
Im Magazin
porträtiert Lynn Hirschberg
Rick Rubin, den legendären Produzenten von Public Enemy, Johnny Cash oder den Dixie Chicks. Nun wurde er von Columbia Records angeheuert, um die Musikindustrie zu retten. Offenbar wird Rubin nicht umsonst als
Guru verehrt. "Rubin trägt seine übliche Uniform aus weiten Khakihosen und einem weißen Walle-T-Shirt, er hat die Sonnenbrille in der Tasche und ist barfuß. Durch seine Hände gleitet eine
buddhistische Gebetskette, die seinem Träger Weisheit bringen soll. Da Rubins Bart und Haare fast sein Gesicht bedecken, wirkt seine Stimme, die weich und zuversichtlich ist, noch lebendiger. Er scheint eins mit dem Raum zu sein, der vom Boden bis zur Decke mit Büchern angefüllt ist, die meisten spiritueller Natur, ob nun über Buddhismus, Biblisches oder die New-Age-Suche nach Erleuchtung. Die Bücherei und das ganze Haus sind angefüllt mit religiösen Symbolen und Erinnerungen aus der Welt des Pop. Ein
massiver Messingbuddha wird von ebenso großen Lautsprechern eingerahmt, alte Pappfiguren von John, Paul, George und Ringo sind rund um eine vielarmige Vishnu-Statue platziert."
Außerdem
staunt Frederick Kaufmann über die Untiefen des
Tierfuttergeschäfts. Und Michael R. Gordon
zweifelt, ob der Fahnenwechsel einer Sunni-Rebellen südlich von Bagdad von Dauer ist.
Die
Sunday Book Review wird grün: Noch einen Schritt weiter als Rachel Carson mit ihrem "Silent Spring"
geht Alan Weisman mit seinem morbiden, aber laut Jennifer Schuessler faszinierendem Ökothriller "The World Without Us". Handelnde Personen gibt es hier nicht, es gibt überhaupt keine Personen mehr, die Menschheit ist auf einen Schlag ausgelöscht. "Sogar in den Zentren der besiedelten Welt würde der Verfall schnell einsetzen. Wenn niemand an den Pumpen steht, würden sich New Yorks
U-Bahn-Tunnel innerhalb von zwei Tagen mit Wasser füllen. In 20 Jahren wäre die Lexington Avenue ein Fluss. Von Feuer und Wind gebeutelte Hochhäuser würden irgendwann umstürzen wie gigantische Bäume. Nur Wochen nach unserem Verschwinden würden die 441 Atomkraftwerke zu radioaktiven Haufen zusammenschmelzen, während die petrochemischen Anlagen, die auch heute schon 'tickende Zeitbomben' sind, sich auf Jahrzehnte hinaus in brennende und
giftspuckende Geysire verwandeln würden. Abseits dieser Problemzonen schildert Weisman eine Welt auf ihrem langsamen Weg zurück in die Wildnis. Nach ungefähr
100 000 Jahren wären die Kohlendioxidwerte wieder auf vormenschlicher Höhe. Domestizierte Arten, von der
Kuh zur Karotte,
würden sich hin zu ihren Vorfahren zurückentwickeln."
Weiteres: Als "eine Art Meisterwerk"
bezeichnet Jim Lewis den neuen Roman "Tree of Smoke" von
Dennis Johnson, einem Experten für Trauer und Hoffnungslosigkeit - aber immer originell präsentiert. Nick Gillespie
studiert Matt Bais "The Argument", eine nicht sehr freundliche Analyse der amerikanischen Demokraten.
Pagan Kennedy begibt sich auf Myspace, um herauszufinden, aus welchem Holz die Leser seiner Bücher geschnitzt sind. Viele essen
vegane Erdnussbutter, wie er feststellen muss.