
Kann es sein, dass der Niedergang der
französischen Küche noch zu stoppen ist? Das vielleicht nicht. Aber es gibt Zeichen für einen Neuanfang, schreibt Michael Steinberger in einem nützlichen und
ausführlichen Artikel im Magazin der
New York Times. Die Anstöße kommen ausgerechnet zum großen Teil von
ausländischen Köchen in Paris - die französisch und nichts anderes kochen wollen. Steinbrenner stellt eine ganze Reihe von Restaurants vor, eines sei herausgegriffen: "
Abri ist eine der
schwierigsten Reservierungserfahrungen in Paris. Vielleicht ist es auch das verrückteste Restaurant in Paris, nur wenig größer als ein Schuhkarton, und die offene Küche auf einer Seite des engen Raums sieht aus wie bei einem Imbiss. Die gesamte Equipe ist
japanisch, keiner spricht Englisch, und ihr Französisch ist ebenfalls recht lückenhaft. (Aber das macht nichts, sie gehen ohnehin nie ans Telefon und antworten nicht auf E-Mails. Ich bin überhaupt nur reingekommen, indem ich vorbeiging und mich auf eine Warteliste setzen ließ, zwei Tage später um 11 Uhr kam ein Anruf, dass ich einen Tisch für Mittags halb zwei haben kann.) Der rätselhafte Geist hinter dem Abri ist
Katsuaki Okiyama, der bei dem berühmten Joel Robuchon lernte und im Taillevent, einem der Restaurants der vornehmen alten Garde gearbeitet hatte, bevor er sich selbständig machte. Er sagt, dass er keine Lust hatte, nach Japan zurückzugehen. Er wollte "
französisch für Franzosen" kochen." Mehr übers Abri auch
hier. Die beiden Zeitschriften, die man in Frankreich lesen muss, um auf dem laufenden zu sein sind:
Le Fooding (
Website) und
Omnivore (
Website).
Außerdem im Magazin: Carina Chocano
porträtiert den
15-jährigen Chefkoch Flynn McGarry, der nicht nur Jugend und herausragendes Talent hat, sondern auch noch umwerfend gut aussieht. Und Jonah Weiner
stellt zwei Brüder vor, die das
beste Bier in Dänemark brauen, aber zutiefst verfeindet sind - eineiige Zwillinge eben, mit Bärten!
Weiteres: Im Kulturteil
berichtet Noam Cohen, dass immer mehr Organisationen wie etwa
Museen die Wikipedia entdeckenund Wikipedianer zu "
edit-a-thons" einladen, um bisher unerschlossene Wissensbereiche zugänglich zu machen. In der
Book Review bespricht Peter Bogdanovich die
John-Wayne-Biografie von Scott Eyman,
Hari Kunzru schreibt über
Teju Coles Buch "Every Day Is for the Thief", Judith Shulevitz
bespricht Simon Schamas Geschichte der Juden und der Autor
Daniel Woodrell stellt Amy Greenes "Long Man" vor.