"
Hans Robert Jauss, der weltberühmte Romanist: ein Kriegsverbrecher",
staunt Joachim Güntner in der
NZZ angesichts des an der Universität Konstanz aufgeführten Stücks "Die Unerwünschten" von Gerd Zahner (wir
berichteten). Für das Jauss von Zahner angelastete Kriegsverbrechen waren allerdings französische,
nicht deutsche Offiziere verantwortlich, erklärt Güntner und verweist auf das für Anfang Mai angekündigte Gutachten des mit Nachforschungen zu Jauss beauftragten Historikers Jens Westemeier: "Seine Biografie der Jaussschen Jahre von 1921 bis 1948 dürfte
umfangreiches neues Material präsentieren. Details verrät der Historiker zurzeit nicht. Nach wie vor fehlen der Öffentlichkeit Belege, die Hans Robert Jauss eine Beteiligung an Kriegsverbrechen nachweisen. Man sollte also dem Moralismus, so
wenig appetitlich der große Romanist uns auch erscheint, nicht vorschnell die Zügel schießen lassen."
Der ehemalige Bundespräsident
Horst Köhler erinnert in der
SZ an die
Berliner Konferenz vor 130 Jahren, in der die
Aufteilung Afrikas unter den Kolonialmächten beschlossen wurde, und an genozidale, auch von Deutschen begangene Verbrechen in Afrika, die folgten: "In der Breite der Gesellschaft ist dieses Ereignis fast vergessen, und damit auch, dass es Berlin war, wo die geregelte Aufteilung Afrikas durch Europa ihren Anfang nahm."