In Deutschland gibt es praktisch täglich "
Femizide" oder versuchte Morde. Männer reagieren mit tödlicher Gewalt, wenn ihre Frauen sich von ihnen trennen. Verhindert werden können sie nur, wenn
das ganze Umfeld wachsam ist,
sagen die Journalistinnen
Laura Backes und
Margherita Bettoni im Gespräch mit Carolina Schwarz in der
taz: "In Rheinland-Pfalz gibt es
runde Tische für Hochrisikofälle von Gewalt in engen Beziehungen. Dafür füllen Betroffene einen Fragebogen aus. Gab es eine Steigerung der Gewalt? Oder: Hat er Sie schon einmal gewürgt? Je öfters eine Frau 'Ja' ankreuzt, desto höher das Risiko. Dann kommt es zu einer
Fallkonferenz mit dem Jugendamt, Frauenhäusern, der Krisenintervention, Polizei und Staatsanwaltschaft, die gemeinsam nach den besten Möglichkeiten suchen, die Frau zu schützen. Bei einer Evaluation des Pilotprojekts kam heraus, dass nach diesen Interventionen nur ein Viertel der Täter wieder gewalttätig wird. Das ist der richtige Weg." Die beiden sind Autorinnen des
Buchs "Alle drei Tage - Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen".
Gerade hat der Bundesgesundheitsminister im ungeimpften Deutschland einen
AstraZeneca-
Impfstopp verkündet, weil bei sieben von 1,6 Millionen Geimpften in Deutschland Thrombosen in Hirnvenen auftraten. Das sind
0,
00044 Prozent, rechnet Andreas Rosenfelder in der
Welt vor. Verstehen wir eigentlich noch, was ein Risiko ist, fragt ebenfalls in der
Welt der Philologe
Jonas Grethlein: "Vor allem die Bilder aus Bergamo und die tägliche Hypostasierung eigentlich interpretationsbedürftiger Zahlen zu Fakten und Sachzwängen haben Angst erzeugt. Die Angst ist deswegen so groß, weil es ein zentrales Anliegen unserer Gesellschaft ist,
Risiken auszuschließen. Aber Risiken sind die Kehrseite von
Handlungsfreiheit, das zeigt der Begriff der Kontingenz. Negiert man Schicksalskontingenz, statt sich mit ihr auseinanderzusetzen, beraubt man sich am Ende der Handlungsfreiheit. In der gegenwärtigen Krise tritt diese Dialektik der Kontingenz mit besonderer Klarheit zu Tage."
Nein, wir leben nicht in einer Corona-Diktatur,
meint in der
NZZ Roman Bucheli auf
Caspar Hirschi (
unser Resümee), wir fliegen in der Pandemie nunmal auf Sicht und können das nur mit Hilfe der Wissenschaftler. Über
die Kosten reden sollte man aber schon, findet Bucheli: "Obgleich all dies mit schwerwiegenden menschlichen, psychischen und wirtschaftlichen Folgen verbunden ist, hat sich die Gesellschaft bis heute nicht darauf verständigt, ob diese Kosten irgendwie
gegeneinander aufgerechnet werden sollten und unter welchen Gesichtspunkten dies allenfalls geschehen könne. Verspätet sind wir also auch in der Grundsatzdiskussion, ob und wie wir uns
eine Wertehierarchie vorstellen könnten. Da wir die Kosten erheblicher Folgeschäden in Kauf nehmen, ist in der Frage ihrer Verteilung und den damit verbundenen ethischen Abwägungen dringend ein gesellschaftlicher Konsens zu suchen."
Der Religionskritiker
Carsten Frerk prüft auf seiner Seite
fowid.de Studien zu Muslimfeindlichkeit, die von islamischen Organisationen wie "Claim" und "Inssan" vorgelegt werden und auf die sich etwa der von der Bundesregierung geförderte "Mediendienst Integration" bezieht. Die dort präsentierten Zahlen erscheinen ihm
oft nicht seriös: "In der Bearbeitung des Themas zeigte sich jedoch, dass in den vergangenen zehn Jahren die Diskussion um Diskriminierungen und Muslimfeindlichkeit
eine bestimmte Richtung genommen hat, die sich zwar politisch und finanziell durchsetzen konnte, aber einer kritischen empirischen Prüfung nicht standhält. Viele Studien auf diesem Gebiet erlauben nämlich
keinen unverzerrten Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern vielmehr auf die ideologisch verzerrten Perspektiven derer, die mit diesen Studien ihre eigene gesellschaftspolitische Agenda umsetzen."