Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 18.04.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines fragt sich der Historiker Rick Perlstein, ob seine Zunft Amerikas Rechte vielleicht verkannt hat, hatte sie doch eine Präsidentschaft Trumps nicht für möglich gehalten: "Trumps Verbindung zur rechten Genealogie (von Ku Klux Klan bis zur Christian Front, d. Red.) ist nicht nur rhetorischer Art. 1927 lieferten sich in Queens tausend kapuzentragende Klansleute eine Schlacht mit der Polizei. Einer der dort Festgenommenen war Trumps Vater Fred. In den 1950ern schrieb Woody Guthrie, damals Bewohner des Wohnkomplexes, den Fred Trump bei Coney Island errichtet hatte, einen Song über 'Den alten Trump' und den Rassenhass, den er entzündet hatte. 1973, als Vater und Sohn Trump zusammenarbeiteten, waren beide wegen Diskriminierung angeklagt. Schwarzen Bewerbern war der Wohnraum verweigert worden. Im New York der Sechziger und Siebziger, in dem Donald Trump sich entwickelte, im vom Klan beherrschten Indiana der 1920er sowie in Barry Goldwaters Arizona der Fünfziger war der Konservatismus ganz vorne und setzte den emotionalen Ton einer Politik des Zorns."



Außerdem: Jonah Weiner stellt das neue Album der neuseeländischen Sängerin Lorde vor. Suzy Hansen berichtet aus der Türkei - vom Leben in einer sehr zerbrechlichen Demokratie. Und Willy Staley trifft den Autor und Regisseur Mike Judge ("Idiocracy", "Silicon Valley").

Magazinrundschau vom 11.04.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines untersucht Jonathan Mahler die Symbiose zwischen dem CNN-Chef Jeff Zucker und Donald Trump: "Hätte Trump die Wahl verloren, hätte CNN weiter ums Überleben kämpfen müssen. So wurde der Sender wichtiger für die nationale Debatte denn je. Der Mann, der dafür verantwortlich ist, ist derselbe, der in wichtigen Teilen Trumps politische Karriere befeuert hat. Es war Zucker, der als NBC-Präsident die Reality-Show "The Apprentice" mit Trump als Gastgeber ins Programm nahm, als Trump wenig mehr als ein überforderter Immobilienmakler mit einem abstürzenden Casino-Geschäft war. Diese Show wendete Trumps Schicksal mehr als alles andere und verwandelte den B-Promi-Schurken in den Prime-Time-Milliardär. Und es war Zucker, der als CNN-Präsident die TV-affinen Ereignisse übertrug, all die nachrichtenträchtigen Interviews, Kundgebungen, Debatten, 'großen politischen Verlautbarungen', die nie wirklich welche waren - die Trump zum republikanischen Aushängeschild machten, als kaum jemand sonst seine Kandidatur ernst nahm … Keiner von beiden wäre ohne den anderen da, wo er heute ist. Trumps Ausflug ins Reality-TV bescherte Zucker einen Prime-Time-Hit, als er ihn dringend brauchte. Heute sorgt Trumps Ausflug in die Politik fortdauernd für die große Story, die Zucker so dringend braucht. Eine symbotische Beziehung, die so nur in der Welt des Fernsehens gedeihen konnte, wo die Grenzen zwischen Nachricht und Entertainment, Fantasie und Realität immer mehr verwischt werden."

Außerdem: Robert F. Worth erkundet die Rolle des französischen Sozialwissenschaftlers Gilles Kepel in der Debatte um Assimilation und Extremismus unter Frankreichs Muslimen. Leslie Jamison erzählt, wie es sich anfühlt, eine Stiefmutter zu sein. Carina Chocano denkt darüber nach, was es bedeutet, "begierig nach etwas" genannt zu werden, in den sozialen Medien wie auf der politischen Bühne. Und Jenna Wortham fragt, warum Silicon Valley Online-Belästigungen nicht zu stoppen vermag.

Magazinrundschau vom 04.04.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines berichtet Taffy Brodesser-Akner über die Schwierigkeiten von New Yorker Juden, die beschließen, ihre ultraorthodoxe Gemeinde zu verlassen, und über ihre eigene Erziehung: "Mir wurde beigebracht, ich sei grundsätzlich schlecht und müsse mich nach bestimmten Regeln verhalten, um so etwas wie ein guter Mensch zu werden. In der ultraorthodoxen Schule wurde ich gelehrt, das Bad stets schnell zu verlassen, um nicht angesichts meines Körpers auf dumme Gedanken zu kommen. Als ich an eine moderne Schule kam, ging es weiter: Menschen seien die ultimativen Intelligenzwesen, hieß es dort, außer sie stellten Fragen, die über die Thora hinausgingen. Es hieß, würde ich an Passah Hülsenfrüchte essen, würden meine Kinder von ihrem Erbe als Juden abgeschnitten, was immer das heißen sollte. Später lernte ich, was es bedeutete: Unfruchtbarkeit, Fehlgeburt oder auch das Mitansehenmüssen, dass meine Kinder vor mir sterben. Ich befolge die Regeln des Passahfestes nicht mehr streng, doch jedes Mal, wenn ich während der acht Tage ein Hummus verdrücke, fechte ich innerlich einen Kampf aus."

Außerdem: Robert Draper analysiert Trumps erste Niederlage im Kongress. Thomas Chatterton Williams porträtiert den früheren Islamisten Maajid Nawaz, der sich gegen Extremismus unter Muslimen engagiert. Und Elisabeth Rosenthal erläutert, wieso Krankenhäuser in den USA völlig unverständliche Rechnungen stellen.

Magazinrundschau vom 21.03.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines berichtet Joshua Hammer von der Verfolgung und Bedrohung ägyptischer Aktivisten sechs Jahre nach dem Arabischen Frühling. Der Druck ist unter Sisi eher größer geworden. Dafür sorgen auch die Gerichte: "Einer der berüchtigsten, Mohammed Nagy Shehata, auch bekannt als der 'Scharfrichter', ein Überbleibsel aus der Mubarak-Ära, hat hunderte von langen Gefängnisstrafen und Todesstrafen gegen prodemokratische Aktivisten ausgesprochen. Anfang 2016 verurteilte Shehata drei junge Mitglieder der Demokratiebewegung 6. April, die an einem Gedenkgottesdienst für ermordete Kameraden teilgenommen hatten, zu lebenslangen Haftstrafen, weil sie ohne Genehmigung demonstriert, Feuerwerk besessen und falsche Informationen verbreitet hätten. (Die Strafen wurden später auf zehn Jahre reduziert.) Im Juni 2014 verurteilte ein anderer Kairoer Richter 25 friedliche Demonstranten, einige von ihnen noch Teenager, zu 15 Jahren Haft wegen Verletzung des Demonstrationsgesetzes, Straßenblockade und Angriffe auf öffentliche Institutionen."

John Herrman macht uns darauf aufmerksam, dass heute alles "zur Waffe gemacht" wird, Tweets, fake news, ein Lächeln. Das geschieht nicht ohne Absicht: "Der Vorwurf, etwas werde zur Waffe gemacht, wird sowohl dazu verwendet, um eine Rhetorik zu beschreiben, die zur Gewalt anstiften kann, als auch dazu, eine gewaltsame Rhetorik zu kritisieren. Er wird gegen das Gewaltmonopol des Staates erhoben, aber auch gegen die, die den Staat herausfordern. Er führt zu falschen Gleichsetzungen und bietet eine Entschuldigung für denjenigen, der selbst Gewaltsames im Schilde führt. Als Metapher führt er zu Paranoia und hinterlässt den Eindruck, dass nichts vom kriegerischen Element verschont ist. Plötzlich lauern die Mittel der Gewalt überall und warten nur darauf, von unseren Feinden benutzt zu werden."

Magazinrundschau vom 14.03.2017 - New York Times

Die aktuelle Ausgabe des New York Times Magazines kommt als kuratierte Playlist daher, die versucht, den Sound der Zukunft zu fassen. Wie hört sich richtungsweisende Musik heute an? Es gibt Samples von Adele bis Leonard Cohen und Texte über die Entwicklung des R. & B. (hier) oder zeitgemäße Protestmusik. Letztere entdeckt Greg Tate bei den guten alten "A Tribe Called Quest" mit ihrem Protestsong "We the People" und ihren rechtmäßigen Erben: "In dem Maß, wie Amerikas aktuelle Protestbewegung Pop-Lobgesänge hervorgebracht hat, die eines Bob Dylan oder Curtis Mayfield würdig sind, sind diese Bands in kürzester Zeit aus Black Lives Matter hervorgegangen. Der Aufruhr in Ferguson und Baltimore hat eine Generation junger, ernsthafter Hiphop- und R. & B.-Bannerträger inspiriert. Ob die linken Altrocker den Staffelstab ebenso frisch und frei ergreifen, bleibt abzuwarten. Inzwischen bietet 'We the People' genug Widerstandspotenzial. Der Text benennt und vereint all die attackierten gesellschaftlichen Gruppierungen - Mexikaner, Muslime, Schwule, Frauen, Schwarze - in einem gemeinsamen Kraftfeld und in einem alles übergreifenden Guerrilla-Masterplan."

Außerdem gibt es einen Podcast, in dem die Autoren der Ausgabe über ihre ganz persönlichen musikalischen Favoriten sprechen und darüber, was deren Songs über die Zukunft aussagen.

Magazinrundschau vom 07.03.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine erklärt Emily Bazelon, warum der neue amerikanische Justizminister Jeff Sessions so mächtig ist: "Über das Justizministerium wird die Regierung ihre nationalistischen Pläne umsetzen - den Gesetzesvollzug, das Errichten von Wahlbeschränkungen und die Einwanderungskontrolle und damit die Wiederbelebung eines vermeintlich christlich-europäischen Erbes. Es ist kein Zufall, dass Sessions das Amt des Justizminister wollte. Das Justizministerium ist am besten geeignet, das Land in der Weise zu verändern, wie er und Bannon (Trumps Chefstratege Steve Bannon, d. Red.) es wünschen. Angesichts um sich greifender Ängste vor drohender Unordnung, könnte das Justizministerium die treibende Kraft werden bei der Neuausrichtung der Frage, wer US-Bürger sein darf und zu welchen rechtlichen Bedingungen … Der große Einfluss des Ministeriums auf die großen politischen Konflikte der Gegenwart und jene, die die kommenden vier Jahre bestimmen werden, konzentriert sich auf das Zivilrecht."

Außerdem: Rollo Romig berichtet über den Bauboom in Indien, der den Städten das Wasser abgräbt. Sasha Weiss porträtiert den Broadway-Regisseur Sam Gold und seinen radikalen, neuen Stil. Und Wyatt Mason schwärmt von der das Persönliche mit Philosophie und Theologie vermischenden bezwingenden Erzählweise des französischen Schriftstellers und Drehbuchautors Emmanuel Carrère.

Magazinrundschau vom 28.02.2017 - New York Times

Die aktuelle Ausgabe des NY Times Magazines befasst sich mit der Zukunft der Arbeit. Kim Tingley hat herausgefunden, wie die Kollaboration von Mensch und Maschine besser funktonieren kann: "Gemeinschaftlich arbeitende Roboter, flexibel, klein und leicht genug, um sich in das Umfeld von Arbeitern und anderen Maschinen zu integrieren, könnten eine differenziertere Betrachtung des sozioökonomischen Effekts ihres Einsatzes nötig machen … Eine neue McKinsey-Studie legt nahe, anstelle von ganzen Berufen individuelle Arbeitsgänge in den Blick zu nehmen: Ein Servierer muss servieren und abräumen (was ein Roboter übernehmen kann), aber er muss auch die Bedürfnisse des Gastes berücksichtigen (was der Mensch besser kann als der Roboter) … Als Verstärkung menschlicher Fähigkeiten verstanden, können Roboter die Produktivität des einzelnen erhöhen anstatt sie zu zerstören. Können wir uns darauf vorbereiten, die Maschine so zu programmieren, dass sie unsere Arbeit besser macht? Oder ist es naiv zu glauben, wenn wir mit ihnen kooperieren, werden sie uns nicht eines Tages ersetzen?"

Außerdem: Binyamin Appelbaum hat neun working class heroes nach ihrer Arbeit befragt. Annie Lowrey findet das bedingungslose Grundeinkommen ausgerechnet in einem kenianischen Dorf. Und Barbara Ehrenreich sucht nach neuen Formen der Organisation für neue Formen der Arbeit.

Magazinrundschau vom 21.02.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine spürt Rachel Cusk den eisigen Wind unfreundlicher Zeiten, nicht nur in ihrer Heimat Großbritannien. Was bedeutet Höflichkeit, wenn die Grobheit um sich greift? "Sind Menschen unhöflich, weil sie unglücklich sind? Ist Unhöflichkeit wie Nacktheit, ein Zustand, der den Takt und das Erbarmen der Bekleideten nötig hat? Wenn wir höflich zu Unhöflichen sind, geben wir ihnen vielleicht ihre Würde wieder, auch wenn die Art des Unhöflichen eine Herausforderung an das zivilisierte Benehmen darstellt. Es handelt sich um einen Akt der Enthemmung. Wie ein Narkoticum bietet er die Befreiung von Kerkermeistern, die niemand sonst sehen kann. Unhöflichkeit spielt häufig eine Rolle im moralischen Aufbau eines Dramas: Sie ist das äußere Zeichen einer inneren oder unsichtbaren Katastrophe. Unhöflichkeit selbst ist nicht die Katastrophe. Sie ist der Bote, nicht die Erscheinungsform des Bösen."

Außerdem: Robert Draper überlegt, was mit Obamacare passieren wird. Jonah Weiner lauscht dem neuen Sound der nunmehr als Soloprojekt firmierenden Dirty Projectors. Und Elizabeth Royte stellt uns den Kompost-König von New York vor, der aus Abfall viel Geld macht.

Magazinrundschau vom 14.02.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines   verfolgt Amanda Hess die jüngste Geschichte des Feminismus, vor, während und nach Hillary Clintons Kandidatur. Es war wohl auch eine Bewegung, die sich der Frivolität eines von Hess so genannten "Pop-Feminismus" bewusst wurde und zu den Ursprüngen feministischer Bewegungen zurückging. Der statistische Hintergrund ist interessant: "Als Clinton verlor, geriet der Pop-Feminismus in die Krise. Als sich die Bürger über die Wahlergebnisse beugten, traten einige lange schlummernde Brüche zwischen verschiedenen Gruppen von Frauen im Land zutage: 94 Prozent der schwarzen Frauen stimmten für Clinton, aber 53 Prozent der weißen Frauen stimmten  für Trump, die sich also eher in seiner Vision der Welt zuhause fühlten als im Popfeminismus, der Clintons Wahlkampf prägte."

Außerdem: John Herrman beleuchtet das Verhältnis der Medien und der Trump-Administration zu Enthüllungen. Mark O' Connell trifft einen Mann, der mit einem fahrbaren Sarg durchs Land tourte, um mit der Agenda der menschlichen Unsterblichkeit das Amt des US-Präsidenten erringen wollte. Nathaniel Rich dokumentiert den rätselhaften Tod eines jungen Schwarzen auf der Rückbank eines Polizeiautos in Louisiana. Und

Magazinrundschau vom 07.02.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine untersucht Beverly Gage die Optionen der Anti-Trump-Bewegung: "'Widerstand', das Wort der Stunde, signalisiert Dringlichkeit, den Willen, nein zu sagen, bevor es zu spät ist, und zugleich Rückzug: Da alle drei Bereiche der Regierung mit Republikanern besetzt sind, ist das Nein alles, was den Demokraten bleibt. Widerstand bedeutet, mit dem Rücken gegen die Wand gegen eine andere Agenda anzutreten, ein verzweifeltes Wort in verzweifelten Zeiten. … Anders als im Kontext des Totalitarismus bedeutet Widerstand in diesem demokratischen System nicht, einer bestimmten Ideologie zu folgen, sondern einfach, gegen Trump zu sein und dafür etwas tun zu wollen. Insofern macht dieser Modus des Widerstands Sinn. Doch trotz seines Schwungs impliziert er auch, was nicht möglich ist. Er macht deutlich, dass Trump unsere besten Institutionen und Prinzipien mit dem Vorschlaghammer traktiert, und alles, was wir tun können, ist Nein zu schreien, so laut wir können."

Außerdem: Sam Anderson erkundet das Genie des Basketballspielers Russell Westbrook. Brook Larmer verrät, was chinesische Eltern alles tun, damit ihre Kinder auf US-Unis studieren können. Und Saul Elbein berichtet vom Widerstand indianischer Aktivisten gegen den Bau einer Ölpipeline in South Dakota.