Magazinrundschau - Archiv

Der Spiegel

163 Presseschau-Absätze - Seite 11 von 17

Magazinrundschau vom 19.05.2003 - Spiegel

Nicht nur der Titel - zu den jüngsten desaströsen Wirtschaftsdaten - zeigt die Welt diesmal ganz in schwarz-weiß.

Im Interview (leider nur im Print) spricht Norman Mailer über die Stimmung in seinem Land und erklärt, warum er die Anschläge vom 11. September nicht persönlich genommen hat: "Weil es natürlich kein Anschlag auf Amerika war, sondern in gewisser Hinsicht ein Anschlag auf die amerikanische Oberschicht."

Lars Olav-Beier und Romain Leick haben bei den Filmfestspielen in Cannes eine Fortsetzung der Differenz zwischen Amerika und Europa mit anderen Mitteln entdeckt haben. Während die Amerikaner mit Technikbegeisterung aufwarteten, "die das Sensorium des Menschen durch die Maschine zu erweitern sucht", sei da, auf der anderen Seite, "dieser Däne, der keineswegs glaubt, dass die Zukunft des Kinos allein in der Technik liegt. Aus jedem neuen Werk macht Trier ein formales Experiment. 'Dogville', der um 1930 in den Rocky Mountains spielt, ist eine neue Kunstform, eine Verschmelzung von Film, Theater und Literatur."

Weitere Artikel: Peter Wensierski berichtet von abstoßenden Praktiken zahlreicher Erziehungsanstalten, die von katholischen Orden geführt wurden: "So wurden Kinder im 'St. Joseph-Haus' in Seligenstadt noch 1992 blutig geschlagen. Und im katholischen Stift zu Eisingen bei Würzburg wurden sie noch im Jahr 1995 beispielsweise zur Strafe in Badewannen mit kaltem Wasser gesteckt." Marco Evers glaubt, dass Apple mit seinem neuen Online-Musikshop eine gute Kompromisslösung gefunden hat. Dass die Qualität beim neuen Dienst, wie Apple behauptet, dank eines neuen Dateiformats "noch besser als bei MP3" ist - das, so Evers, "halten Soundtester allerdings für übertrieben."

Nur im Print: ein Interview mit Serbiens Premierminister Zoran Zivkovic "über den Kampf gegen das organisierte Verbrechen", ein Interview mit "Pink-Floyd-Veteran" Roger Waters. Berichte über das "erste literarische Werk von Popstar Madonna", über den "grandiosen" Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Und es gibt Näheres über den Texaner Michael Dell - den Mann, der weltweit am meisten Computer verkauft. Besprochen werden Tim Parks literarische Einblicke in die Abgründe sexuellen "Doppellebens" und "Matrix Reloaded".

Magazinrundschau vom 12.05.2003 - Spiegel

Marco Evers hat sich die Arbeit von John Gaeta, hauptverantwortlich für die Spezialeffekte der beiden "Matrix"-Fortsetzungen, angeschaut und meint: "Die wenigen Minuten, die Journalisten bisher von dem Großprojekt haben sehen dürfen, lassen erahnen, dass Gaeta mit seinem Technik-Marathon die digitale Cinematografie tatsächlich neu erfunden haben könnte". Vor allem aber erfährt man, wo solche Fortschritte heute letztlich herkommen. Für die Spezialeffekte eingesetzt wurde so unter anderem "ein Instrument, das besonders exakt die Reflexion von Licht auf Oberflächen messen kann. Dieses Gerät spielt normalerweise eine Rolle bei der Wartung von Amerikas Stealth-Bombern. Gaetas Ingenieure nahmen an Fachkonferenzen teil zu Hightech-Themen, an denen auch Rüstungsforscher, Autobauer und AKW-Designer Gefallen fanden."

Ziemlich anders ist, wie man aus einem Interview mit dem Regisseur erfährt, der diesjährige Cannes-Beitrag von Wim Wenders entstanden - "The Soul of a Man" ist der erste von sieben Filmen, die verschiedene Regisseure auf Initiative Martin Scorseses zum Thema "Blues" drehen. "Für die Dreharbeiten von 'The Soul of a Man' sind wir durch Mississippi gefahren, wo die Wurzeln dieser Musik liegen, und haben uns auf einmal gefühlt wie in der Dritten Welt. Der Blues, der von dieser Tristesse erzählt, ist ein wichtiges Korrektiv zu dem Bild, das zum Beispiel die meisten Filme von Amerika vermitteln", erzählt Wenders.

Im Print: wir erfahren aus einem Interview mit dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak, wie er über die Chancen der jüngsten amerikanischen Friedensinitiative denkt, welche Folgen der Krieg für das Symphonische Orchester Bagdads hat, und wie Carla Bruni und Benjamin Biolay das französische Chanson erneuern. Besprochen werden Wilhelm Genazinos Buch "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" und eine Biografie über Richrd Wagners Frau Minna.

Der Titel kündigt diesmal an, dass auch der letzte bislang noch unangetastete Konsens der alten Bundesrepublik vielleicht bald dahin ist: "Das Grundgesetz galt lange als Glücksfall der Geschichte - doch nach 54 Jahren ist sein Glanz erloschen. Experten machen das von Eingriffen lädierte Regelwerk voller Konstruktionsfehler für die Blockade dringend notwendiger Reformen in Politik und Gesellschaft verantwortlich". Besonders heftig geht dann auch gleich ein Beitrag von Thomas Darnstädt ran: "Mit dem Grundgesetz lässt sich die blockierte Republik nicht mehr regieren."

Magazinrundschau vom 05.05.2003 - Spiegel

Zu den Zielen der USA im Irak wärmt Bernhard Zand noch einmal die Öl-These auf: "Washington will das Zweistromland zum neuen Saudi-Arabien ausbauen". Schon "in vier bis fünf Jahren", hat Zand der langjährige Planungschef des Bagdader Ölministerium gesteckt, "sei eine Tagesproduktion von mehr als 6 Millionen Barrel zu erreichen". Für Zand ist der Fall damit klar: "Sechs Millionen Barrel Rohöl pro Tag - diese Zahl hat für westliche Ölexperten einen magischen Klang, denn sie gilt als kritische Marke, um Saudi-Arabiens beherrschende Stellung auf dem Weltmarkt und damit die Macht der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zu brechen."

Stefan Berg und Caroline Schmidt haben ein Guantanamo Bay mitten in Deutschland entdeckt: "Am 1. Juli dieses Jahres wird in Berlin die skurrilste Behörde aller Zeiten eröffnet - eine zentrale Steuerungsstelle für Tausende überflüssige Beamte und Angestellte. Von 140.000 Bediensteten will das Land in den nächsten Jahren 40.000 loswerden. Und sie alle sollen - zunächst verwaltungstechnisch - überführt werden in jene Behörde, die offiziell Stellenpool heißt und inoffiziell schon als Guantanamo Bay Berlins verspottet wird."

Im Print: Nachdem der Irak vom Titel verschwunden ist, hat es nun SARS dorthin geschafft: "Je mehr die Virologen über den jüngsten Feind aus dem Reich der Mikroben lernen, desto gefährlicher erscheint er." Weiter gibt es Artikel über das "biedere Leben des übelsten SS-Täters" im Warschauer Ghetto, über Jeff Koons, der Hamburg ein "Quietsche-Enten-Monument" andrehen will. Und drei Interviews: eins mit US-Rocker Marilyn Manson "über seine Schock-Kunst", eins mit Angelica Domröse "über ihre Jahre als DDR-Filmstar und den Erfolg ihrer Memoiren" und eines mit Veronica Ferres "über Rollen jenseits ihres Superweib-Images".

Und besprochen wird diesmal auch ziemlich viel: Jeffrey Eugenides' Roman "Middlesex" (mehr hier), die "bildgewaltige Gedicht-Interpretationen" des deutschen Films "Poem", das "drollige Romandebüt" des britischen Models Sophie Dahl, wie der belgische "Tanz-Star" Alain Platel sich in Duisburg "am Genie Mozart abarbeitet" und schließlich Büchners "Leonce und Lena" am BE - ein Gemeinschaftsprojekt von Robert Wilson und Herbert Grönemeyer.

Magazinrundschau vom 28.04.2003 - Spiegel

Alexander Smoltczyk hat Saddam-City besucht, ein Viertel im Nordosten Bagdads, das vor allem von Schiiten bewohnt wird. Hier leben viele Folteropfer Saddams. Doch verhasst ist hier nicht nur der irakische Führer oder die Amerikaner: "Dass seine Besucher aus Deutschland kommen, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil: 'Raus! Gehen Sie! Deutschland hat Saddam unterstützt, raus! Ich weiß sehr gut, was gespielt wird. Ich habe die Demonstrationen im Fernsehen gesehen.' Der Scheich ist kaum zu beruhigen. Aus dem, was der Dolmetscher in dem Gerangel noch übersetzen kann, ergibt sich, dass er gefoltert worden sei: 'Ich habe gesehen, was auf dem Elektroschocker stand: made in Germany. Ich habe es noch gesehen, bevor sie ihn mir hinten reingeschoben haben.'"

Weitere Artikel: Lars Olav Beier und Martin Wolf erklären, warum die deutsche Filmbranche sich nicht grämt, obwohl auch in diesem Jahr wieder kein deutscher Film im Wettbewerb von Cannes läuft. Und Günther Stockinger rezensiert Robert Jüttes "Lust ohne Last". Der Medizinhistoriker liefere in seiner neuen Kulturgeschichte der Empfängnisverhütung, glaubt Stockinger, vor allem mit einer Erkenntnis "Sprengstoff": Mit Hilfe des Coitus interruptus, behaupte Jütte, hätten nämlich "jahrhundertelang hauptsächlich die Männer bei der Familienplanung das Heft in die Hand genommen." Erich Follath glaubt in einem Debattenbeitrag, dass die Chancen für eine Demokratie in der arabischen Welt gar nicht so schlecht stehen - vorausgesetzt es findet sich ein weiser Saladin, "der - ohne Aufgabe seiner Identität - auch seine Gegner zu verstehen versuchte, kulturell den Kreuzrittern weit überlegen" war. (Hm, Udai Hussein? Bashar el-Assad? ein saudischer Kronprinz?)

Nur im Print: Ein Gespräch mit dem marokkanischen Autor Tahar Ben Jelloun über den drohenden Kulturkampf nach dem Irak-Krieg. Ein Gespräch mit dem Gedächtnisforscher Eric Kandel "über die Entdeckung des Unbewussten" und "die Moleküle der Erinnerung"; Polens Präsident Aleksander Kwasniewski über seine Rolle im Krieg gegen den Irak und den Streit zwischen "alten" und "neuen" Europäern; ein Artikel zu der Frage "Wie viel staatlichen Einfluss verträgt das deutsche Zeitungsgeschäft?" und ein Nachruf auf Herbert Riehl-Heyse. Der Titel widmet sich einem Jubiläum: Vor fünfzig Jahren wurde der Mount Everest zum ersten Mal bezwungen.

Magazinrundschau vom 22.04.2003 - Spiegel

Bundeskanzler Gerhard Schröder verteidigt im Interview seine Reformpläne ("Ich bin sicher: Die SPD in ihrer Gesamtheit weiß, dass - um es mit Hegel auszudrücken - die wirkliche Freiheit die Einsicht in die Notwendigkeit ist.") und erklärt, dass Deutschlands Mithilfe am Wiederaufbau des Irak nur von Edelmut geprägt sein darf. Hier ein Aussschnitt:
Spiegel: Ist das nicht weltfremd? Dass es im Irak auch Geld zu verdienen geben könnte, wird doch schon jetzt thematisiert ...
Schröder: ... was ich, um das klar zu sagen, für reichlich würdelos halte: In einer Phase, in der der Krieg noch nicht einmal ganz beendet ist, über die Frage zu diskutieren, wer welchen Auftragsblock gefüllt bekommt! Das zu entscheiden wird Aufgabe einer provisorischen, besser noch: endgültig etablierten, aus freien Wahlen hervorgegangenen irakischen Regierung sein.
Spiegel: Das glauben Sie doch selber nicht.
Schröder: Es kann gar nicht anders sein, als dass die Dinge so vonstatten gehen ..."

Weitere Artikel: Im Kulturteil wird die Plünderung des irakischen Nationalmuseums beschrieben. Und die Schauspielerin Marie Bäumer verteidigt im Interview ihre Rolle in Oskar Roehlers Beziehungsdrama "Der alte Affe Angst": "Endlich quält da mal was! Wann kommt man denn heutzutage noch aus dem Kino und ist richtig angefasst?"

Nur im Print gibt es ein Interview mit dem Goldman-Sachs-Chef Henry Paulson über die ökonomischen Folgen des Irak-Kriegs. Der Titel ist der neuen Weltordnung gewidmet.

Magazinrundschau vom 14.04.2003 - Spiegel

In einer langen Besprechungen feiert Tom Tykwer den neuen Film von Paul Thomas Anderson: "Punch-Drunk Love" sei das Film-Ereignis des Jahres - in "inhaltlicher und gestalterischer" ebenso wie "subversiver" und "visionärer" Hinsicht. Quasi in Ergänzung zu Michael Moores Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" biete Andersons Film "das Psychogramm eines Vereinzelten, der wie ein Fisch im Netz des Systems zappelt." Zugleich hat Tykwer schon lange nicht mehr "etwas so Andersartiges im populären Kino" gesehen: "'Punch-Drunk Love' ist weniger eine Erzählung als vielmehr ein Gedicht; oder ein Tanz; oder eine Melodie; oder vielleicht gar ein Gemälde - ein abstraktes, das sich 24-mal in der Sekunde verändert. Ein Film, der narrativ so schlüssig ist wie ein Bild von Jackson Pollock (und ähnlich emotional mitreißend) - oder wie eins von Jeremy Blake. So heißt der Künstler, dessen amorphe Farbspiele Andersons Film ab und zu gänzlich auflösen, ihn in einen sich sanft aus den Fugen dehnenden Keilrahmen verwandeln, auf dem zu delirierender Musik Farbe fließt wie in einem nervösen Kollektivtraum von Mark Rothko und Gerhard Richter."

Frank Hornig denkt noch einmal über die Rolle der Kriegsberichterstatter im Irakkrieg nach. Zwei Fragen prägen für ihn die Debatte um das "Verhältnis von Medien und Militär auf dem Schlachtfeld": Warum mussten erstens so viele Journalisten (bisher zwölf) in diesem Krieg sterben? "Gehört das zum Berufsrisiko? Oder handelt es sich um gezielte Attacken auf die unabhängige Presse - am Ende gar um Kriegsverbrechen? Und was hat, zweitens, der Aufmarsch der Medien am Golf gebracht? ... Wie unabhängig und authentisch konnten die Korrespondenten aus Bagdad wirklich berichten?" Das, so Hornig, wird sich jetzt erst herausstellen, wenn Journalisten den Irak wieder frei bereisen dürfen.

Im Print gibt es Artikel zu Charles Saatchis Kunstsammlung, zu den Krimis von Friedrich Ani, über Helge Schneiders Inszenierung eines von ihm verfassten Musicals sowie den neuen Roman von Walter Moers. Und im Rahmen des "Nachkriegs"-Irak-Titels erzählen zwei Ex-GIs vom "Reiz des Tötens im Krieg und dem Horror danach". Weiterhin unter anderem: wie die Militärs die Wirkung ihrer neuen Waffensysteme bewerten, wie Schröder nun wieder "Anschluss an Washington" sucht und was die Kriegsergebnisse für die Kurden bedeuten werden.

Magazinrundschau vom 07.04.2003 - Spiegel

Diesmal, leider online nur gegen Bezahlung: Ein Spiegel-Gespräch mit Arundhati Roy zum Irak-Krieg sowie zum "internationalen Widerstand gegen die Vormachtstellung Amerikas". Unter einem Titel, der wieder einmal heftigste Anwürfe erwarten lässt: "Alles wird geschändet".

Online frei zugänglich lernen wir von Klaus Umbach, dass "Organ2/ASLSP" der Titel einer Komposition von John Cage ist, die aus "über vier DIN-A4-Blätter verstreuten Noten" besteht und "unter den Hohepriestern der Moderne als Offenbarung des Johannes" gilt. Dass es sich ferner um ein "nach dem Zufallsprinzip entworfenes Unikum" handelt, und dass "ASLSP" für "As SLow aS Possible" steht und eine Anweisung zur Darbietungsweise des Stückes darstellt. Vor allem aber erfahren wir, dass dies nun seit einiger Zeit im "schläfrigen Halberstadt" ausprobiert wird (mehr hier): "Geradezu endlos wird die Darbietung dauern, genau 639 Jahre." Nachdem im September 2001 mit der Wiedergabe begonnen wurde, war erst einmal 17 Monate Ruhe, seit Anfang Februar hört man wieder etwas. Der Höhepunkt steht allerdings noch aus - "in ungefähr 150, 200 oder 250 Jahren - ganz genau steht das bei der extremen Spieldauer naturgemäß nicht fest". Dann "pustet die Orgel in voller Dröhnung - keinen süffigen Akkord wie momentan, sondern eine schrille Disharmonie. Und die über Jahre."

Im Print: Ein Ortstermin im Berliner Camp der Friedensaktivisten unter den Linden. Außerdem ein Bericht über Madonnas neue CD und ein Artikel zum Romandebüt des Reporters Rainer Fabian über die in Österreich entdeckten Frühfassungen des Nibelungenliedes.

Magazinrundschau vom 31.03.2003 - Spiegel

Wieder ein Irak-Titel, natürlich auch wieder online nur gegen Zuzahlung. Diesmal unter anderem mit einem Interview des britischen Chefs von CNN International, Chris Cramer, in dem dieser behauptet: "Wir machen den Krieg nicht keimfrei." Claus Christian Malzahn, "eingebetteter" Spiegel-Korrespondent im Irak, erklärt, wie der Informationsfluss zwischen Soldaten und Journalisten funktioniert: "'Scud-Alarm'. Wir rennen in den Bunker, die Gasmaske klebt schwer im Gesicht. Es sind aber ... keine mit Giftgas bestückten Scuds, deren Einsatz belegen würde, dass Saddam gegen die Uno-Auflagen verstößt. Das genau aber glauben fast alle Offiziere. Und dieser Glaube gibt ihnen moralischen Auftrieb. 'Wir machen das hier doch nicht für Öl. Wir machen das für die Welt!', empört sich ein junger Captain. Als ich dem Mann erkläre, das Pentagon habe den Einsatz von Scuds vor kurzem dementiert, gerät er ins Grübeln. Über AFN ist diese Nachricht nicht gelaufen. Jetzt hört er BBC."

Online lesen dürfen wir Hans Halters Rezension der Dutschke-Tagebücher: Die "Liebe zur Revolution" sei für Dutschke immer vorgegangen, "was er 1974 der 'lieben Genossin' Jutta, die sich extra für ihn freigenommen hatte, erklären musste und später auch noch Elsa und Ellen. Selbst Ehefrau Gretchen wollte er nicht im ersten Verliebtsein heiraten; Begründung: Ein Revolutionär muss die Revolution machen." Und Nikolaus Festenberg stellt Mariam Laus (mehr hier) Biografie Harald Schmidts vor und denkt darüber nach, warum alle Schmidts Reaktion auf den Irak-Krieg so gut finden.

Im Print außerdem ein Interview mit Dustin Hoffman über seinen neuen Film "Moonlight Mile". Schließlich noch ein Ortstermin in Frankfurt beim US-Soldatensender AFN, der seinen sechzigsten Geburtstag feiert und ein Nachruf auf Gordian Troeller.

Magazinrundschau vom 24.03.2003 - Spiegel

Der Titel - wie immer online nur gegen Bezahlung zugänglich - umfasst siebzig Seiten zum Irakkrieg. Darunter ein Artikel über die aktuelle Friedensbewegung, die sich vor allem aus "jungen Menschen" rekrutiere, bei denen ein "ebenso echter wie schlichter Glaube an das Gute" inzwischen alle anderen denkbaren Grundlagen ihres Protestes ersetzt habe.

Nicht online lesen dürfen wir das Gespräch mit Heinrich August Winkler über das Ende der Weimarer Republik sowie eines mit Louis Begley über "seine Erinnerungen an die Bombardierung Warschaus".

Magazinrundschau vom 17.03.2003 - Spiegel

Der Titel ist wie üblich nur gegen Cash im Netz zu lesen. Er handelt von der "eingebildeten Weltmacht" USA und bringt unter anderem ein Interview mit dem französischen Anthropologen Emmanuel Todd, der den USA ihren Niedergang ansagt.

Online und kostenlos lesen dürfen wir einen Artikel über die Krise der überregionalen Tageszeitungen. Die Krise ist nicht ausgestanden, so die Diagnose. "Dabei haben fast alle Verlage, mal konsequent und schnell, mal zaghaft-spät, ihre Hausaufgaben gemacht: Personal abbauen, Kosten drücken, Umfänge kürzen, Beilagen streichen. Und vor allem: alle weiter gehenden Träume (Fernsehen, Internet, Radio) schnellstens beerdigen." Wenn das nicht auch wieder Fehler sind.

Weiter online: ein Interview mit dem Moraltheologen Hans Küng, der sich gegen den Krieg äußert. Und ein Artikel über den erstaunlichen Erfolg von "Professor Blumes Bildungsserver für Chemie" im Internet.