
Marco Evers hat sich die Arbeit von
John Gaeta, hauptverantwortlich für die Spezialeffekte der beiden
"Matrix"-Fortsetzungen, angeschaut und
meint: "Die wenigen Minuten, die Journalisten bisher von dem Großprojekt haben sehen dürfen, lassen erahnen, dass Gaeta mit seinem Technik-Marathon die
digitale Cinematografie tatsächlich
neu erfunden haben könnte". Vor allem aber erfährt man, wo solche Fortschritte heute letztlich herkommen. Für die Spezialeffekte eingesetzt wurde so unter anderem "ein Instrument, das besonders exakt die
Reflexion von Licht auf Oberflächen messen kann. Dieses Gerät spielt normalerweise eine Rolle bei der Wartung von Amerikas
Stealth-Bombern. Gaetas Ingenieure nahmen an Fachkonferenzen teil zu Hightech-Themen, an denen auch Rüstungsforscher, Autobauer und
AKW-Designer Gefallen fanden."
Ziemlich anders ist, wie man aus einem
Interview mit dem Regisseur erfährt, der diesjährige
Cannes-Beitrag von
Wim Wenders entstanden - "The Soul of a Man" ist der erste von
sieben Filmen, die verschiedene Regisseure auf Initiative
Martin Scorseses zum Thema "Blues" drehen. "Für die Dreharbeiten von 'The Soul of a Man' sind wir durch
Mississippi gefahren, wo die Wurzeln dieser Musik liegen, und haben uns auf einmal gefühlt wie in der Dritten Welt. Der Blues, der von dieser
Tristesse erzählt, ist ein wichtiges Korrektiv zu dem Bild, das zum Beispiel die meisten Filme von Amerika vermitteln", erzählt Wenders.
Im Print: wir erfahren aus einem Interview mit dem ehemaligen israelischen Premierminister
Ehud Barak, wie er über die Chancen der jüngsten amerikanischen
Friedensinitiative denkt, welche Folgen der Krieg für das
Symphonische Orchester Bagdads hat, und wie
Carla Bruni und
Benjamin Biolay das französische Chanson erneuern. Besprochen werden Wilhelm Genazinos Buch "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" und eine Biografie über Richrd Wagners Frau Minna.
Der
Titel kündigt diesmal an, dass auch der letzte bislang noch unangetastete Konsens der alten Bundesrepublik vielleicht bald dahin ist: "Das
Grundgesetz galt lange als Glücksfall der Geschichte - doch nach 54 Jahren ist sein Glanz erloschen. Experten machen das von Eingriffen lädierte Regelwerk voller Konstruktionsfehler für die
Blockade dringend notwendiger Reformen in Politik und Gesellschaft verantwortlich". Besonders heftig geht dann auch gleich ein Beitrag von Thomas Darnstädt ran: "Mit dem Grundgesetz lässt sich die blockierte Republik nicht mehr regieren."