Der Dumont-Verlag hat den
Berliner Verlag mit der
Berliner Zeitung und dem
Berliner Kurier an das Millionärsehepaar
Silke und Holger Friedrich verkauft, die in Berlin eine
schicke Privatschule betreiben und in Techno-Clubs engagiert waren, aber ihr Geld wohl zuvor in der Software-Industrie gemacht haben,
berichtet Gregory Lipinski bei
Meedia. Das Ehepaar sagt, dass es eine "versachlichte, faktenbasierte Berichterstattung " anstrebe und den Kauf der Zeitung "als
zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten" ansehe.
In der
taz zitiert Alexander Nabert die Betriebsvorsitzende Renate Gensch, die vor Stellenabbau warne: "'Ich habe schon lange die Befürchtung, dass die
Printzeitung abgeschafft werden soll', sagt Gensch. Die Druckerei, die mit zur Verkaufsmasse gehört, habe rund 200 Mitarbeiter. Die starke digitale Ausrichtung der Übernahme könnte eine solche Einstellung der Printzeitungen vorbereiten."
Die beiden Käufer haben sich gestern der Belegschaft der Zeitungen vorgestellt,
schreibt Zacharias Zacharakis bei
Zeit online: "Es sei ein eher bescheidener Auftritt des Ehepaars gewesen, das seit rund 20 Jahren verheiratet ist und drei gemeinsame Kinder hat, berichten Teilnehmer aus dem Verlag. Man habe nicht die
üblichen Worthülsen der Medienmanager zu hören bekommen, sondern klare Statements." Als Kaufpreis ist von einer "mittleren
zweistelligen Millionensumme" die Rede. "Der
Berliner Markt gilt als besonders schwierig, mancher sagt, als unschiffbares Gewässer, und das seit dreißig Jahren",
warnt Götz Hamann in einem zweiten Artikel bei
Zeit online.
Ebenfalls in der
taz berichtet Steffen Grimberg über Sorgen vor Stellenabbau im
Axel Springer Verlag.
Bei den
Uebermedien berichtet Daniel Bouhs über die Mühen der
öffentlich-rechtlichen Sender, ihre
Archive online zu stellen. "Nur einige wenige Sendungen wie 'Panorama' oder auch 20-Uhr-'Tagesschau' und 'Tagesthemen' stehen bislang über Jahre oder sogar Jahrzehnte frei im Netz." Naja, wenn man bei der 'Tagesschau' ein Datum von 1989 eingibt, bekommt man Ergebnisse von 2007!
Frank Lübberding liest in der
FAZ vergleichende Studie des Reuters Institutes zu
öffentlich-rechtlichen Sendern in Europa.
ARD und
ZDF kommen
auch online demnach schlechter beim jüngeren Publikum an als die
BBC, und auch
politisch sieht Lübberding ein Problem: "Das Vertrauen in die Berichterstattung ist, so das Reuters Institute, in Deutschland bei jenen Zuschauern, die sich politisch in der
Mitte oder links verorten, größer als bei denen, die sich politisch rechts der Mitte sehen. Ein vergleichbarer Vertrauensverlust auf dieser Seite des politischen Spektrums ist woanders nicht festzustellen, auch nicht bei der
BBC."
Hier stellt das Reuters Institute die Ergebnisse der Studie im Detail vor.