Tony Blair steht unter Druck,
erklärt der
Economist. Denn auch in der britischen Bevölkerung sei der Wille zu einem
Krieg im Irak im Laufe der letzten Wochen drastisch
gesunken. Bei einer
BBC-Umfrage zu den
Gründen für einen Krieg gegen den Irak, habe die häufigste Antwort der Briten gelautet: "Um die
Ölversorgung zu sichern". Und so setze nun der sonst so öffentlichkeitshörige Blair zu einer Art
Alleingang an, halte er doch an einer offensiven Haltung fest, im
Schulterschluss mit den Vereinigten Staaten. Das Problem dabei sei, dass er auch das zunehmend
kriegsunwillige Europa nicht aus den Augen verlieren dürfe. Doch "es ist nicht so, wie einige behauptet haben, dass Blair zwischen Europa und Amerika wird
wählen müssen. Vielmehr ist das hauptsächliche Ziel
britischer Außenpolitik seit 1945, dem Blair sich energischer und leidenschaftlicher gewidmet hat als je ein anderer seit
Winston Churchill, jetzt wirklich in
Gefahr. Der Premierminister wird weiterhin darauf beharren, dass Großbritannien die
Brücke zwischen Europa und Amerika sein sollte. Doch wenn der
Abgrund zu breit wird, kann auch die beste Brücke nicht bestehen."
Mehr über den sich auftuenden
transatlantischen Abgrund ist auch im Aufmacher zu lesen, allerdings nur in der Printausgabe.
Der Prozess um
Slobodan Milosevic ist mit Sicherheit die größte
Legitimations-Chance und der größte
Prüfstein für den
Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Es ist noch zu früh,
meint der Economist, um jetzt schon über den Ausgang dieser Prüfung befinden zu können. Da aber sogar Milosevic mittlerweile in gewisser Hinsicht
"mitspiele", und sei es nur, um ausgedehnt vor laufenden
Fernsehkameras - denn der Prozess wird in Serbien live übertragen - sich und Serbien als die
eigentlichen Opfer darzustellen, stehen die Chancen gut, dass mit diesem Prozess
Zeichen gesetzt werden, die auch
internationale Wirkung haben könnten. "Der Gerichtshof könnte jetzt schon dabei sein, eine wichtige
Lektion zu erteilen: Wenn die zivilisierte Welt wirklich an
fairen und öffentlichen
Prozessen gegen Personen festhalten will, die entsetzlicher
Kriegsverbrechen angeklagt sind, dann kann sie das tun - auch im politisch umstrittensten aller Fälle und mit dem unbehaglichsten aller Angeklagten in der
Hauptrolle. Hat das irgendjemand in
Bagdad bemerkt?"
Das dürfte sogar die Nicht-Naturwissenschaftler unter uns interessieren: Wie alt ist das
Universum? Woraus besteht es? Und stimmt das Inflations-Erklärungsmodell? Der neue amerikanische Satellit WMAP,
berichtet der Economist, hat nun die
Antwort geliefert: "Das Universum ist
13,7 Milliarden Jahre alt. Es besteht aus
drei Substanzen. Und die Theorie über seinen
Ursprung, die als Inflations-Theorie bekannt ist, hat sich bestätigt." Doch damit sei bei weitem nicht alles geklärt: "Es scheint, dass lediglich 4,4 Prozent des Universums aus
'gewöhnlicher' Materie (d.h. aus Atomen) bestehen. Etwa 23 weitere Prozent bestehen aus
'kalter, dunkler Materie', deren Beschaffenheit unbekannt ist. Und 73 Prozent stellt die noch mysteriösere
'dunkle Energie' dar, die als Abstoßungskraft wirkt und den Rest auseinander treibt." Nun ja, "scheinbar ist die Wahrheit genauso
seltsam wie die Theorie".
Weiter zu lesen: Ein
Nachruf auf den deutschen Rennfahrer
Manfred von Brauchitsch, der auf der Rennbahn vor nichts zurückschreckte. Außerdem erfahren wir,
dass George Bush sich jetzt überraschenderweise für eine umweltbewusste
Energiereform einsetzt,
warum in
Amerika wieder größere
Angst vor erneuten Terrorangriffen herrscht und
inwiefern eine
britische Starhochzeit die Frage nach dem Schutz der
Privatsphäre stellt.