnige Sparmaßnahmen zerrissene NHS - wie auch die Streitkräfte, die Polizei, die Gefängnisse, die Feuerwehr, die Pflege- und Reinigungsdienste - steht mit dem Rücken zur Wand. Aber durch den edlen Einsatz seiner Mitarbeiter wird das Virus in Schach gehalten werden. Unser politisches System wird intakt überleben. Nicht viele Länder werden so viel Glück haben. Überall kämpfen sich die Regierungen durch die schmale Passage zwischen der Unterdrückung des Virus und dem Zusammenbruch der Wirtschaft. Viele werden stolpern und fallen." Und dann wird die Welt beherrscht von Amerikanern, Chinesen, Russen und - natürlich - Briten!