
Klaus Brinkbäumer
war beim Petersburger Dialog in Hamburg, auf dem auch
Dr. Leonid Roschal sprach - Kinderarzt in Moskau, Direktor des Instituts für Katastrophenmedizin und einer der Vermittler, die mit den Geiselnehmern in
Beslan verhandelt hatten: "Er sagt: 'Von meinem Standpunkt aus betrachtet, tobt bereits der Dritte Weltkrieg. Er hat bereits begonnen.' Es ist still im Großen Festsaal. Nicht mal Gorbatschow redet noch. Es ging in Beslan nicht um Tschetschenien, sagt Roschal, 'es ging darum, einen
neuen Spannungsherd zu erzeugen, deshalb haben sie keine russische Schule besetzt, sondern eine Schule des
Nachbarvolkes'. Schäuble legt den Kopf schief, Gorbatschow hält seinen Kopfhörer in der Hand, er braucht keine Übersetzung. Die Terroristen haben Erfolg, sagt Dr. Roschal, 'die Stimmung in Beslan ist jetzt so:
Wir marschieren gegen Inguschien! So beginnt die Tragödie, so beginnt dort der Krieg, in dem Tausende sterben werden'."
Außerdem: Barbara Supp hat mit der Sängerin
Senait über ihr Buch "Feuerherz"
gesprochen, in dem die Sängerin von ihrem Leben als
Kindersoldatin im äthiopisch-eritreischen Bürgerkrieg berichtet. Irina Repke und Gunther Latsch haben die
SED-Vergangenheit von
Frank Gottschalk recherchiert - dem Mann, der mit "Plus 6" den ersten deutschen Pornografie
-Sender plant, mit Sitz in Vorpommern. Besprochen wird
Kitty Kelleys Buch "Der Bush-Clan", eine "umfassende Sammlung aller
Schandtaten, die sich der Präsidenten-Clan jemals hat zu Schulden kommen lassen", wie Hans Hoyng genüsslich
versichert.
Nur im Print: Ein Auszug aus
Joachim Fests Erinnerung; ausgewählt wurde die Passage über "die schwierige Liebe" zwischen
Hannah Arendt und
Martin Heidegger. Es gibt eine "Schadensbilanz" nach dem Brand in der Weimarer
Anna Amalia Bibliothek. Außerdem ein Interview mit
Friedrich Merz über "die Verirrungen der Konservativen in der Reformpolitik". Und ein Gespräch mit IG-Metall-Chef
Jürgen Peters über die gewerkschaftliche "Reform-Renitenz und die Rolle der Gewerkschaften in der Autoindustrie".
Im Titel zu
Alexander von Humboldt spricht
Hans Magnus Enzensberger im Interview "über die ansteckende Kraft des Humboldtschen Erkenntnisdrangs, die gegenwärtige
Jammersucht der Deutschen und die Rolle des
widerständigen Intellektuellen gestern und heute".