9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Geschichte

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.07.2022 - Geschichte

Der Architekurtheoretiker Philipp Oswalt ist einer der entschiedensten Gegner des Wiederaufbaus der Potsdamer Garnisonkirche. In der Zeit schildert er, wie die Initiative des Bundeswehroffiziers Max Klaar nach und nach immer komplettere Gestalt annahm - obwohl über den rechtsextremen Hintergrund der Initiatoren kein Zweifel besteht: "Die Zeit unmittelbar nach 1945 nannte er eine 'Segerdiktatur'und raunte von einem 'Umschreiben deutscher Archive und Geschichte' durch die Alliierten; ein rechtsradikaler Verlag warb mit einer Sonderpublikation für den Wiederaufbau der Garnisonkirche." Und natürlich: "Mittlerweile wird das Projekt überwiegend aus Steuergeldern finanziert."

Vor einer Woche hatte Charlotte Wiedemann in der taz das Leid der Palästinenser beklagt, die durch die Staatsgründung Israels sozusagen zu unschuldigen Zweitopfern des Holocaust geworden seien (unser Resümee). Diesem Geschichtsbild widerpricht heute Ulrike Klausmann: "Immer wieder begegnet mir im privaten, aber leider auch im beruflichen Umfeld die Erzählung: Den Konflikt zwischen Arabern und Juden im Nahen Osten gibt es erst seit der Staatsgründung Israels. Doch wenn man den Blick auf die arabischen Nachbarländer erweitert, fällt auf, dass es dort schon in den 1930er und den frühen 1940er Jahren Hass, Hetze und Pogrome gegen Jüdinnen und Juden gab. Beim Farhud, einem blutigen Pogrom in Bagdad im Jahr 1941, ermordeten arabische Nationalisten über hundert Juden; es gab Hunderte Verletzte. 1947 starben über siebzig Juden in Aleppo, auch im Libanon und anderen arabischen Ländern kam es zu Verfolgungen und Übergriffen. Zu den Ursachen gehörte der wachsende arabische Nationalismus, aber auch die judenfeindliche Propaganda der Nationalsozialisten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.07.2022 - Geschichte

Im großen ZeitOnline-Interview mit Johannes Böhme erklärt der in Yale lehrende Rechtshistoriker Samuel Moyn, weshalb es Russlands Zustimmung braucht, um Putin in Den Haag wegen des Angriffskrieges zu belangen und warum die Humanisierung des Krieges Kriege "moralisch akzeptabel" werden ließ: "Direkt nach der französischen Revolution versuchten Aktivisten, beides gleichzeitig abzuschaffen: den Krieg und die Sklaverei. Beides waren grausame, scheinbar vermeidbare Praktiken. Mit der Sklaverei waren sie erfolgreich, mit dem Krieg nicht. Es ist in Vergessenheit geraten, wie absurd die Abschaffung der Sklaverei vielen damals erschien. Es gab Menschen, welche die Sklaverei deshalb vor allem humaner machen wollten, etwas weniger grausam. Heute sehen wir, wie diese Anstrengungen eher dazu beigetragen haben, die Institution der Sklaverei zu festigen, zu bewahren, zu legitimieren." In den letzten Jahrzehnten habe auch die Friedensbewegung an Kraft verloren, meint er.

Nehmt euch ein Beispiel an Stauffenberg, ruft der Historiker Thomas Weber Moskaus Eliten in der Welt zu: "Es braucht regimetreue Persönlichkeiten, die sich gegen Putin wenden und zur Tat schreiten, wenn wir einen langen und brutalen Zermürbungskrieg und Jahre des Elends, der Armut und des Todes vermeiden wollen. Deshalb ist Stauffenberg ein Vorbild dafür, wie Regimetreue in Russland - und in allen Staaten, die sich der Tyrannei zuwenden - auf ihr Gewissen hören und einen Regimewechsel einleiten könnten. Die Einschätzungen westlicher Geheimdienste deuten darauf hin, dass unter den Regimetreuen in Russland die Unzufriedenheit mit dem Krieg wächst, weshalb der 20. Juli 2022 ein guter Zeitpunkt ist, um die Lehren des 20. Juli 1944 zu nutzen und die Menschen zu inspirieren, damit sie aktiv werden und erkennen, dass sie mit ihrer Unzufriedenheit nicht allein sind." Sein Rat: Kein Attentat, sondern auch mal "njet" sagen und die Regierungsstruktur untergraben.

In der SZ nimmt Joachim Käppner den Jahrestag indes zum Anlass, Extremisten jeder Couleur in Erinnerung zu rufen, was Widerstand eigentlich bedeutet: "Die Rückkehr des Krieges nach Europa durch Putins mörderischen Überfall auf die Ukraine lässt diejenigen im Westen, die sich berufen fühlen, 'Widerstand' gegen freiheitliche Rechtsstaaten zu leisten, als die Scharlatane erkennen, die sie sind, egal ob Brandsätze schleudernde Linke in Paris oder Rechtspopulisten in Deutschland, die 'Freiheit' rufen, wenn sie Unfreiheit meinen. Rechte wie linke Extremisten fordern gern 'Meinungsfreiheit' und beschimpfen den demokratischen Rechtsstaat als 'das System', klagen die 'die Mainstream-Medien' oder 'die Eliten' als geistige Unterjocher an, gegen die man sich wehren müsse. Selten wurde der Widerstandsbegriff auf durchsichtigere Weise instrumentalisiert. Die Meinungsfreiheit erlaubt es ihnen ganz selbstverständlich, auf den Straßen und im Netz nach Meinungsfreiheit zu schreien - auch wenn sie darunter vor allem die Freiheit verstehen, keine andere andere Meinung mehr hören zu müssen als die eigene Ideologie."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.07.2022 - Geschichte

Sehr kritisch setzt sich Hubertus Knabe in seinem Blog mit dem in Berlin geplanten sehr aufwändigen Dokumentationszentrum "Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa" auseinander. Im sechzigseitigen Konzept zum Zentrum fallen ihm Leerstellen auf: "Entgegen der postulierten 'europäischen Ausrichtung' des Zentrums spielen auch die unterschiedlichen Sichten in Europa auf den Krieg keine Rolle. Für Osteuropa ist zum Beispiel der Hitler-Stalin-Pakt ein zentrales Moment, weil der deutsche Überfall auf Polen ohne diesen nicht möglich gewesen wäre. In dem Ausstellungskonzept wird er ebenso wenig erwähnt wie die Besetzung Ostpolens durch die Rote Armee. In Übereinstimmung mit dem selektiven Geschichtsbild des russischen Präsidenten Waldimir Putin tritt ausschließlich Deutschland als Verantwortlicher in Erscheinung."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.07.2022 - Geschichte

Vor achtzig Jahren organisierte die Polizei des Vichy-Staats die "Razzia des Vel d'Hiv". Mehr als 13.000 Juden waren auf eigene Initiative der französischen Polizei zusammengetrieben worden, Kinder wurden von den Müttern getrennt, die Juden wurden nach Auschwitz deportiert und so gut wie alle umgebracht. Der Bahnhof von Pithiviers, von dem aus sie deportiert wurden, ist jetzt ein Gedenkstätte. Emmanuel Macron hat sie eingeweiht, berichtet Michaela Wiegel in der FAZ: "'Nicht ein einziger Soldat aus Deutschland war an den Razzien beteiligt', sagte Macron am Sonntag 'Es waren sehr wohl unsere Gesetze... und unsere Polizei', sagte auch Premierministerin Elisabeth Borne bei einer Gedenkveranstaltung in Paris am Sonntagmorgen. 'Wir müssen unserer Geschichte ins Auge sehen', sagte Borne, deren Vater Joseph Borne nach Buchenwald deportiert worden war." Die taz erinnert heute an sieben Polizisten in Nancy, die die ausländischen Juden der Stadt warnten und retteten.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.07.2022 - Geschichte

Der Holocaust verdecke die Leidensgeschichte der Palästinenser, ist Charlotte Wiedemann, Autorin des Buchs "Den Schmerz der Anderen begreifen -Holocaust und Weltgedächtnis", in der taz überzeugt: "Mittlerweile zieht ein beachtlicher Teil des etablierten Deutschland einen Bannkreis um alles, worin der Begriff 'Palästina' vorkommt: Vorsicht, Antisemitismus, besser nicht nähern! So wird die Erinnerung an das Großverbrechen unserer Vorfahren zu einer Waffe, die sich ausgerechnet gegen jene richtet, die von Mitschuld daran anders, als viele deutschen Familien, völlig frei sind... Gerade wenn der Holocaust als eine alle anderen Faktoren überschattende Ursache der Staatsgründung betrachtet wird, wäre die Nakba auch Teil unserer Geschichte, Teil einer gemeinsamen Geschichte. Stattdessen wird von hiesigen Palästinensern verlangt, sich in das deutsche Passepartout einzufügen und ihr eigenes Leid als unvermeidbare Folge des größeren Leids anderer zu betrachten. Das kann nicht gelingen." Über die "Unschuld" der palästinensischen Organisationen, die die Palästinenser leider in den meisten Belangen vertreten, schrieb neulich der Historiker Jeffrey Herf, mehr in unserer Magazinrundschau.

Die Inflation wird die Demokratie nicht gefährden, winkt der Philosoph Otfried Höffe in der Welt ab, der Vergleiche zwischen Gegenwart und dem Krisenjahr 1923 nicht gelten lassen will: "Zum ersten fielen die damaligen wirtschaftlichen Verwerfungen, Inflationsraten und Wohlstandseinbußen, nicht zuletzt die Arbeitslosigkeit um ein Vielfaches höher als heute aus. Zum Zweiten bietet der zumindest in West und Nordeuropa weit ausgebaute Sozialstaat ein Auffangnetz, dessen heutige Dichte es damals nicht annähernd gab. Zum dritten war die Demokratie nicht im entfernten so gefestigt, wie es auch hierzulande und nicht erst seit Kurzem der Fall ist."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.07.2022 - Geschichte

Der Historiker Jaroslaw Hryzak, Sprecher der Deutsch- Ukrainischen Historikerkommission, nimmt in der FAZ das deutsche Publikum an der Hand und führt in das Labyrinth finsterer historischer Komplikationen, aus dem sich die heutige Ukraine befreien muss. Stepan Bandera ist hier eine Kristallisationsfigur: Polen, Deutsche, Russen, Juden und Ukrainer haben unterschiedliche Blicke auf ihn: "Für die Mehrheit der Juden und Deutschen geht es vor allem um die Beteiligung Banderas am Holocaust, für die Polen am Gemetzel in Wolhynien. Der Kampf der Bandera-Leute gegen die Sowjets ist für sie alle eine Nebensache. Doch die Mehrheit der Ukrainer schätzt Bandera als Helden oder sieht ihn zumindest positiv. Viele wollen nichts über die Verbrechen der Bandera-Leute an Polen und Juden wissen oder wissen es tatsächlich nicht. Bandera symbolisiert für sie den kompromisslosen Kampf für die nationale Unabhängigkeit, in erster Linie gegen die Russen und die Sowjetregierung." Mit ihrer Vergangenheit ins Reine kommen, so Hryzak, können die Ukrainer erst, "wenn der Krieg beendet wird und die russische Bedrohung aufhört".

In Spanien wird ein neues "Gesetz über die demokratische Erinnerung" verabschiedet, berichtet Hans-Christian Rößler in der FAZ. Es geht weit über die bisherige Gesetzgebung zur Erinnerung an die Franco-Diktatur von 2007 hinaus. Allerdings konnte es die die linke Minderheitsregierung nur mit Unterstützung einiger regionalistischen Parteien durchsetzen, so Rößler. Das ist im Gesetz spürbar: "So werden nun die baskische, katalanische und galicische Sprache zu 'Opfern' des Franquismus erklärt. Ein 'technischer Ausschuss' wird zudem Menschenrechtsverletzungen bis zum Jahr 1983 untersuchen, obwohl aus Spanien eigentlich schon 1978 eine Demokratie wurde. Dafür hatten sich die baskischen Linksnationalisten eingesetzt, denen es dabei um die Morde der von der Regierung González unterstützten 'Antiterroristischen Befreiungsgruppen' (GAL) an ETA-Mitgliedern geht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.07.2022 - Geschichte

Der Slawist Wolfgang Kissel erzählt in der FAZ, warum das Abreißen und Wiederaufstellen von Puschkin- und Schewtschenko-Büsten im Ukraine-Krieg eine so große Rolle spielt. Um Puschkin wurde zunächst von den Zaren, später wieder von Stalin (im Gegensatz zu Lenin) ein imperial-zentralistischer Kult betrieben. Unter Stalin wurde der Puschkin-Kult nur vom Stalin-Kult selbst übertroffen, so Kissel. Während Schewtschenko das Bestreben osteuropäischer Länder verkörpert, dem Bann Russlands zu entkommen, auch indem man die eigene Sprache behauptet - Dichter spielten darum im 19. Jahrhundert  in den entstehenden Nationen eine solch zentrale Rolle. Aber nach dem Tod Schewtschenkos "wurde das Ukrainische im Zarenreich unterdrückt, seine Entwicklung zu einer modernen Wissenschafts- und Kommunikationssprache sollte verhindert werden. Werkausgaben ukrainischer Dichter, so auch von Schewtschenko, erschienen jedoch weiterhin in Lemberg, das seit 1772 zur Habsburger-Monarchie gehörte und wo weitaus günstigere Bedingungen für die ukrainische Sprache und Schriftkultur bestanden. Dort lehrte der Historiker Mychajlo Hruschewskyj, der heute als Hauptvertreter einer großen Erzählung ukrainischer Geschichte angesehen wird."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.07.2022 - Geschichte

In der taz antwortet der russische Historiker Alexander Gogun auf einen Text von Stefan Reinecke (unser Resümee), der Gogun zufolge Putins manipulative Erinnerungspolitik gleichgesetzt habe mit russischer Erinnerungskultur. Gogun pocht auf die Pluralität russischer Forschung: "Jetzt ist in Deutschland der Vorschlag eines akademischen Boykotts Russlands zu hören, obwohl die Kleptokratie in Moskau genau das will. Ihr Regime basiert auf einer schrittweisen Isolierung der Russen von der freien Welt. Deshalb muss ein Abbruch der Zusammenarbeit mit Putins Beamtenschaft - auch im historischen Bereich - gerade mit einer vielfachen Ausweitung und Intensivierung der Kontakte zur russischen Gesellschaft, auch zur Diaspora, einhergehen. In Zeiten des Internets hören auch immer mehr Menschen in Russland russischen Emigranten zu und werden das auch weiter tun."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.07.2022 - Geschichte

Stepan Bandera war ein Faschist und ein rasender Antisemit. Dennoch wird er als Freiheitskämpfer von vielen in der Ukraine nach wie vor verehrt, eine für Deutschland undenkbare Kombination, schreibt die Historikerin Franziska Davies im Spiegel. Dennoch plädiert sie dringend, die ganze Geschichte zu sehen: Der Holocaust war eine deutsche Tat, auch wenn es ukrainische Unterstützer gab. Die ukrainischen Schergen der OUN und der UPA (Ukrainische Aufstandsarmee) standen nicht gleichrangig neben den Nazis. Im übrigens fragt sich Davies, ob diese Debatte zu dieser Zeit nicht einen unguten Entlastungscharakter hat, der eine Abwendung von der Ukraine begleitet. "Unsere polnischen Nachbarn verfolgen da einen anderen Ansatz: Sie wissen (anders als viele Deutsche) seit Langem um die Verbrechen der UPA. Trotzdem kommt kaum jemand darauf, die Verklärung der Nationalisten, wie Melnyk sie jüngst prominent zum Ausdruck brachte, mit der nun benötigten Solidarität in Verbindung zu bringen."

Die von Putins Armee belagerte Stadt Saporischschja, direkt am Dnipro gelegen, hat für die Ukrainer höchste symbolische Bedeutung, erzählen Thomas Gerlach und Bernhard Clasen in der taz. Hier liegt die Flussinsel Chortyzja, einst das Hauptquartier der Kosaken, die einen historischer Bzugspunkt für die ukranische Nation ist: "Zwar existieren auf der Insel nur der hölzerne Nachbau der Saporoger Sitsch, ein Freilichttheater und ein scheußlicher Museumsbau, dennoch gibt es kaum einen anderen Ort, der als Nationalheiligtum an die Chortyzja heranreicht. Kosak - das Wort stammt aus dem Tatarischen und bedeutet freie Krieger. Kosaken - das waren entlaufene Leibeigene und tatarische Krieger. Sie lebten im Dikoje Polje, dem 'Wilden Feld', dem dünn besiedelten Unterlauf des Dnipro, vom Fischfang, von der Jagd, aber auch von Raubzügen. Da sie hinter den gefährlichen Stromschnellen (russisch: Sa Porogi) am Dnipro lebten, nannte man sie 'Saporoger'. Später schlossen sie sich zu größeren Verbänden zusammen und nannten ihr Lager 'Saporoger Sitsch', ihr gewähltes Oberhaupt hieß Hetman"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.07.2022 - Geschichte

Die NS-Verstrickungen der Flicks, Fincks und Quandts sind nicht ganz unbekannt, aber die Familien selbst begnügen sich, wenn überhaupt, mit akademischen Aufarbeitungen. In ihren Stiftungen oder auf ihren Webseiten sucht man die Distanzierung meist vergeblich, muss David de Jong, Autor des Buchs "Braunes Erbe", feststellen, wie er in einem Artikel in der New York Times, den die Berliner Zeitung übersetzt hat, schreibt: "Als ich Jörg Appelhans, den langjährigen Sprecher von Stefan Quandt und Susanne Klatten, nach der Verwendung der Namen ihres Großvaters und ihres Vaters für ihre Firmensitze und den Medienpreis fragte, schickte er mir eine E-Mail, in der es hieß: 'Wir glauben nicht, dass die Umbenennung von Straßen, Plätzen oder Institutionen ein verantwortungsvoller Umgang mit historischen Persönlichkeiten ist', weil dies 'eine bewusste Auseinandersetzung mit ihrer Rolle in der Geschichte verhindert und stattdessen deren Vernachlässigung befördert.' Eine besonders schamlose Verdrehung: Diese Familien zeigen die blutige Geschichte hinter ihrem Vermögen nicht, außer in Auftragsstudien in dichtem Akademiker-Deutsch, deren Ergebnisse sie bei der Beschreibung ihrer Familiengeschichte letztlich weglassen. Sie gehen nicht mal ehrlich mit ihnen um. Im Gegenteil: Sie gedenken ihrer Patriarchen, ohne deren Aktivitäten in der Nazizeit zu erwähnen."