Amazon ist heute überall! Während die Schriftsteller noch über das jetzige Amazon klagen (siehe
Efeu,
hier), zündet Amazon offenbar schon die
nächste Stufe der Rakete: "
kindleunlimited", eine Art Flatrate für Bücher für 9,99 Dollar im Monat, Werbespruch: "Enjoy
unlimited access to over 600,000 titles and thousands of audiobooks for just $ 9.99 a month." Darrell Etherington
verweist in
Techcrunch auf einen bei Google
noch zugänglichen Amazon-Link, wo das Angebot schon dargestellt ist. Amazon konkurriert mit Diensten wie
Oyster, die gerade einen solchen Service aufbauen wollten. Aber eine kleine Frage ist noch offen: Amazons "Testseiten führen keins der
fünf großen Verlagshäuser auf, also auch nicht Simon & Schuster und HarperCollins, die mit Oyster bereits kooperieren. Die größten Verlage verlangen eine große (das heißt siebenstellige) Grundgebühr im voraus, außerdem müssen die Dienste jedes Mal zahlen, wenn ein konkretes Buch gelesen wird. Neuausgaben bleiben den traditionellen Verkaufswegen vorbehalten. Amazon scheint einen
besseren Deal im Sinn zu haben..."
Gestern kursierten Gerüchte, dass Amazon Simon & Schuster kaufen will (wir
verlinkten). Jörg Häntzschel greift diese Gerüchte heute in der
SZ auf: Heute trifft
Jeff Bezos den CBS-Chef
Les Moonves. Simon & Schuster gehört zu CBS - und es geht um nicht weniger als die
Zukunft des Buchs, meint Häntzschel. Lothar Müller schreibt auf der Tagesthemenseite der
SZ außerdem über
Selfpublishing, und Häntzschel skizziert Amazons aggressive Geschäftsstrategie. Heute
macht Matt Asay außerdem im
Readwriteweb auf eine große
Geschichte in bei
Businessweek.com aufmerksam: Der Amazon-Cloud-Dienst AWS "ist eines der am
schnellsten wachsenden Softwarehäuser aller Zeiten."
Eduard Kaeser, publizierender Physik- und Philosophie-Lehrer,
sorgt sich in der
NZZ um die sogenannte
Peer-Review, das Prüfungsverfahren zur Qualitätskontrolle
wissenschaftlicher Artikel. Die wird im Webzeitalter, insbesondere aber durch
Open Access, immer schlechter, findet er: "Die Grauzone von pilzartig aus dem Netzboden schießenden Journalen nährt natürlich auch den generellen Argwohn, dass durch Open Access die
Qualitätsstandards verwässert würden. Und um diesen Argwohn zu schüren, ist es seit einiger Zeit gang und gäbe, verdeckte Prüfungen der wissenschaftlichen Prüfer durchzuführen, indem man bei Zeitschriften Pseudostudien einreicht: "sting actions". Solche düpierende Sticheleien sorgen für
hämisches Schmunzeln in der akademischen Welt (...)."
Einer Forschergruppe der Universität Singapur ist es zu verdanken, dass
Charles Darwins komplette Schriften - insgesamt über vierhundert Bände - zu seiner
Galapagos-Reise transkribiert und bei
darwin.online als
PDF-Dateien einsehbar sind,
meldet Sam Machkovech begeistert bei
arstechnica. Aus diesem Fundus stammt auch das folgende Bild:

Außerdem: In der
FAZ ist sich die Software-Pionierin
Shoshana Zuboff sicher, dass der digitale Wandel nicht unbedingt zu einem
Abbau von Arbeitskräften führen muss.