Mathias Döpfners Ruf nach den Institutionen gegen Google, das ihm Angst macht,
steht jetzt online. In der
Welt fällt Torsten Krauel die Aufgabe zu, auf den Artikel des Springer-Vorsitzenden in der diskursführenden Konkurrenzzeitung hinzuweisen. Krauel beklagt zumal "die Gier, mit der deutsche Medienhäuser vor einer Dekade ihre
Zeitungsinhalte kostenlos Suchmaschinen wie Google andienten" - was unter den überregionalen Zeitungen bekanntlich ausschließlich die
Welt bis heute tut!
Thomas Knüwer
antwortet in
Indiskretion Ehrensache auf Döpfners Artikel: "Weil die EU Google nicht vom Markt fegen will, attackieren Sie nun das demokratische Institut der Europäischen Union." Und "übrigens: Wissen Sie, wie viele Tracker den Nutzer bei
Bild.de durchleuchten wollen? 17. Und bei
Welt.de? 26. Besonders lustig finde ich, dass Ihre Konzernseite
Google Analytics nutzt. Denn dafür einen anderen Analysedienst zu verwenden, wäre jetzt echt nicht so schwer."
Stefan Niggemeier
zitiert diesen Satz Döpfners: "Ist es wirklich klug, zu warten, bis der erste ernstzunehmende Politiker die
Zerschlagung Googles fordert?" Und dann gleich
Rainer Brüderles jüngsten Artikel im
Handelsblatt mit der Überschrift: "
Zerschlagt Google! Herzlichen Glückwunsch Herr Döpfner, Sie haben den Mut..." und so weiter. Sascha Kösch
resümiert in
De:bug recht trocken: "So bleibt am Ende von der Google-Kritik nur ein: die sind
größer als wir, da muss wer was machen." Und Und Jeff Jarvis
erklärt das Geschäftsmodell
deutscher Medien-Tycoons: "The essence of that business model, as practiced especially by German and sometimes French legacy publishers, is to
stomp their feet like pouty kindergartners missing a turn at kickball, whining "that"s not fair" and yelling that everything wrong on this playground is the fault of another kid."
Nach den tätlichen Angriffen auf Nutzer von Googles Datenbrille (mehr
hier) ist es wohl der logische nächste Schritt: In den USA hat Google ein Patent auf
Kontaktlinsen mit integrierter Kamera und Bildschirm eingereicht,
meldet Andreas Donath auf
Zeit digital. Die dazugehörige Technologie wird bereits emsig entwickelt: "Google beschreibt mehrere Anwendungszwecke, die allesamt auf eine Bildanalyse beziehungsweise eine Mustererkennung hinauslaufen. So könnten
Sehbehinderte mit Hilfe der Kontaktlinsen und einer Bildauswertung prüfen, ob die Straßenüberquerung sicher möglich ist... Natürlich sind auch
Gesichtserkennungen möglich - was mittlerweile jede einfache Kompaktkamera schafft, sollte auch mit den Kontaktlinsen in Verbindung mit einem Handy möglich sein."
Mike Masnick
schreibt auf
Techdirt eine kleine Hommage auf den Comedian
Tom Lehrer, der vor einigen Jahrzehnten eine kurze Karriere machte und nun eine Menge Fans im Internet hat. Der Norweger Erik Meyn hat den
Tom Lehrer Wisdom Channel auf
Youtube gestellt und veröffentlichte folgendes Gepräch mit Lehrer über die Frage, was nach seinem Tod mit den
Rechten an seinen Songs geschehen soll:
"TL: Well, I don"t need to make money after I"m dead. These things will be taken care of.
EM: I feel like I gave away some of your songs to public domain without even asking you, and that wasn"t very nice of me.
TL: But I"m fine with that, you know.
EM: Will you establish any kind of foundation or charity or something like that?
TL: No, I won"t. They"re mostly rip-offs."
Und das stimmt natürlich, denn dieser Song dürfte dem
deutschsprachigen Publikum mit einiger Vorbildung bekannt sein:
Einen
langen Artikel über Lehrer veröffentlichte neulich
Buzzfeed.
Außerdem: Patrick Bahners
berichtet in
FAZ.Net, dass die amerikanische Author"s Guild neu gegen
Google Books klagt.