Netzpolitik hat sich dankenswerter Weise schon als
Perlentaucher betätigt und eine
Presseschau zur nun verkündeten
Digitalen Agenda zusammengestellt. Die Begeisterung ist nicht groß. Stellvertretend sei Helmut Martin-Jung in der
SZ zitiert: "Die lang erwartete Digitale Agenda ist nichts als eine
Ansammlung von Aufgaben - und zwar von solchen, die schon
seit Jahren versäumt wurden und die die Regierung nun auch noch in geradezu herzzerreißender Unverbindlichkeit aufgeschrieben hat."
In der
taz ermuntert Johannes Thumfart dazu, das
E-Book endlich mal als das anzunehmen, was es ist: keine schlechtere Version des gebundenen Buches, sondern etwas
ganz eigenes: "Wer wissen will, was E-Books können, der muss vielleicht
in Afrika anfangen. Seit Anfang des Jahrtausends wuchs die Internetnutzung auf dem Kontinent um
3.
606 Prozent. Parallel dazu entwickelt sich eine
rege E-Book-Publishing-Szene, mit rein digitalen Verlagen wie Cassava Republic aus Nigeria und Mampoer Shorts aus Südafrika sowie internationalen Projekten wie Worldreader und Pubslush, die von einer
kostengünstigen Literarisierung des Kontinents per E-Book-Reader träumen. Netzzugang vorausgesetzt machen digitale Texte Bildung unbeschränkt zugänglich. Nie war der Akt des Publizierens und Lesens inklusiver als in Zeiten des E-Books. Und das nicht nur in Afrika, sondern auf ähnliche Weise auch in
Indien und
China, wo der digitale Buchmarkt schon längst ein Vielfaches des gedruckten darstellt."
Stefan Weidner erklärt in der
SZ, warum er die
Petition gegen Amazon nicht unterschreibt: Er fotografiert auch nicht mehr mit einer Leica. Das E-Book, erklärt er, ist die Zukunft und für die tun deutsche Buchverlage und der Handel viel zu wenig: "Um einen entstehenden Markt zu erobern und einen
Strukturwandel zu überleben, der so gründlich ist wie die Digitalisierung, braucht man Aggressivität und einen unsentimentalen Blick nach vorn. Amazon hat das, der deutsche Buchmarkt nicht, nichts anderes belegt der Protest gegen Amazon. Ich verstehe die Gründe für den Protest und die Angst, aber das ändert nichts an der
Verknöcherung und Reformunwilligkeit des Buchmarktes."
Außerdem in der
SZ: Eigentlich können wir in Europa und auch Deutschland technologisch durchaus mit den Amerikanern mithalten, was die
digitale Revolution angeht, meint
Yvonne Hofstetter, Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH: Wenn wir nur etwas risikofreudiger wären und diese Risikofreude auch
den Mittelstand belohnen würde.