
Im Debattenteil meldet sich in dieser Woche der englische Musiker
Brian Eno (Roxy Music,
Homepage) zu Bush, Amerika und der Irakkrise zu Wort. In seinem
Text, der erstmals im
Time Magazine erschien (
hier), erläutert er seine These, wonach sich die
USA "in einer
Festung der Arroganz und Ignoranz verschanzt" haben, in der "Paranoia und Isolierung zur Lebensform" geworden seien. Die zentrale Frage, die ihn umtreibe, sei: "Wie kann ein Land, das so viel kulturellen und wirtschaftlichen Reichtum hervorgebracht hat,
so dumm handeln?"
In einem
Gespräch stellen
Zbigniew Brzezinski, ehemaliger Berater von US-Präsident Carter, und der ehemalige französische Außenminister
Hubert Vedrine fest, dass "weder Saddam Hussein noch George W. Bush die
Risiken eines neuen Konflikts bewusst" seien. Einig sind sie sich vor allem in der Einschätzung Brzezinskis, dass "ein von der internationalen Gemeinschaft unterstützter Krieg keinen Zusammenschluss des Ostens" zur Folge haben werde. Die Situation nach einem Krieg werde vielmehr "weniger von einem miltiärischen Sieg als von der
'Persönlichkeit' des politischen Gewinners abhängen".
Interessant zu lesen ist eine
Reportage über
Produktplacement im Film. Anlass ist der Start des Films
"Taxi 3", den Luc Besson produzierte, und dessen "eigentlicher Star" ein weißer
Peugeot 406 ist. "
Ein Film ist ein Taxi", hat der Autor des Textes herausgefunden, "dessen Passagiere mehr oder weniger heimlich die Marken sind." Kein Wunder, wenn man die Verantwortliche für Produktplacement bei Master Partenariat hört: "Wir lesen das Drehbuch und fragen uns für jede Szene, welches Produkt man hier unterbringen könnte. Bei einer
Frühstücksszene wären das etwa eine Marmelade der Firma X oder Cornflakes."
Besprochen werden zwei Bücher, die
Porträts prominenter Zeitzeugen, autobiografische Erinnerungen und vermutlich auch ein wenig
Klatsch in sich vereinen. So defilieren durch
"Les jours s'en vont je demeure" (Gallimard) von
Pierre Berge, langjähriger Geschäftspartner und Freund von Yves Saint Laurent, Louise de Vilmorin, Jean Cocteau, Jean Giono und Francois Mitterrand; unter den "
beautiful poeple", denen man im Buch des Schriftstellers
Marc Lambron begegnet (
"Carnet de bal", Grasset), befinden sich Marguerite Duras und Orson Welles, Woody Allen und Robbe-Grillet, Dior und Monica Lewinsky sowie unzählige andere mehr.
Vorgestellt wird außerdem die
Autobiografie "Oublier le temps" (Seuil) von Theaterregisseur
Peter Brook.