
Benjamin Wallace
geht in einer langen Reportage dem Unfalltod des Journalisten
Michael Hastings nach, der von vielen Verschwörungstheorien begleitet war. Doch Wallace legt nahe, dass Hastings nicht dunklen Mächten wie NSA, FBI und Pentagon zum Opfer gefallen ist, sondern sich selbst: Der Mann muss eine ziemliche Nervensäge gewesen sein. Sein großer Scoop, der
Sturz des Afghanistan-Generals Stanley McChrystal, bestand darin, dass er in einer
Reportage für den
Rolling Stone verriet, wie der betrunkene McChrystal über seine Chefs in Washington lästerte. Er
vermarktete den Tod seiner Freundin in Bagdad, beschimpfte KollegInnen wüst und berichtete mit Vorliebe von
unter drei geführten Gesprächen: "Hastings pflegte seinen
schlechten Ruf. Als er den Sprecher des State Departments Phillipe Reines per E-Mail fragte 'Warum geben Sie zur Abwechslung nicht mal eine Antwort, die kein
verdammter Mist ist?', konterte Reines, dass eine Anfrage beim Pentagon ergeben habe, dass Hastings 'ein Arschloch auf ganzer Linie' sei und ihn mal kreuzweise könne. Hastings bestand darauf, dass
BuzzFeed die E-Mails
veröffentlichte. Er
dokumentierte auch online, wie er mit
Rahm Emanuel aneinandergeriet. Und einen Tag später nannte er Barbara Starr von CNN 'ein Sprachrohr des Pentagons'. Später würde Hastings behaupten, dass er von anderen Journalisten so schlecht behandelt werde wie
Lindsay Lohan, doch das halbe Dutzend Reporter, mit denen ich mich unterhalten habe, sprach voller Zuneigung über Hastings. 'In Wahrheit stürzte er sich auf etwas, das wir alle gern tun würden, aber nicht können', sagt einer. 'Wenn jemand plötzlich verkündet, dass er sich nicht an die Regeln halten wird, berührt er einen
wunden Punkt, aber er bekommt auch Respekt.'"
Weiteres: Angesichts der immer restriktiveren
Abtreibungsregeln in den USA
versammelt Meaghan Winter
26 Geschichten von Frauen, die abgetrieben haben. Rich Cohen
trifft Simone Levitt, die mittlerweile ruinierte Witwe des einst mächtigen Immobilien-Tycoons und Erfinders von Surburbia, Bill Levitt.