Spätaffäre - Archiv

Für die Ohren

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Spätaffäre vom 24.03.2014 - Für die Ohren

Hermann Brochs Trilogie "Die Schlafwandler" zeigt an drei Figuren den Wandel der Gesellschaft in der Wilhelminischen Ära. Beim Hören erkennt man frappierende Parallelen zu unseren Tagen: Wirtschaftskrise, Werteverfall, Kulturwandel - Brochs Werk klingt fast wie ein Kommentar zu aktuellen Entwicklungen. Die Trilogie, die der Bayerische Rundfunk als Hörspiel beauftragt hat, umfasst: "1888 - Pasenow oder die Romantik"; "1903 - Esch oder die Anarchie"; "1918 - Huguenau oder die Sachlichkeit". Die Kritiker von FAZ und SZ hatten für dieses auch auf DVD erschienene Hörspiel nur Lob. Zu hören sind u.a. Manfred Zapatka, Samuel Finzi & Jens Harzer (Insgesamt 660 Min.)

Dazu auf Bayern2 Eva Meyers Radio-Essay "Der Kriegstourist" über Brochs "Hugenau oder die Sachlichkeit", ein Roman der die "Einsamkeit durch Orientierungslosigkeit bzw. Verlust des eigenen Wertesystems" thematisiert & variiert: Sind wir alle Schlafwandler, die nicht mehr wissen was sie tun? (44 Min.)

Was lässt sich über Deutschland anhand seiner kursierenden Kleinanzeigen soziologisch und kulturell in Erfahrung bringen? In einem Feature für den SWR ist Martina Schulte auf Spurensuche gegangen: Hier in der Mediathek. (65 Min.)

Spätaffäre vom 21.03.2014 - Für die Ohren

"Das Modell von Érpatak", ein SWR-Feature von Keno Verseck (Website), das den Rechtsruck in Ungarn aus der Mikroperspektive in den Blick nimmt. Der Programmtext: "Mihály Zoltán Orosz, Bürgermeister von Érpatak, führt sein Dorf nach strengen Regeln. Wer sich nicht daran hält wird ausgegrenzt oder vertrieben. Der bekennende Rechtsradikale führt ein rassistisches und präfaschistisches Regiment, das inzwischen zum 'Modell von Érpatak' avancierte und zu einem Fixpunkt für Ungarns autoritär-nationalistische Wende wurde." Hier in der Mediathek. (55 Min.)

"Ein halbes Jahrhundert sexuelle Revolution": In einem Radioessay für den SWR hält der Philosoph Hans-Willi Weis Rückschau. Sein Befund fällt nicht gerade tröstlich aus: "In einem sexuellen Schlaraffenland sind wir nicht angekommen. Vielmehr stellt sich die Frage, ob es eine Verhaltensalternative zum Gehorsam gegenüber den Spielregeln einer kompetitiven Erotik gibt." Hier in der Mediathek. (57 Min.)
Stichwörter: Erotik, Mediatheken, Rechtsruck, SWR

Spätaffäre vom 20.03.2014 - Für die Ohren

Wir leben buchstäblich in neuen Zeiten, wenn man dem Feature "Past Present Future" vom Bayerischen Rundfunk (oder seinen eigenen Arbeitsabläufen) glauben kann. Es attestiert, dass "das Verhältnis zwischen Aktivität und Pause, zwischen Arbeitszeit und Privatleben völlig aus der Balance geraten" ist. Kathi Grünhoffs und Barbara Streidls Sendung befasst sich mit den "Hintergründen für die Unordnung im 'Zeitregime' und sucht nach Lösungen für eine Neuordnung der Zeit. Mit Interviews mit Hartmut Rosa, Soziologe an der Universität Jena, Aleida Assmann, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Konstanz, dem schwedischen Autor Micael Dahlén ('Nextopia'), dem Soziologen Harald Welzer ('Futurzwei') und anderen." Hier in der Mediathek. (53 Min)

Und passend dazu: SWR2 Aula präsentiert Hartmut Rosas Radioessay "Rasender Stillstand", das mit den Konkretionen dieses neuen Zeitmanagements befasst: "Wir sind immer erreichbar, immer online und immer geschäftig, und doch haben wir das Gefühl, nicht weiterzukommen. Unser Leben schrumpft zu kleinen Episoden, der große Zusammenhang scheint uns nicht mehr erreichbar zu sein." Hier zum Nachhören. (28 Min)

Beim WDR finden wir "Erbgut", das neue Hörspiel von Schorsch Kamerun, Sänger der Goldenen Zitronen und Theaterregisseur an diversen Häusern. Aus dem Programmtext: "Der Vater. Der Macher. Der Erzeuger. Um ihn geht es. Um den kaputtbaren, um den saufenden, um den feigen, um den unsterblichen Alten. Um einen Vater, der sieben Leben hat. Und um einen anderen, der gar keins mehr hat. Alle reden vom Papa." Hier zum Download. (52 Min.)

Spätaffäre vom 19.03.2014 - Für die Ohren

In einem Feature für den Deutschlandfunk befasst sich Burkhard Reinartz mit der Kunst der Compilation. Aus dem Programmtext: "Das Münchner Trikont-Label veröffentlicht zum Beispiel Compilations aus Musikbereichen, die ein Schattendasein führen. Besonders raffiniert wird seit über drei Jahrzehnten im Wuppertaler Pina-Bausch-Ensemble kompiliert. Die Soundtracks der Tanzstücke haben eine enorme Bandbreite: von japanischen Muschelflöten über Igor Stravinsky bis zu Drum-and-Bass-Beats. Heute ist es üblich, alle Arten von gelungenen oder entgleisten Zusammenstellungen 'Compilation' zu nennen, auch die Doktorarbeit des Karl-Theodor zu Guttenberg." Hier zum Nachhören (54 Min.)

Bizarre Morde in künstlerischer Vollendung. Die Opfer: Malerin Schmatz, Architekt Herbich und Schriftsteller Samler in einer eine nicht unbekannten Villa für Kunst-Stipendiaten der unterschiedlichsten Genres. Die Krimi-Kunst-Groteske von Ingomar von Kieseritz produzierte Deutschlandradio Kultur 1996 als Hörspiel "Mord in der Villa Massimo" in der Regie von Karin Bellingkrodt u. a. mit Irm Hermann, Bruno Ganz, Otto Sander, Vadim Glowna, Elisabeth Trissenaar, Christian Brückner (55 Min.)

Spätaffäre vom 18.03.2014 - Für die Ohren

Der Wagenbach Verlag feiert seinen 50. und alle feiern mit. Der "Verlag für wilde Leser" wurde 1964 in Berlin von Klaus Wagenbach gegründet. Heute leitet seine Ehefrau Susanne Schüssler die Geschäfte - Katja Weise führte auf NDR Kultur mit beiden ein längeres Gespräch. (41 Min.)

1948 legte der Mathematiker und Philosoph Norbert Wiener den Grundstein der Kybernetik. Michael Reitz stellt dessen Theorien und ihren Folgen für die Gegenwart in einem Feature für den SWR vor: Hier zum Nachhören. (27 Min.)

In ihrem Deutschlandradio-Kultur-Feature "Vom ewigen Augenblick der Stille" versuchen Susanne Burkhardt und Robert Brammer sich durch Gespräche, Gedanken, akustische Reflexionen und Assoziationen dem Phänomen der Stille zu nähren: Was ist Stille? Und wann ist Stille? Eine Grenzerfahrung, Voraussetzung von Musik, von Einsamkeit, von Kreativität und von Selbstfindung, aber auch Bestandteil von besonderen Augenblicken des Lebens ... (53 Min.)

Spätaffäre vom 17.03.2014 - Für die Ohren

Auf der Leipziger Buchmesse ist Saša Stanišić gerade für seinen Roman "Vor dem Fest" mit dem Buchpreis ausgezeichnet worden. Auszüge daraus und aus anderen nominierten Romanen kann man bei den "radioTexten" des Bayerischen Rundfunks hören: Hier. (31 Min.)

Vor einem Jahr inszenierte Milo Rau im Moskauer Andrei-Sacharow-Zentrum das Gerichtsdrama "Moskauer Prozesse", in dem er reale Gerichtsverfahren - etwa jenes gegen Pussy Riot - von russischen Juristen und Kunstschaffende neu verhandeln ließ. Der Deutschlandfunk widmet dem Projekt ein interessantes Feature: hier zum Anhören (45 Min.), hier das pdf zum Download. Der gleichnamige Film zum Stück kommt am Donnerstag ins Kino.

Spätaffäre vom 14.03.2014 - Für die Ohren

Eine Breitband-Sendung von Deutschlandradio Kultur beschäftigt sich mit "alten Konflikten und neuen Dystopien" - sprich: mit dem Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, über den auf allen Kanälen rund um die Uhr berichtet wird. Es ist der Versuch, das "Dickicht der Interessenslagen ein wenig zu entwirren". Zu Wort kommt u. a. Gemma Pörzgen, Osteuropa-Journalistin und Reporter ohne Grenzen-Vorstandsmitglied. (55 Min.)

Dass John von Düffel gern schwimmt, ist seit seinem Romandebüt "Vom Wasser" kein Geheimnis mehr. Er schrieb weitere Romane, Essays und Theaterstücke. Ulrich Fischer unterhält sich auf NDR-Kultur mit von Düffel über seine "Wassererzählungen", über seine Stücke und Arbeit am Theater. (26 Min.)

Spätaffäre vom 13.03.2014 - Für die Ohren

In ihrem SWR-Feature "Stimme der Stimmlosen" befasst sich Mandy Fox mit den indonesischen Lokalradios, die für die dortigen Communitys gerade auch auf dem Land eine wichtige Rolle spielen. Oft stellen sie "das einzige Medium für Bildung und Information in den oft abgelegenen Siedlungen. Der Regierung sind sie allerdings häufig ein Dorn im Auge, weil sie zu selbstständig, zu selbstbewusst agieren. Dabei könnten sie die Demokratisierung des Landes vorantreiben", schreibt der Programmtext. Hier kann man das Feature nachhören. (55 Min.)

Für den Bayerischen Rundfunk hat sich Rainer Praetorius mit dem Leben und Werk Stanley Kubricks befasst. Für sein Feature "Ein Leben für den Film" hat er sich mit einigen Wegbegleitern unterhalten, darunter Jan Harlan, Kubricks langjährigem Produzenten. Hier kann man es nachhören. (53 Min.)

Spätaffäre vom 12.03.2014 - Für die Ohren

Birdy ist von Vögeln fasziniert und wollte ihre Sprache lernen. Im Militärhospital, nach einem Einsatz im Zweiten Weltkrieg, bleibt er stumm und pickt Körner. Sein schwer verwundeter Freund Al versucht wieder Zugang zu ihm zu bekommen. Naomi Wallace erzählte die Geschichte in ihrem 1978 erschienenen Roman "Birdy". Alan Parker verfilmte das Buch 1984 und 2003 produzierte Deutschlandradio Kultur ein gleichnamiges Hörspiel in der Bearbeitung und der Regie von Norbert Schaffer. In den Hauptrollen sind Barnaby Metschurat, Daniel Brühl, Florian von Manteuffel und Hans-Peter Hallwachs zu hören. (69 Min.)

"Meines Wissens hatte kein Neger vor mir dieses kleine Schweizer Dorf betreten." - Zwischen 1951 und 1953 zog sich der afroamerikanische James Baldwin dreimal in das Walliser Bergdorf Leukerbad zurück, um dort an seinem Roman "Go tell it on the mountain" (Gehe hin und verkünde es vom Berge, mehr hier) zu arbeiten. Die Erfahrung war enorm - für die Dörfler ebenso wie für den Dichter. Für ihr Feature "Wie ein Schaf in der Wüste" (swr 2) haben sich Michael Stauffer und Rolf Hermann auf die Spuren Baldwins in Leukerbad begeben. Ihr Bergführer ist unter anderem der Walliser Lucien Happersberger, Begleiter und Geliebter Baldwins in den 50er-Jahren. (Produktion 2011, 54 Min.)

Spätaffäre vom 11.03.2014 - Für die Ohren

Bei der BBC berichtet Jessie Levene über das explodierende Interesse für Designermode in China und die Auswirkung auf chinesische Designer und weibliche Identität in China. Interviewpartner sind u.a. Angelica Cheung, Redakteurin bei China Vogue, die Modedesignerin Vega Zaishi Wang und Isabelle Pascal, Gründerin des Wuhao Concept Store, der chinesische Designer vorstellt. (25 Min.)

Friedrich Anis Krimis lesen viele. Er hat auch Gedichte, Bücher für Jugendliche, Hörspiele und Drehbücher geschrieben. Vor drei Wochen ist sein Jugendbuch "Die unterirdische Sonne" erschienen: "nichts für Feiglinge", versichert er im Gespräch mit Kirsten Westhuis auf NDR Kultur verriet. (42 Min.)