
In der aktuellen
Ausgabe des
New Yorker porträtiert Christina Binkley den Künstler
Sterling Ruby, der gerade eine eigene Modelinie produziert. Ruby hat schon als Teenager genäht, lesen wir, auch in seiner Kunst wird viel Stoff verbraucht. Nach einer Zusammenarbeit mit dem Designer Raf Simons erwachte dann in Ruby der Wunsch, eine eigene Modelinie zu kreieren. Seine Ideen dafür zeichnen sich durch eine höchst sympathische
Punk-
und Do-
it-
yourself-
Attitüde aus: "Als Jugendlicher hatte er mit der Nähmaschine seiner Mutter Skater-Kleider genäht, und als Erwachsener hatte er Arbeitskleidung hergestellt, die er im Studio tragen konnte, indem er Stoff- oder Leinwandstücke verwendet hatte, die er zu Experimenten benutzt hatte - um Kunstwerke zu besprühen, mit Bleichmittel zu verätzen oder zu bemalen. Seine Arbeiten hatte schon immer eine handgefertigte, D.I.Y.-Ästhetik, die er
mit seinen Arbeiterwurzeln verbindet; die Objekte, die er kreiert, ähneln Jumbo-Versionen von Dingen, die in einer High-School-Klasse entstanden sein könnten. Sie sind
in keiner Weise ironisch." Doch schnell stand Ruby vor einem Problem: Wie sollte er seine Kleidungsstücke
bepreisen, ohne sich als gut verdienender Künstler selbst zu schaden? "Eine Sterling-Rubin-Stoffskulptur kostet bis zu
einhundertfünfundzwanzigtausend Dollar. 'Wie bewertet man dann Kleidungsstücke, die von Sterling handgearbeitet wurden?', fragte sich Rubys Mitarbeiter Britt. Rubys General Manager Maturo schlug achttausend Dollar als möglichen Preis für einen einzigartigen Poncho aus gebleichtem Denim vor, ungefähr so viel wie eine Chanel-Jacke kostet. Ruby erinnerte sie daran, dass junge Leute sich S.R. Studio leisten können sollten; er bestand darauf, einige 'Einstiegsartikel' anzubieten und schlug vor, eines seiner Jeans-Designs für vierhundertfünfundneunzig Dollar zu verkaufen. Niemand auf der Sitzung stellte in Frage, dass eine
500-
Dollar-
Latzhose Ausdruck einer demokratischen Gesinnung sei. Britt wies darauf hin, dass es bei Kleidung - im Gegensatz zu einem Kunstwerk, das Eigentum einer Person oder Institution ist - 'um
Erreichbarkeit geht'. Er fügte hinzu: 'Es wäre ein Misserfolg, wenn sie nicht getragen würde.'"
Auch Prince
bleibt in den Erinnerungen von Dan Piepenbring, der als Co-Autor an
Princes Autobiografie mitarbeitete, etwas unklar, wenn es um das
Thema Copyright geht. "Seit wir uns zuletzt unterhalten hatten, waren seine Ambitionen für das Buch stärker geworden. 'Das Buch sollte ein
Handbuch für die brillante Gemeinschaft sein, das in eine Autobiografie verpackt ist, die in eine Biographie verpackt ist', sagte er. 'Es sollte lehren, dass das, was du erschaffen hast,
deins ist.' Es sei unsere Aufgabe, Menschen, insbesondere jungen schwarzen Künstlern, zu helfen, ihre Macht und Wirkung zu erkennen. ... Aber es genüge nicht, radikale Forderungen für
kollektive Eigentumsrechte, für schwarze Kreativität zu stellen, erklärte er. 'Wenn ich sage, dass 'Purple Rain' mir gehört, dann klinge ich -
wie Kanye.' Er hielt inne. 'Den ich als Freund betrachte.' Er glaubte, dass Eigentumsforderungen allzu oft als selbstverherrlichend verstanden würden. Es sei wirkungsvoller, sie von anderen Menschen aussprechen zu lassen. Er wollte einige formale Mittel finden, die das Buch zu
einer Symbiose aus seinen und meinen Worten machen würden. 'Es wäre großartig, wenn sich unsere Stimmen gegen Ende vermischen würden', sagte er. 'Am Anfang sind sie unterschiedlich, aber am Ende schreiben wir beide.'" Was das für die Tantiemenverteilung bedeutet hätte, erfährt man nicht.
Weiteres: Hua Hsu
erklärt, wie
exorbitante Studiengebühren die amerikanische Mittelklasse neu strukturieren. Rebecca Mead
berichtet über eine
queere Adaption von E. M. Fosters "Howard's End". Carrie Batten
hört das neue Album der Boyband "Gen Z". Und Anthony Lane
sah die restaurierte Fassung von
Joseph Loseys Film "Monsieur Klein" aus dem Jahr 1976, mit
Alain Delon in der Hauptrolle.