Dass der ehemalige SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping heute ein inniger China-Freund ist, war schon länger bekannt. Hans-Martin Tillack
bringt jetzt in der
Welt eine große Recherche über enge und zuweilen reichlich dubiose Kontakte zwischen
China und der CSU. Zu den begeistertsten China-Lobbyisten gehört heute der CSU-Abgeordnete und ehemalige Bundesinnenminister
Hans-Peter Friedrich. Überhaupt Bayern: "Eine gewisse Offenheit für Kontakte mit der Volksrepublik ist in Bayern Regierungspolitik. Das ist sicher auch erklärbar durch die
großen Firmen im Land, die im Reich der Mitte Geschäfte machen. Und auch in anderen Parteien gibt es Politiker, die sich mit einer
gewissen Hingabe um die Beziehungen zu China kümmern. Nicht zufällig geht es häufig um Männer, die ihre Karriere in der Bundespolitik hinter sich haben. 'Die Chinesen pflegen
die Silberrücken, rollen ihnen den roten Teppich aus', sagt Thorsten Benner, Direktor des Thinktanks GPPI in Berlin. 'Das ist eine Mischung aus Geld, Ego und Überzeugung', vermutet er über die Motive der Umworbenen."
Und es gibt noch mehr China Liebhaber!
Thomas Heberer, Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas an der Universität Duisburg-Essen, und
Helwig Schmidt-
Glintzer, Professor für Sinologie und Direktor des China Centrum Tübingen, sind "auf eigene Initiative" wie die beiden betonen, mit drei weiteren Wissenschaftlern nach
Xinjiang gefahren, wo China die Uiguren unterdrückt. Aber das war dem islamistischen Terror geschuldet und jetzt wird es auch schon
viel besser, versichern die beiden in einem
Bericht für die
NZZ, der sich
wie von der chinesischen Regierung geschrieben liest. "Aufseiten der uigurischen Bevölkerung stoßen die von der Zentralregierung angestoßenen Modernisierungen in Sachen Bildung, medizinische Versorgung und Arbeit unübersehbar
auf Sympathie. Die während der Hochphase des Kampfs gegen den Terror entstandenen verschiedenen
Lager, ist zu vernehmen, sollen inzwischen
weitgehend aufgelöst worden sein. Dies deutet auch der kritische Xinjiang-Experte Adrian Zenz, der in den vergangenen Jahren die meisten Dokumentationen zur Entwicklung in Xinjiang vorgelegt hat, in einem jüngst erschienenen Papier an." Vielleicht sollte die EU die
Sanktionen gegenüber China einstellen, regen die beiden an.
Im Verwesungsduft des Trumpismus, der leider nicht nur Amerika verpestet, erleben wir einen
nie dagewesenen Rückzug des Westens,
schreibt Bernard-Henri Lévy in
La Règle du Jeu und nennt etwa den Rückzug aus Afghanistan oder die Gleichgültigkeit gegenüber den Kurden und Armenien als Beispiele. "Und dann ist diese Welt zweitens die Welt von
fünf Imperien, die man für tot hielt, die aber angesichts der Leere, die der Westen hinterlässt, ihre Stunde kommen sehen und von einer möglichen Wiederauferstehung träumen:
Erdogan und sein osmanisches Delirium ...
der Iran und sein schiitischer Halbmond, der von Beirut über Bagdad bis Teheran das von uns geschaffene Vakuum besetzen würde ... die
chinesischen Seidenstraßen ... der
radikale Islam, der sein Glück in den verlorenen Gebieten der Weltrepublik versucht ... und, natürlich,
Russland, bei dem nicht oft genug daran erinnert werden kann, dass es in die Ukraine einmarschiert ist, nicht weil ihr Nato-Betritt drohte, sondern im Gegenteil weil die Nato klargestellt hatte, dass sie ihr nicht beitreten würde."
Die nigerianische Polizei hat eine Hochzeitsfeier gesprengt und unzählige Personen festgenommen - wegen des
Verdachts auf Homosexualität,
berichtet Hella Camargo bei
hpd.de. Ihnen droht nach den Gesetzen des Landes, wo Homosexualität verboten ist, bis zu
14 Jahren Gefängnis. Die Polizei stellte Bilder von der Festnahme
unverpixelt ins Netz und gefährdet die Festgenommenen so auch noch: "Jegliche Kritik wies Polizeisprecher Bright zurück. Für ihn ist das Verbot der Homosexualität, welche den als Männern geltenden Eheleuten und auch vielen der Gäste vorgeworfen wird, Nigerias Gesetz, an das sich alle zu halten hätten. Damit spricht er vielen Menschen in Nigeria noch immer
aus dem Herzen. Oft wird Homosexualität, aber auch zum Beispiel trans als
Einfluss aus westlichen Ländern gesehen, welcher nigerianische Werte untergrabe."
In Deutschland läuft es schlecht? Da müssten Sie mal nach
Frankreich,
Kanada,
Estland oder Finnland gucken, meint die
FAZ, die in allen vier Ländern große Probleme diagnostiziert: Frauke Steffens stellt fest, dass
Kanada als Einwanderungsland auch nicht so optimal ist, wie es oft beschrieben wird. Zwar werden so viele Einwanderer und Flüchtlinge aufgenommen wie nirgends sonst, aber auch in Kanada kann die Bürokratie nicht mehr Schritt halten und es gibt inzwischen
zu wenige Wohnungen. Und willkommen sind die Einwanderer auch nicht überall, Diskriminierung und Rassismus gibt es auch hier: "Der Anpassungsdruck ist hoch: 65 Prozent der Kanadier glauben, dass Zuwanderer nur aufgenommen werden sollten, wenn sie sich
zu '
kanadischen Werten' bekennen. Und wer neu ins Land kommt, findet ein viel homogeneres Umfeld vor als etwa in den Vereinigten Staaten: Oft müssen Zuwanderer in Kanada ohne die Unterstützung großer Gemeinschaften aus ihrem Herkunftsland auskommen. Auch wenn laut der Zensusbehörde hier Menschen mit 450 unterschiedlichen ethnischen Zugehörigkeiten leben: Mit
knapp 70 Prozent definiert sich die überwiegende Mehrheit der Kanadier als weiß, 11,8 Prozent sind asiatischer Abstammung, 6,2 Prozent der Menschen gehören indigenen Nationen an, und 4,3 Prozent sind schwarz."