
James Meek
reist aufs Land, zu den Sitzen der englischen Aristokratie, und plaudert mit den Herrschaften über die
alten Zeiten in Rhodesien, die Schwierigkeit, einen Butler zu finden, und den
Brexit, den sie natürlich alle befürworten, weil von der EU nichts Gutes kommt: "Die Patina alter Macht liegt über Norfolk, jene Macht, die mit einträglichen Ländereien kommt, mit vorteilhaften Ehen und Verbindungen im exklusiven Kreis. Elf Meilen nördlich von Agnews Hous liegt Holkham Hall, wo Thomas Coke,
Earl of Leicester, noch immer Farmland im selben Umfang besitzt wie sein namensgebender georgianischer Vorfahre, der Landwirtschaftsreformer Coke of Norfolk. Letztes Jahr bekam die Holkham Farming Company
183.000 Pfund EU-Subventionen im Jahr, ein anderes Holkham Unternehmen, die Holkham Nature Reserve Ltd. erhielt
205.000 Pfund (Naturschutz-Organisationen gehören zu den größten Empfängern von Beihilfen). Zehn Meilen westlich liegt die das königliche Farmland Sandringham Estate, unterstützt mit rund
650.000 Pfund. Dazwischen liegt Houghton Hall, der Familiensitz von Großbritanniens erstem Premierminister Robert Walpole und jetzt Sitz von David Walpole, siebter Marquis von Cholmondeley, Lord Great Chamberlain und Empfänger von
260.000 Pfund." Aber zum Glück ist es auch nicht weit zu Lord Townshend (
360.000 Pfund Beihilfe): "'Die Vorstellung, ein Verlust der Subventionen könnte dem Land abträglich sein', sagt er, '
wäre defätistisch'."
Als Elegie auf die große Zeit der
Rebellion liest Jeremy Hardings dagegen
Luc Santes Geschichte "The Other Paris": Das
andere Paris ist ein poetischer Führer in die
Unterwelt der Stadt durch sechs Jahrhundert, eine Dreigroschenoper mit einer unzähligen Masse an Bettlern, Ganoven, Huren und Wachtmeistern, im Verbund mit Künstlern, Intellektuellen und Aufständischen. Ihnen allen drohte beständig eine ruinierte Reputation, die Gefängniszelle, die Guillotine oder ein plötzlicher Tod auf der Straße."
Weiteres: Peter Pomerantsev
erinnert sich an seine Zeit an einer
Europa-Schule. Und Isabel Hull
liest Philippe Sands Studie über Ursachen von
Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.