
In der
neuen Ausgabe des
New York Times Magazine besucht Ben Austen die neuen
Immobilien-Mogule im post-post-apokalyptische
Detroit. Und siehe da: Die Stadt lebt! "Ökonomen fürchten, dass Detroit ohne die Fertigungsindustrie, die es einst groß gemacht hat, keine Daseinsberechtigung hat. Tatsächlich sind weite Teile von 370 Quadratkilometer Stadtfläche quasi verschwunden: Von ursprünglich 380.000 Immobilien sind 114.000 abgerissen worden, 80.000 weitere zerstört und dem Abriss geweiht. Aber die
neuen Goldsucher glauben daran, dass sich Städte, wie Märkte auch,
zyklisch verhalten und dass der Zyklus rum ist. Es handelt sich um das gleiche Ethos, das andere städtische Katastrophen in kapitalistische Goldgruben verwandelt hat - New Orleans nach "Katrina", die westeuropäischen Metropolen nach dem Zweiten Weltkrieg. Wenn Detroits Kaputtheit
ohne Beispiel ist, dann auch seine Möglichkeiten, so heißt es. Die Motor City wurde zum Testgebiet für einen neuen American Dream: Private Investoren finden das Rohmaterial für neue Unternehmensideen in den Trümmern des "Rostgürtels" (des früheren Manufacturing Belt), ob sie nun an Profit glauben oder nicht."
Einen
sehr lesenswerten Artikel über den Streit zwischen
Amazon und den
Buchverlagen hat David Streitfeld geschrieben: kritisch, aber nicht mit dem hier üblichen Schaum vor dem Mund.
Amazon,
große und kleine Verleger und
Autoren kommen zu Wort. Hier zwei der vielen Seiten der Medaille: Hachette versteht den
Markt für Ebooks immer noch nicht, meint Amazons Russell Grandinetti. ""Wenn man hohe Preise für Ebooks fordert, begibt man sich letztlich auf einen langsamen, schmerzhaften Weg in die
Irrelevanz. Man muss die Box groß denken. Bücher konkurrieren nicht mehr nur mit Büchern. Bücher konkurrieren mit Videospielen, Twitter, Facebook, gestreamten Filmen, Zeitungen, die man kostenlos lesen kann." ... Amazon bevorzugt einen Preis von
9,
99 Dollar für die meisten Ebooks, während Hachette und die anderen Verleger mehr wollen. Sechzig Prozent aller Ebookverkäufe von Hachette in den USA laufen über Amazon. "Bei den meisten Ebooks generiert ein Preis von 9,99 Dollar
mehr Gesamteinnahmen als es ein Preis von 14,99 Dollar tun würde", sagt Mr. Grandinetti." Für Hachette sind diese Argumente nur
Ablenkungsmanöver. ""Diese Kontroverse sollte man nicht falsch interpretieren" sagt
Michael Pietsch von der Hachette Gruppe. "Es geht nur darum, dass Amazon mehr Geld machen will." Er weist darauf hin, dass Amazon auch die große deutsche Verlagsgruppe
Bonnier unter Druck setzt, um bessere Bedingen für sich herauszuholen. Und Deutschland hat die Buchpreisbindung. Das, sagt Mr. Pietsch, "ist doch der Beweis dafür, dass es hier
nur um Amazons Gewinnspanne geht, nicht um bessere Preise für die Kunden."